… ‘ich’ bin nicht mein Körper, weil Ich meinen Körper beobachten kann, ‘ich’ bin nicht mein Denken, weil Ich mein Denken beobachten kann und ‘ich’ bin auch nicht meine Emotionen weil ich - mit ein klein wenig Uebung - mein Denken und meine Emotionen genau so wie meinen Körper beobachten kann. Ich bin DAS, das meinen Körper, mein Denken und meine Emotionen beobachten kann!

… Körper, Denkvermögen und Emotionalität danken mir diese Entidentifikation (Befreiung von vereinnahmender Falschidentifikation), durch geschmeidig besseres Funktionieren … Körper, Verstand und Emotionen wollen und sollen nicht Herrscher sein - sie wollen und sollen mir dienen …. wenn ich mich meinem Körper oder meinem Denkvermögen oder meiner Emotionalität durch Fehlidentifikation unterwerfe, aus Angst vor dem NICHTS, dann werden diese, mir als Werkzeuge eigenen, Instrumente, mir - und durch mich auch anderen - furchtbare Herrscher sein. … Wenn ich meine Werkzeuge mit wohlwollender Nachsicht dankbar als meinen mir geschenkten Besitz wertschätze, dann sind Körper, Geist und Seele befriedet - alles funktioniert so, wie es soll - und ich habe Freiheit und Musse mir anzusehen, WAS denn da all das, was ‘mir’ ‘mein’ Eigen ist, beobachten kann. … Und dann wird ‘es’ wirklich spannend.

Eine meiner Lieblingsversenkungen ist, dass ‘ich’ in einer Kugel bin (dass ich eine Kugel bin).

Hinein in die Kugel habe ich eine Unendlichkeit, die der Unendlichkeit nach aussen reziprok entsprechend ist.

Ich kann den Radius der Kugel halbieren und den verbliebenen halben Radius wieder halbieren und so unendlich weiter … ich erreiche NIE die Mitte der Kugel, doch komme ich der Mitte in unendlichen Schritten immer näher - das meinen Körper, Verstand und Emotionalität Beobachtende kann ich dann dort lokalisieren, obschon das so auch nicht stimmt … (das meinen Körper, Verstand und meine Emotionalität Beobachtende kann sich überall wahrnehmen lassen - es hat keinen fixen Ort! … ist räumlicher Determination NICHT unterworfen.)

Nach aussen kann ich den Radius meiner Kugel verdoppeln und den resultierenden doppelten Radius erneut und so unendlich weiter … ich komme nie am äusserten Ende an, doch erreicht meine beinahe unendlich verdoppelte Kugel beinahe unendlichen Radius, von dem aus es ‘nur’ eine weitere Radienverdopplung braucht, um nochmals ‘beinahe unendlich’ weiter zu kommen. …

Doch weil ich mich nach Aussen schon bald verliere, meditiere ich dies nach Innen - ich halbiere auch nicht, sondern ich teile im goldenen Schnitt - das ist weitaus harmonischer - auch Saiteninstrumente und (?beinahe?) alles Leben teilt und wächst in diesem Verhältnis … ich kann also innerhalb meiner Kugel, die eigentlich mein ‘Ich’ ist, oder eine Membran zwischen Innen und Aussen unendlich oft nach Innen teilen - und ich erhalte auch zuminest eine Ahnung der Resonanz meiner nach Innen gerichteten Teilungen mit den teilungsreziproken Erweiterungen nach Aussen ….

Im Bestreben das zur Beobachtung meines Körpers, meines Verstandes und meiner Emotionalität Befähigte zu beobachten, gerate ‘ich’ in einen ‘Strudel’, dem ‘ich’ ‘mich’ nur entziehen kann, indem ‘ich’ ‘mich’ entweder erneut mit meinem Körper, meinem Denkvermögen oder meiner Emotionalität scheinidentifiziere (jedoch ist das feige!), oder aber - ich gebe mich diesem ‘Strudel’ hin und entdecke, dass DAS zur Beobachtung meines Körpers, meines Verstandes und meiner Emotionen befähigt Seiende ALLES ist, Punkt Ω … und das es JETZT ist.

Letztlich bin ‘ich’ nichts anderes als alle Holzköpfe, Erbsenzähler, Sicherheitsberichtserstatter, Kriegstreiber, Vergewaltiger … aber auch nichts anderes als alle lachenden Kinder, frisch verliebten Paare, Grashalme und Galaxien … Ich bin DER Geist des Lebens und ‘ich’ habe, als Teil DES Lebensgeistes mein Werkzeug - meinen Körper, meine Seele und meinen Verstand, mein Menschsein!

Also erlange ich Mitgefühl und Verantwortung für all das was ist, Ich BIN das Ueble dieser Welt und Ich BIN die Freude dieser Welt - mein eigen kleines Wohlbefinden erlange ich durch NICHT-Identifikation und permanentes Vergeben - es gibt keinen Grund sich zu rächen und keine Rache erreicht ihr Ziel. Nur durch Vergeben erlange und bewahre ‘ich’ meine Freiheit meine (kleine) Welt zu befrieden.

So schön - und auch so schön ‘verrückt’ aus Erbsenzählerperspektive aus betrachtet - kann der Yoga auf ‘hoher’ Ebene sein.

Marc Fasnacht

2009-04-07 | achtphasen | 12:19:05 | Email | comment




 

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