dṛg-darśana-śaktyor ekātmatā iva asmitā ॥ II.6 ॥
Das Ich-Bewusstsein (entsteht aus der Vorstellung, dass) die Kraft, welche wahrnimmt, gleichsam eines Wesens mit der Kraft der Wahrnehmung (ist).
(Das Ich-Bewusstsein ist das Ergebnis der irrtümlichen Gleichsetzung von Selbst (Puruṣa) und Geist (Citta))
Die Kraft welche wahrmimmt, sieht (dṛg-śakti) = der Puruṣa, das Selbst | Das Instrument der Wahrnehmung, des Sehens (darśana-śakti) = der Geist
Das Wörtchen iva (wie, gleichsam, als ob) ist bedeutsam: Puruṣa und Prakṛiti, oder das Selbst und der Geist (es gibt noch andere Synonyme dafür) sind nur gleichsam eins; in Wahrheit sind sie streng getrennt.
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Die Prakṛiti ist entweder im Zustand der Involution (Auflösung, Gleichgewicht) oder, durch den Einfluss des Puruṣa, im Prozess der Evolution (Schöpfung). Warum der ewig reine und vollkommene Puruṣa sich mit der Prakṛiti verbindet und dadurch in die Welt des Leidens gerät, kann ncht beantwortet werden. In der Evolution entstehen durch die Aktivität der drei Gunas die reine kosmische Intelligenz (buddhi); das Ich-Bewusstsein (asmitā oder ahamkāra); der Geist (manas oder citta); die subtilen und groben Sinne; die potentiellen Elemente; die feinstofflichen Atome und die dichte Materie.
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2008-09-07 | achtphasen | 21:32:51 |
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