Meditation zu verstehen heisst zu lieben, und Liebe ist nicht das Produkt von Systemen, von Gewohnheiten; sie wird nicht durch das Befolgen einer Methode erzeugt. Liebe kann nicht durch Denken entwickelt werden. Liebe kann vielleicht im vollkommenen Schweigen entstehen, in einer Stille, in der der Meditierende gänzlich fehlt. Und der Geist kann nur still sein, wenn er die Regungen seines Denkens und Fühlens versteht. Um diese Regungen zu verstehen, dürfen wir sie nicht verurteilen, während wir sie beobachten. In dieser Weise zu betrachten, ist wahre Disziplin, und diese Art der Disziplin ist beweglich, frei, es ist nicht die Disziplin der Gleichförmigkeit.

Jiddu Krishnamurti | Einbruch in die Freiheit | Herausgegeben von Mary Lutyens | Aus dem Englische von Erich Schmidt | Lotos Verlag | &copy 1969 by Krishnamurti Foundation | ISBN-10: 3-7787-8034-4 ISBN-13: 978-3-7787-8034-3

2008-08-28 | achtphasen | 15:11:16 | Email | 2 comments




 

Comment from: heller [Visitor]
Die Situation erfordert den aufgelärten Kopf. Der Zitierte hat nachdem er von den westlichen Vertretern, heute würde man sagen: "aufgebaut" worden war für die Überbringerrolle des Fernöstlichen, sich in seiner Zeit gewissermaßen etwas von dem Nährboden dieser Karriere entfernt, und damit emanzipiert. Dieses ist seine Reflexion des Westens. Mir wäre es lieber, die ganze Esoterik auf den Fall der Niederlage zu verschieben. Wer unbedingt entsprechende Endzeittexte auf Phänomene wie Scheinwerfer am Himmel oder sich regendes Gestein scannt, mag fündig werden. Aber hier ist die Aufgabe, jener wichtigen Sensibilität(gemeint ist das bewußte Verschieben oder unterlassen des Experiments) in die Realität zu helfen, zum Teil der Ingenieurskultur werden zulassen; prosaisch gesprochen: der Menschheit eine neue Nase zu verschaffen, zum Wittern und zum Durchatmen.
PermalinkPermalink 2008-08-28 | 21:24
Comment from: achtphasen [Member] Email
"Mir wäre es lieber, die ganze Esoterik auf den Fall der Niederlage zu verschieben."
... die Erleuchtung sollte nicht auf den Moment der Niederlage verschoben werden, weil die Niederlage nie kommen wird - oder wenn denn doch; bleibt keine Zeit mehr zu meditieren
;-)
PermalinkPermalink 2008-08-29 | 10:17
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