1. Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für.
  2. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,
  3. der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
  4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
  5. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird,
  6. das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret.
  7. Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen.
  8. Denn unsere Missetat stellest du vor dich, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte.
  9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz.
  10. Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist’s Mühe und Arbeit gewesen; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
  11. Wer glaubt es aber, daß du so sehr zürnest? und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm?
  12. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.
  13. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!
  14. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
  15. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.
  16. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern!
  17. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern!

2010-01-29 | achtphasen | 15:19:18 | Email | comment





 

The Tao adept saw human body as a microcosm of the natural world. Its anatomy was a landscape with mountain, river, streams, lake, pool, forest, fire, stars a natural harmoniously landscape. It shows a torso and head with few easily identifiable structures.

This chart was re discovered in the library at High Pine Tree Mountain in China suspended from the wall.

This chart was never copied for over a couple of hundred years. There was only the original. It was never passed down to the rest of the world because it is so profound and mysterious that an ordinary person would have no way to understand it. It was re discovered in the library at High Pine Tree Mountain in China suspended from the wall. It was carefully drawn and the printing was clear, so it was eventually reprinted at that time.

Heavenly Circuit | a stone carving of very ancient times (about 5′000 years) | rediscovered and eyplained by Master Mantak Chia
Image-Source: colour / b&w | Explanation by Master Mantak Chia

2009-12-27 | achtphasen | 18:14:54 | Email | comment





 
Alliu dinc, sô sie geschaffen werdent, sô tragent si uf irm rücken, daz sie sich wandelnt.
Daz meinet, daz wir ein suln sîn in uns selben und gesundert von allem, und staete unbeweget suln wir mit gote ein sîn. Ûzer gote enist niht dan niht aleine. Darumbe ist ez unmügelich, daz in got iht gevallen müge anderunge oder wandelunge. Swaz ûz im suochet ein ander stat, daz endert sich. Got hât alliu dinc in im in einer vüllede; dar umbe ensuochet er niht ûzer im selben wan in der vüllede, al ez in gote ist.

Alle crêaturen hânt ein versagen an in selben; einiu versaget, daz si diu ander niht ensî. Ein engel versaget, daz er ein ander enist ensi. Aber got hât ein versagen des versagennes; er ist ein und versaget alle ander, wan niht ûzer gote enist.

Got ist ein, er ist ein versagen des versagennes.

2009-11-19 | achtphasen | 13:49:14 | Email | 1 comment





 
Krishnamurti sagt sinngemäss: Glaube an eine Religion ist auch Verhinderung eigener Erfahrung. Wir menschlich individuellen Erdbewohner haben einen Verstand zu erkennen, dass wir selbst uns (und dem restlichen Leben auf dem Planeten!) aus den gegebenen Vorausetzungen ein irdisches Beinahe-Paradies schaffen könnten … faktisch aber schaffen wir Menschen uns und allem anderen Leben auf diesem einen Planeten eine Hölle. Das individuell erscheinende ‘Ego’ kommt sich geworfen vor; geworfen in eine Existenz. Feinde überall - einzig relevant ist das eigene Ueberleben. … Das ist die Verblendung des so individuell erscheinenden ‘Ego’. Dies im Aeusseren anzusprechen und im Individuellen zu überwinden ist der Menschen dringliche Aufgabe hier auf dieser irdischen Sphäre, die im Verhältnis so filigran ist, wie der Zwischenraum zwischen Apfelschale und Fruchtfleisch. Die Schale des Apfels entspricht im Vergleich der irdischen Atmosphäre, das Fruchtfleisch dem flüssigen Magma und das Kerngehäuse dem postulierten festen und schneller rotierenden ‘Eisen’kern. Der Zwischenraum zwischen Schale und Fruchtfleisch entspricht in diesem Vergleich der Erdkruste mit den uns ach so tief erscheinenden Meerestiefen und den uns ach so hoch erscheinenden höchsten Bergen … bald sind wir Menschen sieben Milliarden ‘Individuen’ - und die Mehrheit in beelendenden materiellen Verhältnissen - beelendend weil andere Menschen sich auf ihre Kosten ungerechtfertigt bereichert haben und bereichern und bereichern werden. Unabhängig von den materiellen Voraussetzungen haben jedoch beinahe alle Menschen den gleichen inneren Konflikt zwischen der feinen Stimme, die Gewissen, Intuition oder sonst wie benannt wird, und dem Gedröhne des Gedanken’theaters’ im je eigenen ‘individuellen’ Kopf. Wer sich mit dem Gedröhne im eigenen Kopf oder dessen emotionaler Spiegelung im Herz oder dem grossartig funktionierenden Gefäss, dass der menschliche Körper für die je ‘individuelle’ Psyche und den je ‘individuellen’ Verstand darstellt, überidentifiziert, der verliert zwangsläufig die Uebersicht über wechselwirkende Beelendungen ‘Anderer’, die das Leben auf diesem (- in seiner Anlage so wunderbar lebensbefördernden ! -) Planeten zur Hölle macht und wird so zum zumeist gleichgültigen Teil des durchaus fürchterlichen Welt’theaters’. Die RestRisiko-Frage LHC ist nur ein Peak-Madness unter Vielen. Soweit also ein ‘privater’ Bericht zur ‘Religiosität’ und auch Grund der Kritik an der Aufnahme von Experimenten - bei (- notabene! -) nichtwiderlegten Gefahrenwarnungen (!!!) - durch eine letzlich kleine Gruppierung von interessierten Spezialisten, die sich selbst autorisieren darf, Experimente durchzuführen, deren RestRisiko keineswegs nur sie selber betrifft … .

2009-10-30 | achtphasen | 10:38:32 | Email | comment





 

Nur wer sein Herz poliert hat, kann darin die Dinge der unsichtbaren Welt wahrnehmen. Je besser es poliert ist, desto deutlicher werden die Bilder. Auch wenn die Gnade der spirituellen Wahrnehmung letztlich von Gott gewährt wird, ist sie abhängig von Gebet und Gottgedenken. Der Mensch empfängt nur, worum er sich auch bemüht.

مولانا جلال الدین محمد رومی | Rumi | ISBN 978-3-502-61193-6 | O.W.Barth-Verlag

2009-08-16 | achtphasen | 14:23:53 | Email | comment





 
         
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2009-06-29 | achtphasen | 01:12:28 | Email | comment





 
Stein, junge Blume und alte Blätter in SubUrbia

 
 

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2009-06-13 | achtphasen | 13:43:10 | Email | comment





 
Blumen Wiese

Doch könnte es doch dennoch gefährlich sein, wenn nichtzerstrahlende MiniaturSchwarzLöcher oder andernfalls Relikte hawingszerstrahlter MiniaturSchwarzLöcher (DunkleMaterieKandidaten) millionenfach im Sonnensystem und auf der Erde verbleiben werden?


Niemals hat sich, seit der Entstehung des Sonnensystemes vor 4′500′000′000 Jahren bis heute zum Zeitpunkt der LHC-Experimente, - weder verteilt auf unser Sonnensystem noch konzentriert an einen Ort, wie einer Kollisionskammer von weniger als einem Kubikmillimeter Grösse, - eine vergleichbare Zunahme DunklerMaterie, Relikte hawkingszerstrahlter MiniaturSchwarzLöcher oder nichtzerstrahlender MiniaturSchwarzLöcher ereignet. wie sie nun, durch die Experimente am CERN, herbeigeführt werden soll.





Es sind dies letztlich unerfreuliche Möglichkeiten.


2009-06-02 | achtphasen | 12:59:04 | Email | comment





 
die stille Schönheit der Selbstgenügsamkeit
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2009-04-30 | achtphasen | 11:10:36 | Email | comment





 

… ‘ich’ bin nicht mein Körper, weil Ich meinen Körper beobachten kann, ‘ich’ bin nicht mein Denken, weil Ich mein Denken beobachten kann und ‘ich’ bin auch nicht meine Emotionen weil ich - mit ein klein wenig Uebung - mein Denken und meine Emotionen genau so wie meinen Körper beobachten kann. Ich bin DAS, das meinen Körper, mein Denken und meine Emotionen beobachten kann!

… Körper, Denkvermögen und Emotionalität danken mir diese Entidentifikation (Befreiung von vereinnahmender Falschidentifikation), durch geschmeidig besseres Funktionieren … Körper, Verstand und Emotionen wollen und sollen nicht Herrscher sein - sie wollen und sollen mir dienen …. wenn ich mich meinem Körper oder meinem Denkvermögen oder meiner Emotionalität durch Fehlidentifikation unterwerfe, aus Angst vor dem NICHTS, dann werden diese, mir als Werkzeuge eigenen, Instrumente, mir - und durch mich auch anderen - furchtbare Herrscher sein. … Wenn ich meine Werkzeuge mit wohlwollender Nachsicht dankbar als meinen mir geschenkten Besitz wertschätze, dann sind Körper, Geist und Seele befriedet - alles funktioniert so, wie es soll - und ich habe Freiheit und Musse mir anzusehen, WAS denn da all das, was ‘mir’ ‘mein’ Eigen ist, beobachten kann. … Und dann wird ‘es’ wirklich spannend.

Eine meiner Lieblingsversenkungen ist, dass ‘ich’ in einer Kugel bin (dass ich eine Kugel bin).

Hinein in die Kugel habe ich eine Unendlichkeit, die der Unendlichkeit nach aussen reziprok entsprechend ist.

Ich kann den Radius der Kugel halbieren und den verbliebenen halben Radius wieder halbieren und so unendlich weiter … ich erreiche NIE die Mitte der Kugel, doch komme ich der Mitte in unendlichen Schritten immer näher - das meinen Körper, Verstand und Emotionalität Beobachtende kann ich dann dort lokalisieren, obschon das so auch nicht stimmt … (das meinen Körper, Verstand und meine Emotionalität Beobachtende kann sich überall wahrnehmen lassen - es hat keinen fixen Ort! … ist räumlicher Determination NICHT unterworfen.)

Nach aussen kann ich den Radius meiner Kugel verdoppeln und den resultierenden doppelten Radius erneut und so unendlich weiter … ich komme nie am äusserten Ende an, doch erreicht meine beinahe unendlich verdoppelte Kugel beinahe unendlichen Radius, von dem aus es ‘nur’ eine weitere Radienverdopplung braucht, um nochmals ‘beinahe unendlich’ weiter zu kommen. …

Doch weil ich mich nach Aussen schon bald verliere, meditiere ich dies nach Innen - ich halbiere auch nicht, sondern ich teile im goldenen Schnitt - das ist weitaus harmonischer - auch Saiteninstrumente und (?beinahe?) alles Leben teilt und wächst in diesem Verhältnis … ich kann also innerhalb meiner Kugel, die eigentlich mein ‘Ich’ ist, oder eine Membran zwischen Innen und Aussen unendlich oft nach Innen teilen - und ich erhalte auch zuminest eine Ahnung der Resonanz meiner nach Innen gerichteten Teilungen mit den teilungsreziproken Erweiterungen nach Aussen ….

Im Bestreben das zur Beobachtung meines Körpers, meines Verstandes und meiner Emotionalität Befähigte zu beobachten, gerate ‘ich’ in einen ‘Strudel’, dem ‘ich’ ‘mich’ nur entziehen kann, indem ‘ich’ ‘mich’ entweder erneut mit meinem Körper, meinem Denkvermögen oder meiner Emotionalität scheinidentifiziere (jedoch ist das feige!), oder aber - ich gebe mich diesem ‘Strudel’ hin und entdecke, dass DAS zur Beobachtung meines Körpers, meines Verstandes und meiner Emotionen befähigt Seiende ALLES ist, Punkt Ω … und das es JETZT ist.

Letztlich bin ‘ich’ nichts anderes als alle Holzköpfe, Erbsenzähler, Sicherheitsberichtserstatter, Kriegstreiber, Vergewaltiger … aber auch nichts anderes als alle lachenden Kinder, frisch verliebten Paare, Grashalme und Galaxien … Ich bin DER Geist des Lebens und ‘ich’ habe, als Teil DES Lebensgeistes mein Werkzeug - meinen Körper, meine Seele und meinen Verstand, mein Menschsein!

Also erlange ich Mitgefühl und Verantwortung für all das was ist, Ich BIN das Ueble dieser Welt und Ich BIN die Freude dieser Welt - mein eigen kleines Wohlbefinden erlange ich durch NICHT-Identifikation und permanentes Vergeben - es gibt keinen Grund sich zu rächen und keine Rache erreicht ihr Ziel. Nur durch Vergeben erlange und bewahre ‘ich’ meine Freiheit meine (kleine) Welt zu befrieden.

So schön - und auch so schön ‘verrückt’ aus Erbsenzählerperspektive aus betrachtet - kann der Yoga auf ‘hoher’ Ebene sein.

Marc Fasnacht

2009-04-07 | achtphasen | 12:19:05 | Email | comment





 

Am Anfang des Herrschers Tao Tang staute sich die dunkle Kraft in hohem Grade und sammelte sich in der Tiefe. Der Lauf des Lichtes wurde so gehemmt, dass es sich nicht mehr der Ordnung nach auswirken konnte. Die Stimmung des Volkes wurde trübe und träge. Die Sehnen und Knochen lockerten sich und gehorchten nicht mehr. Da erfand er den Tanz, um die Leute wieder zur Bewegung anzuleiten.

2009-02-02 | achtphasen | 19:02:42 | Email | comment





 

Wenn der Mensch in Selbstsucht, Gier und Leidenschaft verstrickt ist, vergißt er Gott natürlich ganz. Er denkt ständig an seinen Körper, seine Familie und seine Kinder. Er kümmert sich nur um sein Essen, Trinken und um seine Bequemlichkeit. Er ertrinkt im Meer von Geburt und Tod (Samsara). Materialismus und Skeptizismus beherrschen ihn. Er läßt sich von Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen und fängt an zu streiten. Überall herrscht Ruhelosigkeit, Elend, panische Angst und Durcheinander. Die Welt scheint derzeit im Griff rein materialistischer Denk- und Handlungsweisen zu sein. Die Erfindung neuer Bomben ruft überall Schrecken hervor. Die Menschen haben den Glauben an die heiligen Schriften und die Lehren der Weisen und Heiligen verloren. Aufgrund falscher Erziehung und schlechter Einflüsse sind sie gottlos geworden.

Die ersten Seher, die die Wahrheit erkannten, erklärten den kosmischen Fortschritt als das Wirken von Maya, der unergründlichen Kraft des höchsten Geistes. Durch das Wirken dieser verhüllenden Kraft wird das ungeteilte, absolute und wonnevolle Eine veranlaßt, sich in einer unendlichen Vielzahl von Namen und Formen widerzuspiegeln. Wie im 6.Vers, Kapitel IV der Gita beschrieben, erschafft Maya diese Existenz des Wahrnehmbaren mit ihrer Dualität und Mannigfaltigkeit. Jedes Bewußtseinszentrum, das so vom Unendlichen einbezogen ist, muß daher Maya transzendieren, um seine eigentliche Identität mit dem höchsten Wesen zu verwirklichen.
Maya ist die ewige Verneinung, die sich von der letztendlichen Wirklichkeit unterscheidet, die als das ewige „Ich bin“ erstrahlt, als das ewige ›SAT‹. Maya wird dazu benutzt, um die Summe der negativen Kräfte auszudrücken. Unwissenheit, Schwanken, Täuschung, Verhaftung, Egoismus, Unstimmigkeit, Zwietracht und Sinnlichkeit sind einige der wesentlichen Formen, in denen sie auf der menschlichen Ebene Ausdruck findet. Yoga macht es sich zur Aufgabe, die Individuen in die Lage zu versetzen, mit den genannten Faktoren, die in dieser Existenz des Wahrnehmbaren festhalten, wirkungsvoll umzugehen und sie zu überwinden. Ein Zustand der Erkenntnis durch ständiges Unterscheiden zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen, verbunden mit ständiger Identifikation mit den Gedanken von Allwissenheit und Vollendung, ein Zustand von unerschütterlichem Gleichgewicht und Einpünktigkeit, Verhaftungslosigkeit gegenüber allem Weltlichen, gekoppelt mit einer intensiven, unverminderten Verhaftung an bestimmte Aspekte des Göttlichen, eine vollständige Selbstauslöschung und aktive Selbstlosigkeit stellen daher die wichtigsten Mittel dar, um Maya zu besiegen. Eine entschlossene Entwicklung auf jeder dieser Linien, oder auf mehreren, wird die Wege von Erkenntnis, okkulter Meditation, Gebet, Frömmigkeit, göttlicher Liebe und selbstlosen Handelns bilden.
Der Prozeß des Yoga stellt den Aufstieg zu Reinheit dar, zu jener absoluten Vollendung, die der Urzustand des Menschen ist. Er setzt daher das Entfernen der umhüllenden Unreinheit voraus, die Beruhigung des ungleichmäßigen Schwingungstaktes der niederen Koshas und die Errichtung eines Zustandes von perfektem Gleichgewicht und vollkommener Harmonie.
Man sieht, wie alle genannten Faktoren, die den Jiva festhalten, auf breiter Skala in allen Menschen wirken. Das gegenwärtige Zeitalter ist verstrickt in Unwissenheit, gekennzeichnet durch Rastlosigkeit, ein blindes Hängen an irdischer Existenz; falsch verstandener Individualismus, wollüstige Hingabe an Fleischesgelüste und Gewalt, Kampf und Zwietracht in allen Lebensbereichen.
Das moderne Zeitalter ist das Maschinenzeitalter. Daher ist es machtbesessen. Die Entdeckung neuer Methoden der Krafterzeugung, die Ausbeutung neuer Aspekte bekannter Kräfte, die Erfindung von Maschinen, um Maschinen herzustellen, sind nun die Manie des Menschen, die der Mensch zu beherrschen vermag, der Mensch selbst hingegen hat weder Sinne noch Verstand unter Kontrolle. Dies resultiert in Mißbrauch und Ausbeutung der Früchte von Zivilisation und Wissenschaft, denn alle Macht korrumpiert. Wenn ein yogischer Lebensstil angenommen wird, bedeutet das, einen derartigen Machtmißbrauch und die sich daraus ergebende Katastrophe aufzugeben und sich dagegen abzusichern. Die Schulung im Yoga bringt dem Menschen bestimmte übernormale Kräfte, die keine Maschine jemals produzieren kann. Aber die Disziplin, die der Weg erfordert, sichert gegen Mißbrauch ab.
Alle Yogamethoden haben ethische Ausbildung und moralische Vollkommenheit zur Grundlage. Die Beseitigung von Lastern und die Entwicklung bestimmter Tugenden stellen die ersten Stufen auf der Yogaleiter dar. Disziplinierung des Wesens und Bildung eines festen und reinen Charakters durch eine Anzahl richtiger Gewohnheiten und regelmäßiger täglicher Disziplin ist der nächste Schritt. Das ist Yama Niyama im Raja Yoga; das Erlangen von Sadhana Chatushtaya durch den Anfänger auf dem Pfad der Erkenntnis und das Festhalten an Sraddha, Sadachara, Hingabe seiner selbst, Wunschlosigkeit und Opfer für den Gläubigen und für den Karma Yogi in gleicher Weise haben dementsprechend Charakterbildung und ethische Vollkommenheit zum Ziel. So wird eine neue Welt von Liebe und Opfer, Zusammenarbeit und Brüderlichkeit eingeläutet, und die Verwirklichung der Ideale universeller Vollendung kann durch bewußtes und uneingeschränktes Engagement schon in den Anfangsphasen des Yoga bewirkt werden. Auf dieser soliden Basis eines fest verankerten und tugendhaften moralischen Charakters werden alle weiteren Strukturen des Yoga errichtet.
Die dem Geist innewohnende Ruhelosigkeit ist das größte Problem des Yogaschülers. Die eigentliche Natur des Geistes ist es, immer nach außen zu gehen. Und er ist auch immer unstet. Das entschiedene sich Abwenden von irdischer Verhaftung, das entschlossene Tilgen des Egos, das bewußte Anhalten aller unharmonischen geistigen Vorgänge und das ständige Beharren auf einem einzigen Gedanken, alle diese Methoden erfordern eine feste Kontrolle des Geistes und die bewußte Ausrichtung seiner Kräfte auf das erhoffte Ziel.
Die größte äußere Manifestation der geistigen Impulse ist physisches Handeln. Wenn sich Handlungen wiederholen, kristallisieren sie sich zu Gewohnheiten. Im Laufe der Zeit werden Gewohnheiten, wenn man ihnen nachgibt, zu deutlichen Charakterzügen der Persönlichkeit. Der Plan der Wissenschaft des Yoga bei der Erlangung von Meisterschaft über den Geist ist es, äußerst systematisch Schritt für Schritt vorzugehen, zunächst die grobstofflicheren und dann die subtileren Manifestation zu regulieren und zu beherrschen. Yama überwindet alle Laster und pflanzt Tugenden ein. Es schwächt alle schlechten Charakterzüge ab und pflanzt göttliche Eigenschaften ein. Niyama reguliert die Gewohnheiten und zielt darauf ab, dem Sadhaka Herrschaft über sein Verhalten zu geben. Anstatt Sklave von Gewohnheiten zu sein, kontrolliert der Suchende jetzt sein Verhalten und entwickelt durch entschlossenen Willen bestimmte Gewohnheiten. Als nächstes wird der angeborene Drang nach Aktivität durch Asanalogie gezügelt. Durch Übung eines Systems von unbeweglichen Stellungen wird die Tendenz zu unbeherrschten und ziellosen Bewegungen im Zaume gehalten und überwunden. Nachdem der Charakter entwickelt, edle Züge erworben, alte Gewohnheiten überwunden und durch neue ersetzt, und Aktivität reguliert und gezügelt wurden, werden nun die Launen des Geistes als nächstes durch Kontrolle seines Gegenstücks, des Atems, bezähmt. Dieses Studium ist Pranayama. Obwohl die Gedanken gezügelt werden, bleibt der Geist in Form von Wünschen und Sehnsüchten weiterhin aktiv. So ist das fünfte Glied von Yoga das Abziehen aller zentripetalen sinnesgerichteten Bewegungen des Wunschbereiches im Geist, das sich Abwenden von der äußeren Welt und das Abziehen der Sinne von den Objekten. Pratyahara ebnet den Weg für die sechste Stufe auf der Leiter des Yoga, Dharana, Konzentration des Geistes auf einen einzigen Punkt. Der nach innen gezogene Geist wird dazu gebracht, sich auf irgendeinen Gedanken oder ein Bild zu heften, das technisch als Lakshya, Objekt der Meditation, bezeichnet wird. Wenn Dharana vertieft und verlängert wird, wird es zu Meditation. Wenn Dhyana (Meditation) intensiviert und anhaltend gemacht wird, ist Samadhi das Ergebnis. Ein Zustand wonnevoller Vereinigung mit dem unendlichen Bewußtsein, der Überseele, befreit ihn aus der Knechtschaft von Geburt und Tod. Diese transzendentale Erfahrung formt ihn um zu einem Wesen mit kosmischer Vision, das überall göttliche Einheit hinter scheinbarer Mannigfaltigkeit wahrnimmt. In der Folge wird sein ganzes Leben zu einem spontanen Ausdruck des ungehinderten Fließens höchster Energie durch jede Handlung. Er lebt und handelt rein zum Nutzen aller Menschen und bringt dadurch den göttlichen Plan zu seiner glorreichen Erfüllung.

2009-01-01 | achtphasen | 00:00:00 | Email | comment





 

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