Eine noch längere totale Sonnenfinsternis als die diesjährige wird es erst im Jahr 2132 wieder zu sehen geben.

Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre weiß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes.

Adalbert Stifter | Die Sonnenfinsternis am 8. Juli 1842

Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre weiß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes. So ist es mir mit der totalen Sonnenfinsternis ergangen, welche wir in Wien am 8. Juli 1842 in den frühesten Morgenstunden bei dem günstigsten Himmel erlebten…… .

Wir hatten uns das Eindämmern wie etwa ein Abendwerden vorgestellt, nur ohne Abendröte; wie geisterhaft ein Abendwerden ohne Abendröte sei, hatten wir uns nicht vorgestellt, aber auch außerdem war dies Dämmern ein ganz anderes, es war ein lastend unheimliches Entfremden unserer Natur; gegen Südost lag eine fremde, gelbrote Finsternis, und die Berge und selbst das Belvedere wurden von ihr eingetrunken - die Stadt sank zu unsern Füßen immer tiefer, wie ein wesenloses Schattenspiel hinab, das Fahren und Gehen und Reiten über die Brücke geschah, als sähe man es in einem schwarzen Spiegel - die Spannung stieg aufs höchste - einen Blick tat ich noch in das Sternrohr, er war der letzte; so schmal wie mit der Schneide eines Federmessers in das Dunkel geritzt, stand nur mehr die glühende Sichel da, jeden Augenblick zum Erlöschen, und wie ich das freie Auge hob, sah ich auch, daß bereits alle andern die Sonnengläser weggetan und bloßen Auges hinaufschauten - sie hatten auch keines mehr nötig; denn nicht anders als wie der letzte Funke eines erlöschenden Dochtes schmolz eben auch der letzte Sonnenfunken weg, wahrscheinlich durch die Schlucht zwischen zwei Mondbergen zurück - es war ein überaus trauriger Augenblick - deckend stand nun Scheibe auf Scheibe - und dieser Moment war es eigentlich, der wahrhaft herzzermalmend wirkte - das hatte keiner geahnet - ein einstimmiges “Ah” aus aller Munde, und dann Totenstille, es war der Moment, da Gott redete und die Menschen horchten.

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.s/s651376.htm

 

Laut Pasachoff bieten Sonnenfinsternisse heute vor allem die Möglichkeit, die Sonne selbst besser zu verstehen. Die Korona sei trotz ihrer schwachen Helligkeit ein zentraler Teil der Antwort auf die Frage, wie die Sonne scheint: «Wir wollen zum Beispiel wissen, warum die Korona, dieser dünne weisse Schleier der Sonne, so heiss ist.» Die Korona besteht aus einem stark verdünnten, Millionen von Grad Celsius heissen Gas. Die Temperatur der Photosphäre, des Teils der Sonne, den wir jeden Tag sehen, liegt hingegen bei rund 6000 Grad. Die Korona muss also kontinuierlich durch einen bisher unbekannten Mechanismus geheizt werden – sonst würde sie im Kontakt mit der viel kälteren Photosphäre innert einer Stunde abkühlen.

Für die Forscher ist es jedoch ein Rätsel, wie die Energiezufuhr geschieht. Erkenntnisse darüber wären sehr wichtig, denn in der Korona nehmen der Sonnenwind sowie gigantische magnetische Stürme ihren Ursprung.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/der_laengste_schatten_1.3002996.html

2009-07-15 | achtphasen | 00:34:16 | Email | comment




 

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