Zwei Wege Wissen zum Geschehen kurz nach dem Urknall zu erlangen - europäische Spitzentechnologien auf der Suche nach was die Welt seit Anbeginn auseinanderspannt:

heute, 14. Mai, sollen die Beobachtungssateliten Planck und Herschel an Bord einer Ariane-5-Rakete in den Weltraum gebracht werden um von dort die kosmische Hintergrundstrahlung genauer als je zuvor zu vermessen - im Herbst will der CERN am LHC ‘endlich’ (- weil nach einigen Jahren technisch bedingter Verzögerung nun einige Eile besteht -), die experimentellen Zertrümmerungen im Allerkleinsten angehen und, durch Simulation von Zuständen wie sie Sekundenbruchteile nach dem Urknall herrschten, zu beobachten.

Full-sky temperature map taken by NASA'a Wilkinson Microwave Anisotropy Probe
Full-sky temperature map taken by NASA’a Wilkinson Microwave Anisotropy Probe at 94 GHz: 2003 version. Temperature range of ±200 mK is shown

 
 

Ich bin begeistert über diese Gegenwart in der ich leben darf - die Zeit der letzten grossen Fragen!

Power spectrum of CMB
Spektrum der kosmischen Hintergrundstrahlung - WMAP

 
 

Mit Planck werde es gelingen, der Hintergrundstrahlung nahezu alle ihre Informationen zu entlocken. Das führt unter anderem dazu, dass man einige der wichtigsten Parameter der Kosmologie (Krümmung des Universums, Anteil an normaler und dunkler Materie usw.) mit einer Genauigkeit von 1 Prozent kennen wird. Mit dem Planck-Satelliten wird die Kosmologie also endgültig ihrem Anspruch gerecht, eine exakte Wissenschaft zu sein.

http://www.nzz.ch/nachrichten/forschung_und_technik/zurueck_zu_den_anfaengen_des_universums_1.2545515.html

Der ‘Homo Activus’ hat der Menschheit die evolutionären Schritte zu Feuer, Schmiedekunst, Ackerbau und vielem mehr gebracht. Durch durchaus naive, aber evolutionär unerlässliche Versuche Stein an Stein zu reiben, Stein auf Holz zu binden und dergleichen Vielerlei.

Experimente die allesamt - und bis zu den ominösen Trinityversuchen niemals - kein noch so geringes Risiko der Vernichtung von allem in sich bargen.

Es gilt aber zu bedenken, dass, was früher Tugend war, heute Verderbnis bringen kann - ‘passiv’, wie mit ‘Planck’&’Herschel’, die kosmische Inflation beobachten oder ‘aktiv’ wie CERN am ‘LHC’ die Sekundenbruchteile nach dem Urknall zu simulieren, das ist mehr als nur eine Divergenz von Lebenshaltung.

Heute werden Sicherheitsberichte verfasst (und nachgebessert), die Akkretionsraten (Zeitdauer der Materienvernichtung) der Erdmaterie zu berechnen trachten.

Bis vor kurzem (letztes Jahr) gab es in einem Sicherheitsbericht CERNs eine Berechnung der Professoren Bleicher und Stöcker, die, vorausgesetzt es gäbe ‘nur’ die eine Extradimension à la Randall/Sundrum, der gesamten Erde 27 Jahre Weiterexistenz zugerechnet haben. Diese offizielle Sicherheitsberechnung ist nun offenbar vom Tisch. CERN berechnet die Akkretionsraten allfällig generierter. hypothetisch stabil verbleibender und ungeladener Miniatur Schwarzer Löcher nurmehr in Milliarden Jahren - und als somit nicht von Relevanz

Marc Fasnacht

2009-05-14 | achtphasen | 11:39:24 | Email | 2 comments




 

Comment from: achtphasen [Member] Email

Ultracoole Verhältnisse benötigt die Beobachtung der kosmischen Inflation allemal, sei es durch Sateliten im Orbit oder zur Beschleunigung der Protonen in cern'schen Röhren.

Experimentelle Teilchenphysik und satelitenbeförderte kosmologische Beobachtung hat, hinaus in grösste Weite und hinein ins kleinste Kleine, das gleiche Ziel: Zu erkennen was die Welt im Innersten zusammenhält und seit dem Uranfang auseinanderspannt.
- unkalkulierbare Risiken gibt es bei jedem menschlichen Tun, Trägerraketen können explodieren, Sateliten können abstürzen - und des CERN's QGPs und MiniSchwarzeLöcher ausser Kontrolle geraten.

Nach dem Urknall muss Inflation gewesen sein, sonst hätte dieser Kosmos niemals die Ausdehnung und Galaxienvielfalt erlangen können in der wir Menschen, kleinkleinklein, unsere Augen und Gedanken auf die Frage nach den Ursachen dessen lenken, dass realiter da Etwas ist und nicht etwa Nichts.

Auch wenn ausgerechnet mir heute die Arianerakete samt 'Herschel' und 'Planck' aufs Haupte fallen sollte - Missgeschicke gibt es immer - so wäre abgesehen einer grossräumigen Zerstörung meiner Umgebung (idealerweise friedlicher) Fortbestand des Lebens auf unserem einen Planeten weiterhin gegeben.

Das global zu entrichtende existenzkostendeckende Grundeinkommen finanziert durch Pachtzinszahlungen auf Schöpfungsgüter könnte, befördert durch die Verunsicherung zur Rentenstabilität in der 'ersten Welt' und endlich auch angesichts des Elendes der Mehrheit der Menschen in sogenannter 'dritter Welt' (beispielsweise Somalia) dennoch eingeführt werden.

Wenn beim CERN schiefgeht was per LSAG kryptisch (und letztlich, angesichts des Unwissens zu den Sicherheitsberechnungsgrundlagen nicht belegbar) ausgeschlossen wird, dann muss in sozialer Wohlfahrt nicht weiter geforscht werden - dann gilt das Faustrecht, um in verbleibender Zeit sich und seinen Nächsten sein Habitat gegen 'die Anderen' zu verteidigen.

Ich gehe aber davon aus, dass es so nicht kommen wird auch wenn es CERN gelingen sollte die Objekte es Interesses (stabile QuarkGluonPlasmen und MiniSchwarzLöcher und manch andere 'Teilchen') zu erzeugen. Ich gehe davon aus, dass sich schlicht nichts Gefährdendes ereignen wird (*), aber auch, dass vielleicht interessierende Falsifikationen der mithin absurd erscheinenden Theorienvielfalt zu erkennen sein werden.

Wäre ich nicht notorisch optimistisch und nicht in festem Glauben darein, dass die Menschwerdung der Menschheit noch nicht abgeschlossen ist, ich würde mir ab der Vielfalt potentiell desaströser Entwicklungen konsequent das Bewusstsein um Zusammenhänge abschnüren, um im Rudel der Partygänger zu feiern.

Ausgelassen bis zum Untergang.

Aber ich sehe Licht: wenn der hundertste Affe gelernt hat die Kokosnuss zu öffnen, dann können es Alle (Affen) - und wenn ausreichend viele sich als Individuen erkennende 'Menschen' bemerken, dass sie alle gemeinsam mit dem ganzen grossen Rest des Lebens Eines sind auf Einem Planeten ... dann ist es nicht mehr weit zurück uns Paradies.

Die technologischen Voraussetzungen zur Errichtung einer Erde in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit waren niemals zuvor so gegeben wie heute.

Hier ist dem Homo Activus aka Faber zu danken.
Marc Fasnacht
PermalinkPermalink 2009-05-14 | 11:43
Comment from: achtphasen [Member] Email
Trinity Explosion 1945
If the radiance of a thousand suns
Were to burst at once into the sky,
That would be like the splendor of the Mighty One
...
I am become Death, The shatterer of Worlds
   
J. Robert Oppenheimer (1904 - 1967) | "The Bhagavad Gita",Alamogordo, New Mexico, 1945 US administrator & astrophysicist
PermalinkPermalink 2009-05-15 | 15:41
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