Verschiedene Forschergruppen haben vor einigen Tagen einen Asteroiden entdeckt, der sich umgekehrt zur Drehrichtung der Planeten um die Sonne bewegt. Mit einer Größe von zwei bis drei Kilometern hätten Astronomen den 2009HC82 genannten Himmelskörper schon bei seinen früheren Umläufen sehen müssen. Vorläufigen Berechnungen zufolge umrundet der Asteroid die Sonne alle 3,4 Jahre.

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/303125.html

Die Schwingung des Sonnensystems um die Galaktische Ebene lenkt immer wieder Kometen aus entfernten Regionen Richtung Sonne ab. Diese Kometen haben höhere Geschwindigkeiten als Asteroiden und sind dadurch gefährlicher. Astronomen sollten daher bei ihren Beobachtungen verstärkt nach diesen Kometen Ausschau halten, raten die Wissenschaftler.

Die Forscher analysierten die bekannten Einschlagskrater von Himmelskörpern auf der Erde in den vergangenen 250 Millionen Jahren. Deren Verteilung lässt sich am besten durch periodische Kometenschwärme erklären, die in das Sonnensystem vordringen. Treibende Kraft ist dabei die Sonne selbst: Ihre Schwerkraft stört weit entfernte Kometenreservoirs und lenkt diese ab. Etliche dieser Kometen könnten noch immer auf lang gestreckten Umlaufbahnen durch das Sonnensystem ziehen. Rund 25 aktive Kometen, die in Sonnennähe ihren charakteristischen Schweif entwickeln, sind Astronomen bekannt. Dazu zählt beispielsweise der Halleysche Komet.

Komet Haley 1986
©: NASA Copyright Free Policy | 12. April 1986

 
 

Etwa 3.000 Kometen dieses Typs sollten es aber insgesamt sein, schätzen die Astronomen Napier und Asher auf Basis ihrer Studien.

Vermutlich sind die reflektierenden Eisschichten auf diesen dunklen Kometen längst abgedampft. Die übrig gebliebene Oberflächenkruste reflektiert dann kaum noch das Licht und ist damit für Teleskope nur noch schwer auszumachen. Einige Beobachtungen stützen die These von den dunklen Kometen: Beim 1983 in Erdnähe vorbeirasenden Kometen IRAS-Araki-Alcock war nur rund ein Prozent der Oberfläche aktiv.

Kometen IRAS-Araki-Alcock

Der 2001 beobachtete Komet Borrelly hatte große schwarze Flecken. Schwarz bedeutet allerdings nicht unsichtbar, betonen andere Astronomen. Solche Kometen könnten trotzdem das Sonnenlicht absorbieren und wären durch die abgegebene Wärmestrahlung zu entdecken.

Die Astronomen betonen, dass die dunklen Kometen doppelt so schnell sind wie Asteroiden in erdnahen Orbits. Die Vorwarnzeit wäre kürzer und die Gefahren für das Leben auf der Erde größer. Ein kleines Exemplar dieser Kometen könnte das sogenannten Tunguska-Ereignis ausgelöst haben, bei dem im Jahr 1908 ein Einschlag in Sibirien 2.000 Quadratkilometer Wald zerstört hat.

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/300443.html
                     Eine Explosion mit einer Sprengkraft von 10 bis 15 Megatonnen TNT wäre nötig, um ein ähnliches Bild zu erzeugen. Dies entspricht etwa der 1150-fachen Sprengkraft der Atombombe „Little Boy“, welche die USA 1945 über Hiroshima abgeworfen haben. Manche Schätzungen gehen sogar von bis zu 50 Megatonnen TNT aus. Dies wäre dann nahezu ein Wert, wie ihn die Explosion der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe, der „Zar-Bombe“, freisetzte. Nach den Ergebnissen von Computersimulationen an den Sandia National Laboratories in Albuquerque (New Mexico, USA) durch Mark Boslough und David Crawford 2007 könnte die Sprengkraft lediglich ein Viertel dessen betragen haben, also etwa 2 bis 4 Megatonnen TNT.[4] Grund dafür ist ein mächtiger heißer Luftstrahl, der nach der Explosion eines Kometen in der Höhe dessen Weg zum Boden fortsetzt und dort eine stärkere Druckwelle und höhere Temperaturen hervorruft.

 
 

http://de.wikipedia.org/wiki/Tunguska-Ereignis

2009-05-05 | achtphasen | 11:02:30 | Email | comment




 

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