hier: “Blowup"-Phänomen und Bondi-Akkretion

Bei der Anwendung der Theorie der Bondi-Akkretion (makroskopisches Materiesammeln im Umfeld eines Schwarzen Loches) kommen die physikalische Erscheinungsformen der Strömungen mit ins Spiel, welche bis heute mathematisch nicht vollständig verstanden sind und zu denen auch das Phänomen “Blow-up” bzw. der “Blow-up"-Solutions gehören kann. - ( Bei einem galaktischen Schwarzen Loch bzw. bei einem Aktiven Galaktischen Kern wurden vor kurzem von immerhin bis zu 14 unterschiedlichen Variabilitätsmustern berichtet.)

Eine Erwähnung, eine Diskussion und ein Ausschluss des “Blow-up"- Phänomens in Verbindung mit der Bondi-Akkretion sucht der interessierte Leser in der o.g. CERN-Arbeit von Giddings und Mangano vergeblich.

Hat das Blow-up-Phänomen nichts mit der Bondi-Akkretion zu tun oder wurde es schlicht vergessen ?

Im weiteren liste ich Zitate zum “Blow-up"-Phänomen aus dem Artikel “Turbulenzen um die FLUIDMECHANIK” aus Spektrum der Wissenschaft, Nr. 4/2009, von Dr. Thomas Sonar, sh. dort S. 78 - S. 87. In diesem Bericht wird die Modellhaftigkeit der gängigen Theorie deutlich gemacht , was insbesondere an der Struktur der beteiligten Differentialgleichungen liegt. Es wird derzeit immer noch nach einer zugehörigen Lösungstheorie gesucht.

Hier also beispielhaft die Zitate, die die theoretischen Unsicherheiten belegen:

“Wie aber soll man beweisen, dass zwei Antworten nahe beieinander liegen, wenn man noch nicht einmal weiß, ob es die ‘echte’ Antwort überhaupt gibt?”

“Es wäre aber auch schon unphysikalisch, wenn die - insgesamt endliche - Energie des Systems sich in der Umgebung eines einzigen Punktes konzentrieren und dort gegen unendlich streben würde. Dieses Phänomen nennen die Fachleute einen ‘blow-up’.

“Aber gibt es einen Mechanismus, der bei der Lösung der Gleichungen einen solchen ‘Blow up’ verhindern würde?” Mein Kommentar: Keinerlei erkennbare Diskussion bei G&M.

“Wir kennen andere nichtlineare Differenzialgleichungen, bei denen es blow-up-Phänomene durchaus gibt!”

Zur mathematischen Lösung: “Man begibt sich daher in einen größeren Funktionenraum, in dem es auch Funktionen mit Knicken und Sprüngen gibt.”

“Alle Versuche sind bisher gescheitert, denn je regulärer die schwachen Lösungen werden, desto mehr neigen sie dazu, so genannte  S i n g u l a r i t ä t e n  wie die in der Mitte des Wassereimers zu entwickeln.”

“Es gibt also zwei denkbare Lösungen des Clay-Problems. Man zeigt entweder, dass unter realistischen Annahmen eine für alle Zeiten glatte Lösung der Navier-Stokes-Gleichungen existiert, oder, dass  i m   A l l g e m e i n e n  ein blow-up auftritt.”


Kommentar: Wie aus der Quantentheorie bekannt ist, ist können physikalisch-mathematische Konstruktionen wie die virtuellen Photonen in der Realität sich in reelle Photonen umwandeln (dann sind sie also physikalisch vorhanden, zuvor unphysikalisch). Diese Wandlungsweise mag genauso aus naiver Sicht auch für das Blow-up-Phänomen gelten, d.h. folglich ist zu fragen:
Wird das makroskopische Akkretionsverhalten eines Schwarzen Loches durch Knicke und Sprünge (in einer Diagrammdarstellung) gekennzeichnet sein und daher im Gegensatz zu den Aussagen von G&M unvorhergesehen beschleunigt werden können ?

Wird daher die Rössler’sche Befürchtung einer überraschenden, überaus schnellen Akkretion irdischer, gewohnter Materie zutreffen können ??

Leider wird das Blow-up-Phänomen im o.g. Kerngutachten zum LSAG-Sicherheitsreport in keinster Weise aufgegriffen und als unzutreffend ausgeschlossen, wenigstens konnte ich derartige Hinweise bei G&M nicht vorfinden.

Das Papier CERN-TH_PH008-25 muß sich einer grundsätzlichen Kritik zu seiner Gültigkeit, d.h. zu den zugehörigen Wahrscheinlichkeiten des Zutreffens einzelner Theorien, der benutzten Modelle und der Berechnungen stellen können (z.B. gemäß den Aussagen von T. ORD, Oxford).

Eine solche, tiefergehende Untersuchung dieser Art ist mir unbekannt - sie ist angesichts der Bedeutung des Papiers CERN-TH_PH008-25 im Detail, wir mir scheint, absolut obligatorisch.

Die Richtigkeit der bei G&M benutzten Theorien erscheint als unantastbar - aus der Mainstream-Sicht. Fragestellungen jedoch, die zunächst als abseitig erscheinen mögen, könnten sich bei eingehenderer Untersuchung als entscheidend herausstellen.

Das Nichterwähnen eines theoretisch denkbaren Blow-up-Effektes könnte das Vertrauen in eine Zutreffenswahrscheinlichkeit der benutzten Theorien (hier Bondi-Akkretion) schmälern, weil es hier um die Theorievollständigkeit geht.

Wenn der Blow-up-Effekt bei G&M berücksichtigt sein sollte, müsste eine diesbzgl. klarstellende Aussage zumindestens dokumentiert und auffindbar sein.

Ebenso vermisst der Kommentator die angemessene Diskussion von Beobachtungsauswahleffekten (observation selection effects) im o.g. Kerngutachten des CERNs, d.h. eine eingehende Auswertung stellarstatistischer Daten.

Dazu zählt auch die Diskussion einer vorhandenen Dokumentation sog. “missing stars”. Zu einem älteren Sternkatalog wurden diesbzgl. ca. ein halbes Hundert Sterne als fehlend detalliert benannt. Bewertungen der Existenz derartiger Feststellung von fehlenden Sternen vorzunehmen, bleibt m.E. ebenfalls als unerledigte Aufgabe seitens CERN bestehen, um das Vertrauen von kritischen Laien zu erwerben.

Wenigstens konnte ich in den offiziellen CERN-Verlautbarungen zur Sicherheitsthematik keinerlei Erwähnung von “missing stars” vorfinden.

R.U. | Stand 15.04.2009 | Hervorhebungen im zitierten Text vom Autor

2009-04-16 | achtphasen | 00:55:02 | Email | comment




 

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