hier: Fragestellung zur Bondi-Akkretion bei Schwarzen Löchern

Ein Akkretionsvorgang bestimmt sich durch die Bewegung von Gasen bzw. Materie in Richtung auf das Schwerkraftzentrum - mit der Bewegung ist eine Strömung von Gasen verbunden. Nun stellt sich heraus, dass in der Strömungslehre die theoretischen Grundlagen nicht restlos verstanden sind - auf eine spezielle Detailfrage ist sogar ein Preis ausgesetzt.

(Nach T. ORD et al. ergibt sich die Wahrscheinlichkeit des Zutreffens bestimmter konkreter wissenschaftlicher Aussagen als Produkt der Wahrscheinlichkeiten des Zutreffens der Kalkulation, des Modelles  u n d  der Theorie. Dieser Grundsatzaussage sollte sich auch die o.g. CERN-Arbeit stellen - hier geht es mithin insbesondere um die Verläßlichkeit der benutzten Theorien.)

Da die Beschreibung des Strömungsvorganges bereits auf Theoriebasis nicht ganz abgesichert ist, wie unten im Zeitungsreport der Frankfurter Rundschau nachgelesen werden kann, überträgt sich bereits aufgrund naiver Vorstellung diese Ungewißheit auch auf die Bondi-Akkretion bei Schwarzen Löchern (also beim Einsammeln von Materie nahe dem Ereignishorizont).

Welche Unsicherheiten bzgl. der angegebenen Akkretionszeiten hieraus erwachsen können, wäre zunächst als zusätzliche Angabe im o.g. CERN Papier aufzusuchen - angesichts des ausserordentlichen Risikopotenzials kann dieser Teil der Theoriediskussion, auch wegen der daraus resultierenden Fehlerbreiten bei den Akkretionszeiten,  n i c h t  ausgelassen werden (Leider konnte ich darauf bezogene Aussagen im CERN-Papier nicht ausfindig machen.).
Dies gilt erst recht für eine von CERN offensichtlich beanspruchte worst-case-Betrachtungsweise. - Schlechterdings kann schwer davon ausgegangen werden, dass bereits in der Bondi-Akkretion die schwer mathematisch fassbaren Effekte der Turbulenzerscheinungen berücksichtigt wurden - dann sogar noch unter relativistischen Bedingungen.

Als Beleg für die speziellen Ungewißheiten in der Strömungslehre wird hier folgender Auszug aus der Frankfurter Rundschau vom 27. März 2009 zitiert:

Als Millennium-Probleme bezeichnet man die im Jahr 2000 vom Clay Mathematics Institut in Cambride (Massachusetts) festgesetzte Liste ungelöster Probleme der Mathematik. Es hat ein Preisgeld von je einer Million US-Dollar für die Lösung der sieben Probleme ausgelobt. Im folgenden …Beispiele.”

Die Navier-Stokes-Gleichungen beschreiben Flüssigkeiten und Turbulenzen in Flüssigkeiten ((u. Gasen)).

Also: Wie fließt die Luft über einen Flugzeug-Flügel? Welches Auto ist windschnittig? ‘Sobald es anfängt zu wirbeln, wird das sehr kompliziert’, sagt Ziegler. ‘Und die Theorie dazu ist löchrig.’ Wir sehen zwar, ob ein Auto windschnittig ist, aber wie man das exakt berechnet, und ob die Rechnungen dann wirklich stimmen, ist unsicher. ‘Dafür bräuchte man eine stimmige Theorie.’


Aus den Conclusionen des o.g. CERN-Fachpapieres wird der Leser hingegen schlussfolgern, dass in diesem Fachpapier eine stimmige Theorie benutzt würde - mir erwachsen Zweifel.

Die mit dem oben beschriebenen, mathematischen Problem verbundene Unsicherheit überträgt sich - schon nach einfacher Logik - auf das Akkretionsgeschehen bei einem black hole.
Daher ist die CERN-Sicherheitsstudie m.E. darauf hin zu untersuchen, ob diese theoretisch bedingten Fehlerquellen mitberücksichtigt wurden  u n d  ob die angegebenen Sicherheitsschranken bei G&M die fragliche Theorieunsicherheit aus der Strömungslehre bereits beinhalten.

Dies mag sich auch auf vorgeschaltete Akkretionsvorgänge - noch zeitlich vor der Bondi-Akkretion - erstrecken, wo auch strömungsähnliche Verhältnisse denkbar sind.

(Hervorhebungen und Klammervermerke (()) im Zeitungsartikel von mir.)

Der Autor dieses Artikel distanziert sich ausdrücklich von allen ad hominem vorgebrachten Äusserungen, die andere Personen zur LHC-Diskussion tätigen oder tätigten - nicht angehen darf, dass eine Diskussion mit der vorliegenden Bedeutungsschwere durch Abwertungen jeglicher Art beschädigt wird.

R.U.

2009-04-05 | achtphasen | 01:56:18 | Email | comment




 

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