Zu meinem Verständnisproblem zu Otto Rösslers bis dato unwiderlegter Theorie einer Raumausdehnung eines miniaturkleinen Schwarzen Loches und seiner Warnung vor einer daraus abzuleitenden Gefährdung der Erde hat Otto Rössler mit nachfolgenden Zeilen geantwortet und zur Veröffentlichung freigegeben:
Die Raumvergrößerung ist aussen davor! Um das kleine Ding herum ist außen ein unendlicher Raum gepackt. Nur seitlich ist er von oben gesehen komprimiert, sodass er nur in der vertikalen Richtung erkennbar ist von aussen. Niemand hat das bisher widerlegen können. Dieser unendliche Abstand ist schuld, dass die Verdampfung eine unendliche Strecke vom Horizont bis nach aussen zurücklegen muss und dadurch unendlich verzögert ist (neben unendlicher Schwäche durch unendliche Rotverschiebung). Pardon, dass ich das nie klarer gesagt habe!
Und auf die Frage, wie denn eine unendlich weit entfernte Singularität eine Gefährdung für Dinge der uns gemeinsamen 3+1D-Realität sein könne - eine Verständnisfrage, die ganz offenbar auch Nicolai und Giulini sich gestellt haben - und auch Ralf Kannenberg - und wohl noch andere - hat Otto Rössler nachfolgende poetische und sehr verletzliche Erklärung geschrieben und zur Veröffentlichung freigegeben:
Ja, Du legst Deinen Finger auf wichtige Fragen. All das, was wir hier besprechen, tritt erst jenseits (innerhalb) eines Radius von 1,5 mal dem Schwarzschildradius auf. Und gilt nur bis hinunter zu 1,0 mal dem Schwarzschildradius, bleibt also in der Aussenwelt.
Innen (zwischen Null und dem Schwarzschildradius) gibt es dann eine Singularität zu besichtigen, falls man hineinfällt in ein genügend großes (ca. 1 Lichtjahr Schwarzschildradius aufweisendes) Schwarzes Loch. Allerdings gibt es dann im Inneren drei Zeitdimensionen und eine Raumdimension. Und die Singularität darin ist etwas Zeitliches, nicht etwas Räumliches. Dort im Innern angekommen dreht sich die Zeitrichtung um und man kommt automatisch wieder heraus, alerdings eben nicht als Blume (Raumgebilde) sondern als Melodie (Zeitgebilde) sozusagen, um dann am Horizont, den man von innen überschreitet, wieder zur Blume (genauer: Astronautin) zu werden. Das alls ist bekannt, wenn auch selten besprochen.
Nur - und das war bisher offenbar übersehen worden: Schon wenn man nach endlicher Zeit (Fallzeit) zum ersten Mal unten ankommt, ist in diesem Augenblick in der Außenwelt, aus der man kommt, bereits unendlich viel Außenzeit vergangen. Ob man gleich umdreht am Horizont, was leider unendliche Beschleunigung mit sich brächte, oder erst nach innen (als Melodie) wandert und an der Singularität sanft durch Zeitumkehr umkehrt und wieder zur Blume/Astronautin wird beim Herauskommen, macht keinen großen Unterschied mehr: für die Rückreise in endlicher Eigenzeit bis zum Ausgangspunkt, an dem man den freien Fall in Richtung Schwarzes Loch begonnen hatte, vergeht in beiden Fällen “nur” noch nocheinmal unendlich viel Zeit für die außen Wartenden.
Das ist alles bekannt, wird nur aus historischen Gründen meist nicht so ausführlich dargestellt und daher in der Tat meist übersehen. Das mit der unendlichen Wartezeit draueßen auch für den spiegelbildlich kurzen Rückweg, steht glaube ich nirgends, obwohl es “im Prinzip wohlbekannt” ist oder wenigstens sein solte.
Doch das ist alles nicht revolutionär oder neu (nur überraschend für die meisten Fachleute, die sich dann aber beruhigen). Das Neue ist das, wonach Du fragst: Wo steckt der unendlich vergrößerte Außenraum, zu dessen Durchquerung (runter oder zurück) man unendlich lang braucht für die außen Wartenden, wenn auch micht mit der beim Fallen getragenen eigenen Armbanduhr?
Und wie kann es sein, dass man diese unendliche Entfernung in endlicher Zeit überbrückt für einen selbst (nicht für die Umstehenden)? Und wie kann es sein, dass, wenn die Entfernung wirklich unendlich ist und man selbst nur eingefroeren auf dem Weg dorthin oder von dort, der Raum nicht auch von oben gesehen in der QQuerrichtung unten unendlich erweitert ist, sondern nur in der Fall (bzw. Auftauch)richtung) in sichtbarer Weise? Das liegt, wie Du schon gesehen hast, an der Raumverzerrung. Obwohl unten alle Raumzellen (z.B. Atome im Raum) gleichmäßig nach allen Richtungen vergrößert sind, sind sie von oben gesehen nur in der Längsrichtung vergrößert, aber in der Querrichtung scheinbar unverändert. Man nennt das eine anisotrope (ungleichmäßige) optische Verzerrung. Das ist zum Beispiel bei der berühmten Lorentzkontraktion auch so: Bewegte Stäbe und Autos sind verkürzt. Aber merkt man das im Inneren des Autos? Nein. Weil die
Projektion zwischen dem verkürzten Auto und seiner Umwelt anisotrop ist, sind die Gegenstände anisotrop verzerrt. Das ist etwas Normales in der Relatiivitätstheorie. Es wurde nur meines Wissens bisher nie extra erwähnt.
Und natürlich ist die hier zum Tragen kommende “Marmet-Expansion” als Gegenstück zur Lorentz-Kontraktion bisher weitgehend unbekannt geblieben. Dennoch ist es keineswegs so, dass sie unbekannt wäre. Werner Israel sah etwas Ähnliches, und natürlich Dieter Fröhlich und Heinrich Kuypers im Tübinger Arbeitskreis (sogar wie man feststellen könnte, wenn es wichtig genug wäre, wahrscheinlich etwas früher). Die ersten Ideen tauchten in der Chaosvorlesung auf, vielleicht schonn vor 20 Jahren. Aber das ist unwichtig. Wichtig ist nur, ob es stimmt. Vor 16 Jahren und länger hat Walter Greiner den entscheidenden Schritt bei der speziellen Relativitätstheorie, die dahinter steckt, schon getan (in seinem Lehrbuch von 1993, erster Band). Und davor schon in den Zwanzigerjahren Arnold Sommerfeld 8y (wie in Kuypers’ und meiner Arbeit von 2005 erwähnt). Wirklich neu ist das also alles nicht. Es gehörte nur bisher in den Bereich der “normalen”
Relativitätsphysik, wo normale schrittweise Verbesserungen des Verstehens ausgearbeitet werden in allen möglichen Richtungen und man im Allgemeinen Jahrzehnte Zeit hat, bis sich eine Verbesserung genügend Anhänger verschafft hat (üblicherweise unter dem Aussterben der dem alten Bild Anhängenden, wie Max Planck zu sagen pflegte). Also zwar aufregend, aber nicht sehr aufregend.
Hier kommt jetzt nur eine Anwendung ins Spiel: Ohne den “LHC” wäre das alles normales Gehacke, wo man sich auf die langsam aber normalerweise verlässlich arbeitenede Zukunft verlassen kann. Nun muss auf einmal sofort entschieden werden. Denn das Ding hat Bedeutung für ein geplantes, fast fertiges Bömbchen (oder etwas viel Schlimmeres als eine Bombe).
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Rössler und Landua im PM-Interview
2009-03-25 | achtphasen | 01:41:43 |
| 3 comments
galileo2609 hat Folgendes geschrieben:
Das 2007er paper, das Rössler als wissenschaftliche 'Quasi-Legitimation' zur Ermächtigung in der LHC-Bedrohungsdebatte heranzieht, wurde nun offenbar von den Journalen abgelehnt, denen Rössler sein paper angeboten hat: nature (!), Science (?) und Zeitschrift für Naturforschung (?). Das 2007er paper wurde aber anlässlich des Besuchs von Rössler per Vermittlung von Landua einem ausserordentlichen peer review durch Nicolai/Giulini unterzogen. Und fiel durch. Dieses Urteil hat Rössler nie akzeptiert. So weit so gut.
Nun haben wir die 2009er Korrektur des 2007er paper vorliegen, durch die sich Rössler noch einmal retten will. Auch wenn die Ergänzung bereits in unserem bescheidenen Diskussionsforum durchgefallen ist, muss das ja noch nicht das endgültige Urteil über Rösslers Revision bedeuten.
Und deshalb frage ich noch einmal ganz explizit:
1. Wo hat Rössler das 2009er (revidierte) paper eingereicht?
2. Wenn nicht, warum nicht?
3. Glaubt Rössler, eine nennenswerte Downloadzahl seines PDF reicht aus, um die wissenschaftliche Gemeinde ins 'Boot geholt' zu haben?
4. Glaubt er an eine 'Holschuld' von CERN und anderen Physikern?
5. Warum veröffentlicht Rössler das 2009er paper nicht zumindest auf arXiv.org, um ein grösseres Fachpublikum zu erreichen?
6. Angesichts seines 'Rettungspotentials', warum beauftragt Rössler nicht kompetente Gutachter?
7. Warum finanzieren die 'LHC-Kritiker' nicht solche Gutachten? Z. B. aus dem Spendenkonto von MG?
8. ... (Erweiterung vorbehalten)
galileo2609 hat Folgendes geschrieben: Und bitte dabei beachten, dass diese Diskussion nur noch von akademischem Interesse ist, da Rösslers Bedrohungsszenario durch die Sicherheitsabschätzungen des CERN total gedeckelt ist. Wir wollen das aber für den Fall klären, dass Rössler auch zukünftig noch ein paar Mikrofonhalter mobilisieren kann, die ihn auf den Boulevard zurückholen