Am 27. Dezember 2004 um 22:30:26 MEZ wurde ein spektakulärer Strahlungsausbruch („Superflare“) des Soft Gamma Repeaters SGR 1806-20 beobachtet, der sich in der Nähe des galaktischen Zentrums der Milchstraße in 50.000 Lichtjahren Abstand befindet.

Die auf der Erde eintreffende Leistung von harter Gammastrahlung übertraf für etwa 0,1 s die des Vollmondes im sichtbaren Spektralbereich. Damit handelte es sich hinsichtlich der Strahlungsleistung um das hellste Objekt außerhalb des Sonnensystems, das jemals beobachtet wurde. Innerhalb von 0,1 s wurde soviel Energie abgestrahlt, wie die Sonne in 100.000 Jahren umsetzt. Diese Energie war etwa hundertmal stärker, als die aller Magnetar-Ausbrüche zusammen, die in der Milchstraße jemals beobachtet wurden. Nach etwa 0,2 s ging der Gamma-Blitz in weiche Gamma- und Röntgenstrahlung über. Hätte sich dieser Ausbruch in einem Abstand von 10 Lichtjahren ereignet, hätte er auf der Erde ein Massensterben oder Massenaussterben auslösen können.
Diese großen Ausbrüche führt man auf großräumige Umordnungsprozesse des instabil gewordenen Magnetfeldes zurück, wie sie sich qualitativ ähnlich auch auf der Sonnenoberfläche ereignen und dort die so genannten Flares erzeugen. Danach würde die beobachtete hochenergetische Strahlung von einem Feuerball aus heißem Plasma auf der Oberfläche des Magnetars ausgesandt, der für einige Zehntel Sekunden durch das starke Magnetfeld lokal gebunden ist, was Feldstärken über 1010 Tesla erfordert. Die Intensität der ausgesandten Strahlung wird auch damit in Verbindung gebracht, dass die Strahlung diesen Feuerball ungehindert durchdringen kann, da das starke Magnetfeld die freien Elektronen daran hindert, mit der elektromagnetischen Welle zu schwingen.
Zu dem Sternenbeben kam es wahrscheinlich durch Magnetfeldlinien, die so stark verzerrt waren, dass sie schließlich die Kruste auseinander rissen.
Astronomen interessieren sich allerdings vor allem dafür, was sich im Inneren eines Neutronensterns befindet. Nach Meinung vieler Forscher könnten sich im Zentrum der extrem dichten Überbleibsel von Supernova-Explosionen exotische Formen von Materie befinden, zum Beispiel freie Quarks. Um das herauszufinden, wäre allerdings eine noch heftigere Explosion notwendig als die vom Dezember 2004.
2008-12-27 | achtphasen | 22:30:26 |
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