Marc Fasnacht machte mich darauf aufmerksam, dass ich doch besser auf die Publikation des KET (Komitee für Elementarteilchenphysik) www.ketweb.de/ - „Stellungnahme der KET zu schwarzen Löchern am LHC“ - antworten solle, da meine Antwort an Giulini und Nicolai http://www.achtphasen.net/index.php/plasmaether/2008/08/06/otto_e_rossler_offener_brief_an_nicolai__1 „unverständlich kurz“ wäre. Ich bin ihm für diese Kritik und Anregung sehr dankbar.
Meine Antwort besteht aus zwei Teilen, einem auf mich zurück bezogenen (autistischen) und einem die Menschheit als Ganzes einbeziehenden, wohlwollenden) Teil I und Teil II.
TEIL I: Die drei sachlich falschen Stellungnahmen gegen einen einzelnen im KET - Report:
1) „Seine (Rösslers) Behauptungen beruhen … auf falschen und widerlegten Annahmen.“
2) „Rössler benutzt zwar Formeln der Allgemeinen Relativitätstheorie, aber wendet sie so an, dass sie im Widerspruch zu experimentellen Ergebnissen stehen. Zum Teil sind seine Interpretationen schon 1915 experimentell widerlegt worden.“
3) “Rössler negiert die Grundlagen der Physik.”
Diese 3 Behauptungen sind starker Tobak. Am gewichtigsten ist die öffentliche Aussage, meine Ergebnisse stünden im Widerspruch zu experimentellen Fakten, denn diese sind ja die Grundlage der Physik.
Alle drei gehen auf die (von KET nicht zitierte) erste Stellungnahme des Albert-Einstein-Instituts gegen mich http://environmental-impact.web.cern.ch/environmental-impact/Objects/LHCSafety/NicolaiComment-en.pdf zurück.
Sie wurden nach meinem Nachfragen beim Autor, wie er auf diese unzutreffenden Behauptungen komme, in der darauf folgenden zweiten Stellungnahme aus demselben Institut (Giulini und Nicolai), die allein vom KET zitiert wird http://www.ketweb.de/stellungnahmen/20080730_Antwort_von_Prof_Dr_Hermann_Nicolai_und_Prof_Dr_Domenico_Giulini.pdf zu meiner Erleichterung nicht mehr wiederholt. Das KET steht also mit leeren Händen vor der Öffentlichkeit.
Zu dem zweiten AEI-Gutachten, das keinen Sachvorwurf mehr enthält - nur noch Meinungsvorwürfe wie “falsche Interpretation” (mit denen ich leben kann, da meine neue Interpretation ja umgekehrt die Falschheit gängiger Interpretationen behauptet, sodass es kein Wunder ist, dass sie von den Vertretern der bisherigen Lehrmeinung als falsch empfunden wird) -, habe ich bereits öffentlich Stellung genommen wie erwähnt und habe zu dieser Erwiderung bislang keinen Widerspruch bekommen. Ich darf also momentan davon ausgehen, dass die Behauptung, meine neue Interpretation der radialen Schwarzschildmetrik widerspräche „experimentellen Tatsachen“ nicht länger der Öffentlichkeit gegenüber aufrechterhalten wird. (Die Behauptung von Giulini und Nicolai, dass eine, wie sie sagen nicht geänderte Schwarzschildmetrik geänderte Planetenbahnen nach sich zieht, darf ich übergehen.)
Es folgt, dass derzeit kein Fachmann die Behauptung aufrechterhält, meine von der Fachwelt als mathematisch zulässig anerkannte neue Interpretation widerspräche experimentellen Tatsachen. Solange nur noch Meinungsunterschiede bestehen, ist die Versuchung zu kränkenden Äußerungen in der Hitze des Gefechts um so größer - wie im Sport, wo man sich auch nachher die Hand gibt. Denn wie dort gilt auch hier der schöne Spruch: “Wissenschaft ist Freundschaft".
Damit sehe ich die KET - Angriffe gegen einen einzelnen Sparringpartner als in ihrer Substanz (nicht ihrem Ton) widerlegt.
TEIL II: Die vier sachlich falschen Stellungnahmen gegen die Öffentlichkeit im KET - Report:
1) „Unter keinen Umständen aber würde eine Gefahr von ihnen (Mini-Schwarzen-Löchern am CERN) ausgehen. Dies ist in zahlreichen Untersuchungen unabhängiger Experten nachgewiesen worden.“
2) “Experimente und Beobachtungen zeigen: der LHC ist sicher.”
3) „Die spekulativen Mini-Schwarzen-Löcher am LHC … bedeuten … auf keinen Fall eine Gefährdung unserer Existenz.“
4) „Aus den kosmischen Beobachtungen folgt, dass von den eventuell am LHC produzierten Schwarzen Löchern keine Gefahr ausgeht.“
Die ersten drei dieser vier Punkte sind bereits durch Teil I widerlegt. (Denn andere Experimente als die dort indirekt zitierten, die eine falsche Annahme von Max Abraham aus dem Jahre 1915 widerlegen, die von mir nie zitiert oder unterstützt wurde, gibt es wie gesagt nicht.)
Doch der vierte Punkt ist wichtig. KET sagt unmittelbar als nächsten (optisch herausgestellten) Satz: „Zu diesen allgemeinen Untersuchungen vermeidet Rössler eine Stellungnahme.“ Das genaue Gegenteil trifft zu: KET und CERN und A.E.I. vermeiden jede Stellungnahme zu meiner diesbezüglichen, bereits Ende Mai CERN vorgelegten und seit Anfang Juni auf dem Internet (und seit Juli gedruckten) Widerlegung von Punkt 4! Siehe www.wissensnavigator.com/documents/spiritualottoeroessler.pdf , letzter (siebter) Punkt dort.
Meine dortige Widerlegung des jetzigen Trumpf-Arguments von KET wurde, wie dort nachzulesen, bereits unmittelbar nach ihrer Auffindung von einem amerikanischen Spezialisten für makroskopische Quanteneffekte mit einschlägigem Nobelpreis, dessen Name dem CERN bekannt ist, im Gespräch akzeptiert. Und sie wurde darüber hinaus von CERN - Mitglied Rolf Landua in unserem Gespräch am 4. Juli insofern anerkannt, als er und ich gemeinsam erkannten, dass dieses Resultat nicht nur theoretisch wohlbegründet ist, sondern darüber hinaus sogar in einem gemeinsam ausgedachten Experiment am CERN (mit seinen weltgrößten Vorräten an superflüssigem Helium) empirisch überprüfbar ist: Schnelle Teilchen sollten in normalflüssigem Helium einen messbar größeren Wirkungsquerschnitt haben als in superflüssigem. Ich freue mich auf unsere diesbezügliche gemeinsame Publikation, falls CERN dieses separate Experiment macht.
Mit anderen Worten: Es gibt ein überprüfbares aber noch nicht überprüftes, hochkarätiges quantenmechanisches Gegenargument zu der öffentlichen Sicherheitsbehauptung des CERN und des KET. Darf die Öffentlichkeit über diese Tatsache weiter im Unklaren gehalten werden?
Schlussbemerkungen
Ich behaupte nicht, dass ich Recht habe - weder mit meinem allgemein-relativistischen noch mit meinem quantenmechanischen Argument. Ich glaube nur, dass ich verlangen darf (und in Anbetracht der Wichtigkeit der Frage vielleicht sogar verlangen muss), doch bitte widerlegt zu werden, bevor der LHC - die ersten Kollisionen sind seit vorgestern möglich - auf Touren kommt. Anfang September könnte es so weit sein.
Ich stelle die öffentliche Frage: Können KET und CERN und A.E.I. endlich dem Vorwurf widersprechen, dass hier eine „gefühlte Sicherheit von vielen Fachleuten“ gegen den vorgelegten “Beweis einer Sicherheitslücke durch einen Außenstehenden“ ausgespielt wird?
Denn mit Entsetzen darf man nicht Scherz treiben. Einstein sagte im Alter zu Linus Pauling: „Ich habe in meinem Leben einen Fehler gemacht.“ Wenige Menschen haben nur einen Fehler im Leben gemacht. Wir wissen, welchen er meinte (dass er nicht kreativ genug versucht hatte, den Atombombenabwurf zu verhindern, denn es war ja seine Verantwortung). Diesmal liegt es an uns allen, Fachleuten wie Laien, dass ein Fehler derselben Art, nur größer, vermieden wird.
Wer von Ihnen kann mithelfen, dass eine fachübergreifende Sicherheitskonferenz zustande kommt? Das IIAS (International Institute for Advanced Studies in Systems Research and Cybernetics) wird die Organisation übernehmen. Aber irgendjemand muss (vom Geld, das auch noch fehlt, abgesehen) noch wirksam „Bitte“ sagen, damit die viel beschäftigten urlaubenden Fachleute sich rechtzeitig in den nächsten zwei Wochen an einem Punkt zusammenfinden und dort energisch konzentrieren.
Herzlich Ihr Otto E. Rössler
2008-08-11 | achtphasen | 20:29:32 |
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