- Stellungnahme eines sich betroffen fühlenden, fachlichen Laien -
Das Risiko von künstlichen Kollisionen von Elementarteilchen wurde durch CERNMitarbeiter
bereits in 1999 beziffert.
Dazu zitiere ich aus dem CERN-Papier CERN-TH/99-324 (DAR, RUJULA, HEINZ)
folgende Aussage: “… safe to run RHIC for 500 million year". Diese Bezifferung ist auch
nach neun Jahren sehr zu begrüßen. Meine hier vorgenommene Umrechnung in ein jährliches
Risiko von 1:500.000.000 bedeutet angesichts bereits diskutierter, möglicherweise
international einvernehmlich verabschiedbarer Werte zu einem globalen Totalrisiko
in der Höhe von 1 : 10 hoch 15 oder auch 1 : 10 hoch 21
(sh. bitte bei Sir Martin REES, ‘Unsere letzte Stunde’, S. 139; deutsche Ausgabe 2003 )
ein Überschreiten dieser scheinbar großzügig anmutenden Risikogrenze um einen
Faktor in der Größenordnung von Millionen oder noch mehr!
Das soll verantwortbar sein ? Ich sage nein.
Das o. bezifferte Totalrisiko von deutlich höher als 1 : 1 Milliarde kann nicht der Mehrheit
der Menschen zugemutet werden, wie ich bitte meine.
Der diskutable Risikowert, von RUJULA u.a. in der oben genannten Höhe von resp.
1:500.000.000 jährlich angegeben, kann zudem noch auf völlig andere Weise, als in der
Veröffentlichung CERN-TH/99-324 dargestellt, plausibilisiert werden, z.B. über qualifizierte
abzufragende Meinungsbilder der einschlägig hochqualifizierten Experten aus der
Theoretischen Physik.
Ich möchte behaupten, wenn man zielorientiert vorgeht, werden auch Schätzwerte aus einer
Risikobeurteilung tatsächlich erlangt werden können - nur man muss den Mut auch dazu
haben, sich über die Risikobedingungen zu informieren und diese auch zu quantifizieren; dies
kann gelingen, in dem Statistik, Stochastik und die Wahrscheinlichkeitsrechnung
als Hilfsmittel herangezogen werden, so z.B. werden Fehlerbetrachtungen,
Wahrscheinlichkeitsintervalle und schließlich konkrete Risikoangaben erreichbar gemacht.
Die LSAG/LHC-Safetyreports von 2003 und aktuell vom 20.06.2008 vermeiden eine
Bezifferung des Risikos, da ansonsten sofort der Öffentlichkeit deutlich wird, dass zwar das
Risiko für die Experimentatoren persönlich selbst tragbar ist, nicht aber für die Mehrheit der
übrigen Bewohner auf der Erdoberfläche. - Im jüngsten Report (20.06.2008) werden z.B. die
Gefahren aus “relics” nicht qualifiziert und quantifiziert; (relics sind seit 2006 mittlerweile zur
technischen Energiegewinnung als Patent angemeldet, Prof. Horst Stöcker, vormals Uni
Frankfurt).
Das Wort Restrisiko ist zudem zur Beurteilung des LHC-Experimentes wenig brauchbar,
weil es eine Beiläufigkeit suggeriert - ein nicht wiederholbares, ultimatives
Risiko muss a n d e r s benannt werden. Ich schlage vor: Ultimatives Risiko.
Ein Restrisiko kann man verantworten - ein ultimatives Risiko führt u.U.
nicht mehr zur Wahrnehmung der Verantwortung. Man kann sich dies bewusst machen.
Die im deutschsprachigen Raum bereits öffentlich angeregte Sicherheitskonferenz oder eine
gleichwertige Maßnahme ist - sachlich gesehen - unausweichlich, auch für zukünftig
mögliche, gleichgelagerte Fälle. Die Methoden und Verfahren im Falle von Ungewissheiten
zu Risiken bedürfen der Festlegung und einer verbindlichen Übereinkunft, so dass die Freiheit
der Forschung nachprüfbar und angemessen ausgeübt werden kann.
In diesem Zusammenhang ist ein Hinweis auf Informationen, die Herr Dr. Andreas Müller,
München, unter “Was darf Forschung” im Internet (www.kosmologs.de) veröffentlicht,
weiterführend; diese Informationen beschreiben in Kürze einen grundsätzlichen Sachstand
zum Thema und zeigen an, dass das Begehren der LHC-Kritiker nach einer
Sicherheitskonferenzen nicht aussichtslos ist. Die Ernsthaftigkeit des Anliegens zum
Sicherheitsaspekt von Forschung wird hier konstruktiv deutlich, d.h. Werterhaltung und
Werteförderung stehen unausgesprochen oben an.
Mit einem Ausschluss einer Risiko-Bezifferung öffnet man ungewollt einer möglicherweise
unbedachten Willkür weit die Tore, da sonst die Nachprüfbarkeit der risikobelasteten Inhalte
eines Forschungsprojektes leidet, wie aktuell zu erleben ist.
Daher muss das LHC-Experiment zunächst risikomäßig konkret beziffert werden, ehe kritisch
hohe Energiewerte im Experiment erreicht werden . Man kann n i c h t verantworten,
ohne ausreichende Nachweise zum Risikowert ein möglicherweise ultimativ gefährliches
Experiment zu starten.
Eine Aussage, ein Risikowert ist nicht seriös zu ermitteln, ist einem Ausweichen vor der
Realität gleichzusetzen. Wer konkrete Risikowerte sucht, findet auch tatsächlich gangbare
Wege zu bezifferten Angaben, gerade unter Berücksichtigung und Benennung von
Wahrscheinlichkeitsbreiten und Fehlerangaben, die belegt werden können.
Das persönliche Risiko der Experimentatoren wird auch den übrigen, nicht beteiligten
Menschen zugemutet, die n i c h t von CERN bezahlt werden. Diese aktuellen Umstände
bedürfen meiner Meinung nach dringlichster Nachbesserung, was nicht zuletzt auch eine gute
Übung im demokratischen Miteinander darstellt.
Für mich persönlich z.B. gilt: Ich will das Risiko des Experimentes und das persönliche
Risiko der Experimentatoren nicht auf mich übertragen lassen, solange die
Experimententscheidungen zu einem möglicherweise globalen Schaden - infolge des
überholten Immunitätsstatus und des Sonderrechtsstatus - a l l e i n CERN obliegen, also
eine einseitige Interessensentscheidungen sein können.
Wie Herr Dr. Andreas Müller (www.kosmologs.de) selbst verdeutlich, muss Verantwortung
ausgeübt werden - beim vorliegenden Gefahrenverdacht wird im Ernstfall auch kein
Verantwortungsfall mehr gegeben sein können.
Da CERN-Mitarbeiter selbst eine Risikobeurteilung bereits in 1999 abgegeben haben,
reicht für die weitere Beurteilung des Vorganges zunächst dieser veröffentlichte Risikowert
aus, o h n e auf ein Rösslersches Theorem oder weiterer fachlicher kritischer Beurteilungen
von CERN-externen Wissenschaftlern unbedingt angewiesen zu sein.
(Zum Rösslerschen Theorem ist mit Sachstand von heute morgen anzumerken, dass Herr Dr.
Andreas Müller dies erfolgreich widerlegt zu haben meint, während hingegen ein konkretes
Experiment mit dem speziellen Ziel der Falsifikation noch nicht bekannt ist, das soll heißen:
Ein beidseitig einer Strecke bereits durchgeführter zeitlich synchron vorgenommener
Messvorgang mit Laufzeitmessung und mit ausreichender Messgenauigkeit ist derzeit noch
nicht benannt; es liegen jedoch diffizile Streckenmessungen aus unterschiedlichen
planetarischen Missionen vor, die zumindestens nicht die von Herrn Prof. Dr. Rössler
genannte Raumdilation sofort erkennen lassen, wie zur Zeit in den öffentlichen Foren
nachlesbar ist.)
Autor: Rudolf Uebbing, Dortmund
(Zusammenfassung meiner Kosmologs-Einträge bis 17.07.2008)