- Höchstenergieexperimente vorab nur mit Linearbeschleuniger -
(hier zum Thema LHC/CERN - Gedanken eines fachlich interessierten Laien)

 
 
Die hier vorgetragene Idee muss sehr alt sein - vielleicht belebt sie dennoch in konstruktiver Weise die Diskussion in der Folge eines bislang nicht überzeugend ausgeräumten Gefahrenverdachtes.
 

Stichworte:
Diskussionswürdige Neudisposition für das LHC-Hochenergieexperiment beim CERN, unter Aufrechterhaltung der erbrachten Investitionswerte - dies für den Fall einer notwendigen, energetischen Begrenzung der akut anstehenden Experimente in dem Ringbeschleuniger, d.h. Hochenergieexperimente im TERA-eV-Bereich bis auf weiteres  n u r  mittels Linearbeschleuniger riskierbar; z.B. mittels eines künftigen ILC (International Linear Collider) - weil dort Teilchenbeschuss nur auf ‚ruhende’ Teilchen stattfindet.

 
In den asiatischen und in den amerikanischen Forschergemeinschaften könnte der ursprünglich für Schleswig-Holstein geplante große TESLA-Linearbeschleuniger (kein  R i n g beschleuniger) ausreichend interessant sein und von ihnen, also evtl. aussereuropäisch angesiedelt, weiter realisiert werden.
- Die beteiligten Physiker (z.B. im ICFA , International Committee for Future Accelerators) sind offenbar schon sehr lange mit der Thematik beschäftigt.
 
Vorhergehende, fertige Detailplanungen zum TESLA-Linearbeschleuniger im Hamburger Norden, wo diese Teilchenkanone ca. 33 km lang werden sollte, könnten doch übernommen werden und bräuchten nur mit verringertem Aufwand fortgeschrieben zu werden (Kostensenkung).
 
Die ggf. beschlossene Stilllegung des TESLA-Projektes in Deutschland könnte in anderer Hand, an einem anderen Ort, rückgängig gemacht und das Projekt eines Linearbeschleunigers könnte, neu und noch leistungsfähiger gestaltet, wieder aufleben.
Sicherlich wird dieses o.ä. schon lange im Gange sein; wer weiss, bitte, den jüngsten Sachstand ?
 
Nach Auswertungen der Experimente mit einem neuen großen Linearbeschleuniger (ILC) wäre, auf  e x p e r i m e n t i e l l e r  Basis untermauert, die Risikobeurteilung zum LHC/CERN aktualisiert fortzuschreiben.
 
Experimentiell erzeugte Ergebnisse aus den derzeitigen TEVATRON-Projekten sind wohl grundsätzlich nutzbar, um schon veröffentlichte Gefährdungsbeurteilungen zu ergänzen.
Angesichts des bislang unzureichend beschriebenen Restrisikos des LHC erscheint mir es möglich und angemessen zu sein, wenn die tätigen Entscheider im CERN ihre Stimme und Unterstützung einem solchen Lösungsweg, d.h. unter anderem eine vorläufige Selbstbeschränkung, darböten.
 
Damit wären die bislang erreichten Energieschwellen praktikablerweise am LHC vorerst einzuhalten und die Experimente könnten grundsätzlich unter dieser Zusage starten.
Mit Bedacht und Sorgfalt wären dann ohne Zeitdruck die bisherigen, unvollständigen Risikoanalysen zu ergänzen und zu verfeinern (sh. die m.E. unvollständigen Safetyreports des CERN v. 2003 und 2008, auf den Web-Sites des CERN).
 
Eine Neubeurteilung ergäbe dann vielleicht ein nachgewiesenes und belegtes Restrisiko mit einem ausreichend sehr, sehr kleinen Wert bei Null, mithin vertretbar - wenn noch zuvor auf einer höheren politischen Ebene, einem internationalen Gremium, ausserhalb der Physikergemeinschaft, jedoch unter deren maßgeblicher Mitwirkung, die Festlegung der
a) zugehörigen methodischen Bestimmungen / Verfahren zu einer Gefährdungsbeurteilung im Falle von Ungewissheit
und
b) eines einvernehmlich akzeptierten Wertes zu einer Obergrenze eines Restrisikos international verbindlich vorgenommen würde.
 
D a s  P r o b l e m  s t i l l s c h w e i g e n d  z u  ü b e r g e h e n  w ä r e  d e r  f a l s c h e  W e g .
 
Ergänzend zu einer technischen Begründung ist hinzuzufügen
- soweit ich als interessierter Laie informiert bin -,
 
a) werden bei einem Linearbeschleuniger nur an einem Ende der Beschleunigungsstrecke die Kollisionseinrichtungen mit den Detektoren installiert, so dass nur aus einer Richtung der Teilchenbeschuß erfolgt, somit also nur nahezu ruhende Teilchen mit Hochgeschwindigkeitsteilchen zur Kollision gelangen.
 
b) ist das Risiko entstehender neuer Teilchen erheblich geringer, weil deren Verweilzeit aufgrund der enormen Impulsübertragung im Schwerefeld der Erde gering ist (leider auch damit die Beobachtungszeit in den Detektoren geringer ist; dies fordert die technische Entwicklung der Detektoren heraus),
 
c) entspricht die Experimentalsituation des ILC in der Tat sehr genau dem, was CERN oder andere für den LHC fälschlicherweise gern auch als Entwarnungssignal aufführen, nämlich, dass diese Art von Kollisionen auf der Erde stattfinden, in der Natur, und zwar seit Jahrmilliarden.
 
Insoweit könnte meiner Meinung nach mittels eines ILCs das Problem des LHCs vorweg mit großer Aussagekraft neu beurteilt werden. - Dies setzt jedoch eine verstärkte, internationale Zusammenarbeit - über Europa hinausgehend - voraus, weil aus der EU ff vermutlich die Investitionsmittel für eine Projektdurchführung wegen des in Europa schon vorhandenen LHCs nicht mehr bereitgestellt werden.
 
Festzuhalten ist:
Zur Zeit (6.7.2008) besteht nicht nur aus laienhafter Sicht ein noch unausgeräumter Gefahrenverdacht.
 
Die spekulative Frage sei erlaubt:
Wird es nachher an anderer Stelle im Universum heissen, wenn eine technische Zivilisation  z u e r s t  einen Linearbeschleuniger für über TERA-eV große Hochenergieexperimente benutzt,  d a n n  hat sie Glück gehabt ?
 
Aus laienhafter Sicht und aus den plausiblen Argumenten um bestehenden Gefahrenverdacht erscheint bereits die falsche Reihenfolge in der internationalen Realisierung der genannten Projekte LHC und ILC stattgefunden zu haben…
 
Ein Grund: Der LHC bietet auf Grund der übrig bleibenden  k l e i n e n  Restgeschwindigkeiten der Kollisionsprodukte erheblich längere Beobachtungszeiten, um die entstehenden neuen Teilchen ausführlicher zu studieren. -
 
Übergroßer Wissensdurst könnte gelegentlich auch schaden.
Die Gefahrenabwägung verlangt jedoch eine logisch verständliche und abgesicherte Reihenfolge von Erkenntnisschritten.
 

Rudolf Uebbing, Dortmund; rudolfuebbingdo at aol.com, Stand: 6. Juli 2008

2008-07-06 | achtphasen | 14:32:51 | Email | comment




 

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