Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
Die eine will sich von der anderen trennen;
Die eine hält, in derber Liebeslust,
Sich an die Welt, mit klammernden Organen;
Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
Zu den Gefilden hoher Ahnen.

Johann Wolfgang Goethe | Faust | Der Tragödie erster Teil | Vor dem Tor | 1112-1117 | Reclam Universal-Bibliothek | ISBN 978-3-15-000001-4

2010-01-19 | achtphasen | 10:21:49 | Email | 2 comments




 

Comment from: Klaus-Dieter Hermeling [Visitor]
An die Blogger dieses "Ortes",
...ja ! Faust.... stellvertretend für die vielen Wissens-Arbeiter bis in unsere Tage, mit seinen ihn erschöpfenden Anstrengungen, den zugrunde liegenden Kräften dieser und anderer Welten auf die Spur zu kommen...lässt sich ein auf einen ungleichen Dialog... und dann kommt er in den (Schwarze-Löcher-ähnlichen) Sog der Ereignisse.....Wir haben Kenntnis davon, wie es (bei Goethe) endet. Trotzdem müssen wir Menschen (einige von uns) in Verbindung mit GEld-Gebern) getrieben von welchen Geistern (?!),immer weiter und weiter forschen, während wir in der Zeit voranschreiten und es immer gefährlicher (für alle) wird. Wenn sich solche Tätigkeit doch nur auf schreiben und lesen beschränken könnte....und auf Studierstuben.
Ich erinnere mich an meine "difusen Ängste" Anfang der Siebziger Jahre in Bezug auf Atomkraftwerke...die stehen immer noch in der Gegend herum...trotz der Proteste...vor und nach Tschernobyl.
...und an diese seltsamen Gefühle der Ohnmacht Computern gegenüber, an die wir uns in der Zwischenzeit ja längst gewöhnt haben. M.E. sollten wir nie aufgeben, uns aus zu tauschen mit anderen Menschen, wenn uns ein undefinierbares Gefühl im Magen herumfährt bei gewissen Themen...und uns selbst kluge Leute nicht wirklich beruhigen können und sich gegenseitig wiedersprechen. Ängste resultieren nicht nur aus fehlendem Wissen und persönlichen Schwächen oder einer Über-sensibilität...Ich bin für eine unabhängige (!) Kommision, die gewisse weltweit wirksame Experimente sehr genau und gründlich durchdenkt. Sonst werden wir von unseren Enkeln möglicher weise verflucht werden wegen unserer fehlenden Vorausschau und Einsicht.
Klaus-Dieter Hermeling
PermalinkPermalink 2010-01-20 | 11:48
Comment from: achtphasen [Member] Email
Trotzdem müssen wir Menschen (einige von uns) in Verbindung mit GEld-Gebern) getrieben von welchen Geistern (?!),immer weiter und weiter forschen, während wir in der Zeit voranschreiten und es immer gefährlicher (für alle) wird. Wenn sich solche Tätigkeit doch nur auf schreiben und lesen beschränken könnte....und auf Studierstuben.


Nebst 'schreiben und lesen' gibt es beobachtende Forschung mit ebenfalls exponentieller Wissensvermehrung, (passive) Gravitationswellenforschung, immer bessere astronomische Beobachtungsgeräte etc. ... Diese aber im Gegensatz zu Zertrümmerungsforschung im Allerkleinsten mit, nicht nur vorgeblicher (!), sondern tatsächlich 100% gantierterer Ungefährlichkeit betreffs (eventualiter unbedacht) katalytisch katastrophischer Ereignisse.

Der LHC am CERN ist ein Gipfel im Gebirge des Wahnsinnes dieser Zeit - es gibt noch manch andere - Experimentalphysiker haben meine Sympathie - ebenso wie auch Gentechniker - ich kann das Faszinosum dieser Berufe sehr gut nachvollziehen und verstehen - was ich aber nicht verstehen kann, ist, wie Sie schreiben, dass da kein wirklich unabhängiges Gremium vorhanden ist, das maschinengestützte Experimentalforschung auf garantierte Ungefährlichkeit kontrolliert.

Marie Curie konnte auch nicht wissen wie toxisch ihre Kochbücher noch nach Hundert Jahren sein werden - zudem wusste sie wohl auch nicht, dass sie selber sich an ihrer Forschung ihr Leben verkürzte.

Im Vergleich zu potentiellen Katastrophen heutiger Experimentalforschung - sei es in den kleinsten materiellen Bauteilen des Lebens (den Genen) oder den kleinst bekannten Bauteilen der Materie (den Quarks) liegt ganz offenbar das grösstmögliche Katastrophenpotential experimentellen Tuns.

Eine (zumindest vorläufige) Beschränkung experimenteller Forschung auf den den Menschen natürlich zugänglichen Bereich wäre eindeutig wünschenswert. Es gäbe wahrlich sehr viel zu erforschen zum Wohle (der Vielfalt) des Lebens auf diesem einen Planeten.

Wenn die Finanzmittel für den LHC in die Erforschung sicher nicht katastrophisch sich auswirkender Forschung investiert worden wären, dann wäre für die Gesamtheit der Forschung mehr erreicht, als durch die Inbetriebnahme des LHC je erreicht werden wird.

Der CERN ist ein 'Kind' des kalten Krieges - im allerkleinsten wurde und wird wohl zurecht die grösste Explosionskraft verortet.

Die betreffs Schwarz-Loch-Risiken relevanten Stringtheorien mit nur 'locker' kompaktifizierten Extradimensionen wurden erst in den neunziger Jahren errechnet - doch statt aus diesen Berechnungen Vorsicht und Innehalten abzuleiten sind es gerade die bekanntesten Persönlichkeiten dieser Theorien die wegen dem erwarteten Erkenntnisgewinn zur Relevanz Ihrer Theorien die Durchführung der Experimente am stärksten befürworten.

Die 'passive' Beobachtung des Allergrössten birgt 0 Risiko - die Kummulierung der unzähligen Zertrümmerungsversuche im Allerkleinsten hingegen bewirkt unwägbare Kummulierung letztlich niemals sicher abschätzbarer Restrisiken.

Wie diese Erde für zukünftige Generationen sicher und lebenswert zu bewahren ist, das ist eine Fragevon emminenter Tragweite, die viel zu wenige Menschen, sich zu stellen, auch nur einmal angestossen worden sind.

Der Wahnsinn scheint System zu haben - und das System ist die Ueberbewertung der scheinbaren Individualität.

Von Kindsbeinen an lernt der Mensch, dass er sich aus Namen, Verstand und Geltung vom Rest des Lebens unterscheidet (EGO).

Diese Verblendung führt in die überall offenbare Feindschaft der sorgengeplagten Individuen zu Natur und Mitmensch. Darob geht vergessen, dass alles irdische Leben letzlich EIN Leben ist - und dass es keine höheren Werte des Handelns gibt, als den Erhalt und die Vermehrung dessen, was 'wir' ererbt haben: das irdische Leben. Das Leben in seiner Vielfalt. Diese Vielfalt des Lebens geilt es zu bewahren. Das leben ist DAS Phänomen, das nicht ausgebeutet und nicht riskiert werden darf.

Dennoch: die Eintretenswahrscheinlichkeit katastrophischer Ereignisse am CERN ist letztlich, so ist die Hoffnung, eine geringe - vielleicht hilft die Betrachtung der öffentlich nicht geführten Diskussion in späteren Zeiten, sich weiser zu verhalten.

Die Hoffnung, jedenfalls, stirbt zu letzt. Und auch wir Menschen werden diese Jahre wohl überleben. Und interessiert an den Resultaten der Zertrümmerungen bin auch ich. Ich persönlich vermute, dass da NICHTS gefunden wird - weil aus NICHTS* alles gewoben ist.
Marc Fasnacht

* mit NICHTS meine ich nichts Detektierbares - die Substanz aus der ALLES 'gewoben' ist, ist für menschlich/irdische Materie/Energie-Detektoren wohl schlicht nicht auffindbar, weil überall.
Aehnlich wie Wasser für Fische nicht wirklich wahrnehmbar.

Bedenklich stimmt, dass nur 4% der errechneten Masse/Energie des Universums bekannt, weil sichtbar, sind ... dennoch wird da fröhlich und begeistert ins Allerkleinste hinein zertrümmert.
PermalinkPermalink 2010-01-20 | 12:36
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