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Es bedeutet, das Leben zu leben – in seiner ganzen Fülle. Der unmittelbare Zugang zu diesem Einfachsten von allem ist dem Verstandeswesen Mensch jedoch versperrt – es scheint so, als ob die niemals schweigende Stimme der Gedanken ihn durch hartnäckige Ideen und urteilende Vorstellungen blockiere. Die permanente Beschäftigung mit sich selbst, die schützende Ich-Bezogenheit jedes einzelnen verursacht immer wieder nur neues Leiden (Dukkha). Zen kann diese Verwirrung lösen – zuletzt vermag man sogar zu essen, wenn man hungrig ist, zu schlafen, wenn man müde ist. Zen ist nichts Besonderes. Es hat kein Ziel. Die Charakterisierung, Zen biete „nichts“, wird gerne von Zen-Meistern gegenüber ihren Schülern geäußert, um ihnen die Illusion zu nehmen, Zen biete erwerbbares Wissen oder könne etwas „Nützliches“ sein. Auf einer anderen Ebene wird hingegen auch das Gegenteil behauptet: Zen biete das „ganze Universum“, da es die Aufhebung der Trennung von Innenwelt und Außenwelt, also „alles“, beinhalte. Auch wenn Intellektuelle und Wissenschaftler sich oftmals von Zen angezogen fühlen, entzieht es sich der „Vernunft“. Zen wird oft als „irrational“ empfunden, auch weil es sich grundsätzlich jeder begrifflichen Bestimmung widersetzt. Das scheinbar Mysteriöse des Zen rührt jedoch allein aus den Paradoxa, die der Versuch des Sprechens über Zen hervorbringt. Zen zielt immer auf die Erfahrung und das Handeln im gegenwärtigen Augenblick, und umfasst auf diese Weise Gefühl, Denken, Empfinden usw. Zen besitzt aber auch philosophisch-religiöse Aspekte und historisch gewachsene Lehren, wie etwa in der Sōtō- bzw. Rinzai-Richtung. Diese kann man – wenn sie auch zur subjektiven Erfahrung des Zen nicht unbedingt notwendig sind – selbstverständlich mit Worten beschreiben. |
2009-03-10 | achtphasen | 14:09:52 |
| 2 comments
[EDIT 'achtphasen']: diesem 'Kommentar', der bewegende Einsichtnahme erlaubt, in eines menschlichen Individuums Leiden an der der eventualiter eintretenden Erleuchtung[*],habe ich die explizit vom Autor eingegebenen Kontaktdaten: Name, Adresse, Telephon-No. und e-mail entfernt.
Ich werde diesen Eingriff frühestens nach 48 Stunden rückgängig machen, wenn der Autor der Zuschrift bis dann eine explizite Bestätigung seines Wunsches, seine Kontakt-Daten hier öffentlich anzuzeigen, über dieses Web-Interface mitgeteilt hat.][EDIT-ENDE]
[*] Rudolf Steiner hat nebst einigen Ungeheuerlichkeiten auch sehr weise Sätze hinterlassen. Einer dieser wahrlich weisen Sätze lautet in etwa, dass der Erleuchtung eine Spaltung der Persönlichkeit vorangeht.
Solange das menschliche Individuum in seinem kleinen Verstandesbewusstsein ist, solange er das 'ICH' (das 'EGO') als sich selbst wahrnimmt, solange ist der Mensch 'normal'. Der 'normale' Mensch ist von Todesangst erfüllt (sei diesem 'ICH' diese Todesangst nun bewusst oder unbewusst) und aus Todesangst folgt eine Lebenshaltung die auf persönliche Mehrung der irdisch dinglichen 'Genüsse' bedacht ist, die allesamt archaisch evolutionärer 'Programmierung' entspringen: Erhalt des eigenen 'ICH' durch Mehrung des Besitzes an Nahrung, Kleidung und Bewaffnung und erfolgreiche Weitergabe der Gene.
Erst mit einsetzender Bewusstseinsentwicklung wird die relative Bedeutungslosigkeit dieser 'Wesentlichkeiten' erkannt - die Folge kann Verwirrung bis hin zu Psychosen sein; dann nämlich, wenn das 'Individuum' sich an das ihm bekannte und durch bisherige 'Sozialisation' erlernte 'Wert'gefüge, das eine zivilisatorische Regelung der archaischen Triebe darstellt, festklammert, obschon sich der 'wahrhaftere Kern' seiner Person zu regen beginnt.
Der 'wahrhaftere Kern' eines jeden menschlichen Wesens ist der 'Ort' von dem aus die Physis (der Körper), die Psyche (die Seele/Emotionalität/Irratio) und der Nous (Verstand/Ratio) beobachten lässt.
Der Yoga-Weg zur Erleuchtung beginnt mit HatHa-Yoga - der Mensch lernt durch langsame Bewegung und bewusstes tiefes und vollständiges Atmen seinen Körper mit Bewusstsein von Innen zu beobachten.
Dieser 'Beobachter' ist nicht einfach zu lokalisieren - die Frage wo der Beobachter sich denn befinde stellt sich in der Regel erst nach einigen Jahren ... zuvor wird unbewusst die Beobachtungsfähigkeit nach Innen gestärkt.
So geschult kann der Mensch in der Meditation auch seinen Verstand beobachten und er bemerkt, dass da ein permanentes Denken ist, dessen er sich gar nicht gewahr gewesen ist, dessen sinnlos dialogisch nur erscheinende Monologe jedoch (vorerst) nicht zu unterbinden sind.
Gleichermassen permanent stattfindende emotionale Regungen lassen sich durch Peobachtung der Psyche erkennen - auch hier ist gänzliches Unterbinden dieser Regungen (vorerst) nicht möglich - und zu Recht auch längere Zeit gar nicht erwünscht.
Weil sich der Mensch/Mönch aber dazu entschlossen hat durch Meditation die Erleuchtung/Befreiung zu 'erlangen' verbleibt er in Meditation und beobachtet weiter.
Durch weitergehende Beobachtung wird der meditierende Mensch gewahr, dass nicht sein wahres Selbst sein kann was da permanent intellektuell und emotional denkt ... genauso wenig wie die Physis, die sich da permanent regen (bewegen) will das alleinige wahre Selbst des Menschen ist.
Der Mensch nimmt also wahr, dass da ein Körper ist, und das dieser Körper auch von Innen her beobachtbar ist. Weiter ist wahrnehmbar, dass da ein Verstand ist, der beobachtbar ist und ebenfalls, dass da eine Psyche ist, die beobachtbar ist.
Es stellt sich dann die Frage, wer/was/wo denn der Beobachter ist?