Das Unergründliche, das man ergründen kann, ist nicht das unergründbar Letzte.
Der Begriff, durch den man begreifen kann, zeugt nicht vom Unbegreiflichen.
Im Unbegreiflichen liegt der Welt Beginn, nennbar wird nur, was Gestalt gewinnt.
Das Wesen erschaut, wer wunschlos zum Herzen der Dinge strebt;
Gestalten nur sieht, wer begehrlich am Sinnlichen klebt.
Wesen und Gestalt sind nur begrifflich gespalten, geheimnisvoll bleibt ihrer Einheit Grund.
Diese Einheit ist das Geheimnis der Geheimnisse, zu allem Unergründlichen erst das Tor.
Lao-tse | 道德經 | Tao-te-king | Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Unergründlichen | Kapitel 1 | Uebersetzung von Rudolf Bachofen