All jenen, die daran glauben, dass sie herausfinden und feststellen müssten, was sie schon immer selber sind:
 
All jenen, die glauben, das “Gottesteilchen” sei zu kartografieren, zu fotografieren, zu messen, zu wiegen und zu ergreifen:
( http://afp.google.com/article/ALeqM5gyn9RNe9KlQMzdmKvqqmo9GVMB0g )
 

Den Buddha-Weg ergründen heisst sich selbst ergründen.
 
Sich selbst ergründen heisst sich selbst vergessen.
 
Sich selbst vergessen heisst
 
Eins mit den zehntausend Dingen sein.

 

Shobogenzo

König Ludwig XIV von Frankreich besuchte eines Tages zusammen mit einem Prälaten ein vornehmes Haus. Ein kleiner Junge kam ihnen entgegen, aufgeweckt und zutraulich. Der Prälat nahm eine Orange aus der Obstschale, hielt sie dem Kleinen hin und sagte: „Schau, diese Orange schenk ich dir, wenn du mir sagst, wo Gott ist!“ – Der Junge deutete auf die Schale und antwortete: Und diese ganze Schale voll Obst will ich Ihnen geben, Herr Bischof, wenn sie mir sagen, wo Gott nicht ist!“

Enrico Pellegrino | Das “Gottesteilchen”

2008-09-11 | achtphasen | 11:53:10 | Email | 1 comment




 

Comment from: Geschichte von Gott [Visitor]
Als Gott nach langem Zögern wieder mal nach Haus ging war es schön; sagenhaftes Wetter! Und das erste was Gott tat war: die Fenster sperrangelweit zu öffnen, um sein Häuschen gut zu lüften.



Und Gott dachte: Vor dem Essen werd' ich mir noch kurz die Beine vertreten. Und er lief den Hügel hinab zu jenem Dorf von dem er genau wusste, dass es dort lag.




Und das erste was Gott auffiel war, dass da mitten im Dorf während seiner Abwesenheit etwas geschehen war, was er nicht erkannte.
Mitten auf dem Platz stand eine Masse mit einer Kuppel und einem Pfeil, der pedantisch nach oben wies.



Und Gott rannte mit Riesenschritten den Hügel hinab, stürmte die monumentale Treppe hinauf und befand sich in einem unheimlichen, nasskalten, halbdunklen muffigen Raum. Und dieser Raum hing voll mit allerlei merkwürdigen Bildern; viele Mütter mit Kind mit Reifen überm Kopf und ein fast sadistisches Standbild von einem Mann an einem Lattengerüst. Und der Raum wurde erleuchtet von einer Anzahl fettiger, gelblich-weißer chamoistriefender Substanzen, aus denen Licht leckte.



Er sah auch eine höchst unwahrscheinliche Menge kleiner Kerle herumlaufen; mit dunkelbraunen und schwarzen Kleidern und dicken Büchern unter müden Achseln, die selbst aus einiger Entfernung leicht moderig rochen.



"Komm mal her! Was ist das hier?"

"Was ist das hier! Das ist eine Kirche, mein Freund! Das ist das Haus Gottes."
"Aha... Wenn das hier das Haus Gottes ist, Junge, warum blühen hier dann keine Blumen, warum strömt dann hier kein Wasser und warum scheint dann hier die Sonne nicht, Bürschchen?!"

"Das weiß ich nicht."

"Kommen hier viele Menschen her, Knabe?"

"Es geht in letzter Zeit ein bisschen zurück."

"Und woher kommt das deiner Meinung nach? Oder hast du keine Meinung?"
"Es ist der Teufel. Der Teufel ist in die Menschen gefahren. Die Menschen denken heutzutage, dass sie selbst Gott sind und sitzen lieber auf ihrem Hintern in der Sonne."



Und Gott lief fröhlich pfeifend aus der Kirche auf den Platz. Da sah er auf einer Bank einen kleinen Kerl in der Sonne sitzen. Und Gott schob sich neben das Männlein, schlug die Beine übereinander und sagte: "...Kollege!"



Autor©: Hermann van Veen



PermalinkPermalink 2008-09-11 | 12:09
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