“Was ist das? Falle ich? Die Beine knicken mir ja ein!” dachte er und fiel auch schon rücklings zu Boden. Er öffnete die Augen, in der Hoffnung, nun endlich zu sehen, was für einen Ausgang der Kampf zwischen dem Franzosen und dem Artilleristen genommen hatte, und gleichzeitig festzustellen, ob die Kanonen verloren oder gerettet waren. Aber er sah nichts. Über ihm war nichts als Himmel, hoher, nicht gerade klarer, aber unermesslich hoher Himmel mit still und langsam dahinziehenden grauen Wolken. “Wie still, wie ruhig und feierlich das ist", dachte Fürst Andrej, “so ganz anders als unser Laufen, Schreien und Kämpfen. Wie der Franzose und Artillerist mit so erbitterten und verstörten Gesichtern einander den Stückwischer streitig machen wollten

... aber auch diesen Himmel gibt es ja gar nicht, es gibt überhaupt nichts außer dieser Stille, dieser Ruhe.

…das war so ganz anders als dieser ruhige Wolkenzug an diesem hohen, unendlichen Himmel. Und wie kommt es eigentlich, dass ich diesen hohen Himmel vorhin gar nicht wahrgenommen habe? Und wie glücklich bin ich, dass ich ihn endlich doch noch kennen gelernt habe! Ja, alles ist nichtig, alles ist Lug und Trug, außer diesem unendlichen Himmel. Es gibt nichts, gar nichts außer ihm. Und Gott sei Dank, daß es so ist!
 

Bild©: Enrico Pellegrino | Text: Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoj

2008-08-28 | achtphasen | 10:37:07 | Email | comment




 

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