Wie löst man eine Grossbank auf?
Der Basler Bankenausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat am Donnerstag einen Vorschlag vorgelegt, wie international tätige Banken aufgelöst werden können, ohne das System zu bedrohen. In einer Reihe von Fallstudien analysierte das Team unter der Leitung von Nout Wellink, Chef der niederländischen Zentralbank, den Niedergang von Grossbanken. Dabei stellte das Gremium fest, dass die gescheiterte Lehman-Brothers-Gruppe aus 2985 rechtlichen Einheiten in rund 50 Ländern bestand – was die Problematik einer geordneten Auflösung aufzeigt. Der Basler Ausschuss empfiehlt: • Mehr Macht für die Aufsicht: Die nationalen Aufsichtsbehörden sollen mehr Kompetenzen für die Abwicklung grenzüberschreitender Problemfälle erhalten. Sie müssen früh genug eingreifen können und sicherstellen, dass kritische Aufgabengebiete einer Bank fortgeführt werden. Sie sollen die Macht erhalten, «unnötige Verträge zu beenden, nötige Verträge weiterzuführen, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu verkaufen». • Die nationale Aufsicht soll die Macht erhalten, Direktoren und das Topmanagement einer Bank zu entfernen – und sie zur Verantwortung zu ziehen. Wo angebracht, soll die Aufsicht Gelder von Individuen zurückfordern können, die für das Scheitern der Bank verantwortlich waren. • Es müssen firmenspezifische Notfallpläne erstellt werden, damit die Aufseher in einem Krisenfall die Optionen für die Abwicklung beurteilen können. Die enorme Komplexität von Unternehmensstrukturen mache eine Abwicklung schwierig, teuer und unvorhersehbar. • Es sind Vorkehrungen zu treffen, um die Ansteckung von anderen Finanzinstitutionen zu vermeiden. Dabei geht es um den Umgang mit Sicherheiten oder die Einschaltung regulierter zentraler Gegenparteien.
Eine ungelöste Frage ist, wie die finanziellen Lasten, Vermögenswerte und Forderungen im Problemfall zwischen den betroffenen Ländern verteilt werden sollen. Hier sind internationale Lösungen nötig. (dah.)
2009-09-20 | achtphasen | 18:42:43 |
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