Seit Jahrtausenden wird der Weltuntergang prophezeit - und immer wieder verschoben. Kriege, Finanzkrisen, Umweltzerstörung verschaffen Propheten wie Nostradamus immer wieder Gehör. Wiederholt sich nun die Fin-de-Siècle-Stimmung des 19. Jahrhunderts? An der Universität Oxford versuchen Philosophen und Psychologen dem “Armageddon” wenigstens gedanklich nahe zu kommen. Das Institut “Zukunft der Menschheit” ist die weltweit einzige Forschungsstätte, wo man Bedrohungsszenarien wie Klimawandel, kosmische Strahlung und Atomkrieg nachspürt.

Nick Bostrom (Gründer des Future of Humanity Institute): “Das Risiko ist sehr hoch, dass wir dieses Jahrhundert nicht überleben

“Wissenschaftler erforschen alles zwischen Himmel und Erde” … “Zumindest einige hätten sich auch mit unserem Thema beschäftigen können. Aber überraschenderweise spielten die existentiellen Risiken für die Menschheit in der akademischen Welt bislang kaum eine Rolle. Wir haben recherchiert und herausgefunden, dass es mehr Fachartikel über die Schmeißfliege gibt als über die Auslöschung der Menschheit.”

“Wir können es uns nicht länger leisten, dass jeder über das Ende der Menschheit denkt, was er will” … “Der Pessimist glaubt, es wird bestimmt passieren - die Frohnatur hingegen ignoriert einfach alles. Die tatsächlichen Gefahren für die Menschheit sollten endlich erforscht werden wie all die anderen Dinge. Mit ernsthaften wissenschaftlichen Methoden, mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen, mit großer Aufmerksamkeit für die Details. Wir müssen das Thema aus der Welt der Literatur und der Mythen holen und für die Wissenschaft öffnen.”

Internationale Zusammenarbeit fordern die Oxforder Wissenschaftler, wie beispielsweise eine Ethikbehörde, die den technischen Fortschritt überwacht. Damit die Roboter unsere Freunde bleiben. “Wenn wir es durch diese kritische Zeit schaffen, dann wird die Lebenserwartung der menschlichen Gattung astronomisch hoch sein“, schätzt Bostrom. “Wir werden dann andere Planeten kolonisieren, in fremde Galaxien vorstoßen, angeführt von intelligenten Maschinen, die uns helfen. Die Lebensdauer der Menschheit wird Billionen und Trillionen von Jahren betragen. Aber um diesen Punkt zu erreichen, werden wir erst durch diese risikoreiche Übergangszeit müssen, ohne dass wir uns dabei selbst vernichten.

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/129458/index.html

Zu zitiertem Satz Nick Bostroms: ‘Die Intelligenz ist unser größter Feind‘ möchte ich zu bedenken geben, dass die Intelligenz auch unser mächtigstes Werkzeug sein könnte um zu lebensbejahenderem Umgang mit den Ressourcen unseres einen Planeten zu finden und Risiken, Nutzen und Strategien durchaus wesentlicher aber tragischerweise ausschliesslich auf Partikularinteressen fokussierter Forschung abzuwägen.

Die ganze langwierige Diskussion zu den mit den Experimenten am LHC einhergehenden Risiken ist nicht mehr als ein Detail all der bedrohlichen Szenarien die zu listen hier und jetzt nicht Ort und Zeit ist.

Es soll schlicht die Einsicht vermittelt werden, dass nur dann, wenn das Wohl des Ganzen (des gesamten Lebens auf diesem einen Planeten), zur Maxime des experimentell-wissenschaftlichen und vorallem auch des globalen wirtschaftlichen Handelns erhoben wird, die Menschheit eine Zukunft haben wird.

Meines Erachtens kann nur durch befriedend gerechtere Zuteilung (durch Nichtpropriätarisierbarkeit sondern Verpachtung) der naturgegebenen Schöpfungsgüter,

Erde (Landbesitz, Erosion, etc.), Wasser (Meerwasserentsalzung zur Begrünung der Wüsten / Hygiene in der sogenannten 3. Welt, etc.), Luft (ehrlich transparente globale Besteuerung sämtlicher Oxidationsprozesse (Maschinen und Viehhaltung zur Fleischerzeugung) entsprechend derer O2/CO2-Bilanz, Wiederaufbau einer schützenden Ozonschicht in der Strtosphäre und zwingend eine Reduktion der menschgewirkten Ozonbelastung in den lebensbeherbergenden untersten Luftsegmenten, etc.)

dieser einen Welt der grosse Schritt hin zu Freiheit in Verantwortung in Frieden gelingen. Hierzu aber ist ein Bewusstseinssprung der menschlichen Individuen notwendig.

Ich wünsche Nick Bostrom bei seiner wesentlichen Arbeit gutes Gelingen!

Marc Fasnacht

2009-04-08 | achtphasen | 10:01:18 | Email | 3 comments




 

Comment from: michelle [Visitor]
IST DAS WIRKLICH?????!?!?! WENN JA ICH BIN ERST 10 DAS MACHT MIR ANGST
PermalinkPermalink 2009-04-08 | 15:00
Comment from: achtphasen [Member] Email
Hallo Michèlle, falls Du wirklich erst 10 Jahre alt bist solltest Du vielleicht schlicht weniger surfen, zudem macht genau solche Risikoforschung wie sie Nick Bostrom betreibt das Leben und Ueberleben auf unserem schönen Planeten viel wahrscheinlicher - eigentlich aber glaube ich nicht, dass Du Michèlle heisst und erst 10 Jahre alt bist - der Text ist doch gar schwierig zu verstehen für eine erst 10 Jahre alte Michèlle.

Wie dem auch sei, liebe Grüsse und viel Zuversicht, Marc Fasnacht
PermalinkPermalink 2009-04-08 | 17:53
Comment from: Rudolf Uebbing [Visitor]
Betreff: Nicht nur die LHC-Diskussion, sondern gerade die Sicherheitsanalyse - ist ein Prozess!

Achtphasen greift Probleme auf und weist auf sie hin - es gilt, diese richtigerweise zu erkennen, die konkreten Handlungsbedarfe daraus abzuleiten, alles in allem konstruktiv daran mitzuwirken, dass Lösungswege und Lösungen gefunden und tatkräftig beschritten werden, wer kann. Fange jeder bei sich selbst an, ist ein erster Schritt schon getan (der Kommentator bezieht sich mit ein).

Man sollte einmal das Kapitel 6 (Observation selection effects and global catatrophic riks) aus dem hochaktuellen Werk "Global Catastrophic Risks", in 2008 veröffentlicht von Nick Bostrom et al., lesen - da wird beispielhaft auf Beobachtungsauswahleffekte (z.B. Fermi-Paradoxon) eingegangen, die man leider bei G&M nicht angemessen berücksichtigt vorfindet - einer der festzustellenden Auslassungen in dieser Arbeit (CERN-PH-TH_2008-025 von Giddings u. Mangano).

Themawechsel: Neben Dunkle Materie wurde auch die Existenz von Dunklem Licht (unbeobachtbar, da keine Wechselwirkung mit unserer lebensfreundlichen Materieform) bereits erwogen. - Wenn nun bei Umwandlungsprozessen diese Energieform (Dunkles Licht) erzeugt würde - auf Kosten der üblichen, beobachtbaren Energieproduktionen - wäre ein astronomischer Nachweis umso schwieriger. Leider gibt es die dokumentierte Feststellung von sog. "Missing Stars", die auch bei G&M keinerlei Erwähnung findet, was zumindestens hätte berücksichtigt werden müssen.

Besonders behutsam müsste der Sachverhalt machen, dass die unsichtbare (Dunkle) Materie etwa als fünffach häufiger angesehen wird als die uns vertraute Materieform.

Das Auslassen, das Unterbleiben einer Diskussion, das Fehlen einer Bewertung von nicht geklärten astronomischen Beobachtungen ist ebenfalls in der G&M-Arbeit festzustellen.

R.U.
PermalinkPermalink 2009-04-08 | 23:56
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