Die Medien brachten im Frühjahr 2008 die Meldung, dass zwei Amerikaner (Walter Wagner, Luis Sancho) an einem amerikanischen Bezirksgericht (Hawaii) Klage gegen ihre Regierung eingereicht hätten - wegen ihrer Beteiligung an den europäischen Kollisionsexperimenten am LHC. Die Öffentlichkeit nahm es zur Kenntnis und vergaß sofort die Beweggründe der Klage.

Da schreckte Otto Rössler (emeritierter Professor am Institut für Physikalische und Theoretische Chemie in Tübingen) die Medienöffentlichkeit auf und brachte die Aufmerksamkeitslawine so richtig ins Rollen.

Die wissenschaftlichen Vorlagen zu den Sicherheitserklärungen des Cern (LSAG 2003) waren bis dahin ziemlich dürftig. Gemessen an dem Größenvorhaben LHC darf der LSAG Bericht 2003 sogar aus Laiensicht als stümperhaft bezeichnet werden.

Und da platzte die Otto Rössler Bombe „drohender Weltuntergang“ infolge eines LHC erzeugten schnell wachsenden Schwarzen Loches. Professor Rössler konnte mit ziemlich fassbaren Angaben und Wahrscheinlichkeiten aufwarten: Am LHC würden innerhalb eines Jahres mehrere Millionen Mikro Schwarze Löcher entstehen. Davon würde mindestens ein Schwarzes Loch stabil auf der Erde verbleiben und anfangen, die Materiepartikel der Umgebung in sich aufzunehmen.

Durch Akkretionsprozesse würde dieses am LHC gebildete Schwarze Loch bereits innerhalb von 4 Jahren die gesamte Erde mit der Wahrscheinlichkeit von 50% (später abgeschwächt auf die Wahrscheinlichkeit eines Russischen Roulettes) in einen Quasar von der Größe einer 2 cm großen Murmel umwandeln. Aus und vorbei!

Ein einmal in Gang gesetzter Akkretionsprozess, der nicht mehr aufzuhalten wäre und die Erde in 4 Jahren auf Murmelgröße schrumpfen lässt und dies noch dazu mit der erschreckend hohen Eintretenswahrscheinlichkeit von 50 %!

Dieser Schocker konnte eigentlich nicht mehr überboten werden.

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2010-08-05 | achtphasen | 14:20:08 | Email | 9 comments




 

Comment from: achtphasen [Member] Email
Oeffentliche Kritik an der Dominanz des einen Risiko-Szenarios ist tatsächlich überfällig und es ist sehr gut, dass nicht ich als Betreiber der Site auch noch diese Relativierung rösslerschem Uebergewicht formulieren 'muss'.

Natürlich wird Herrn Petera's Kritik Rössler's positivstem Effekt, nämlich den Weckruf weitherum vernehmbar gemacht zu haben, dass da bei Anzertrümmerung des Unbekannten unbedachte Gefahr besteht, nicht gerecht.

Jedoch wurde eben dieser Weckruf zum alles übertönenden Permanent-Mantra und hat als solcher alle rösslerunabhängig sinnvolle Diskussion übertönt.

Somit danke ich Herrn Petera, dass er hier artikuliert, was auch mal hat gesagt werden müssen; was zu sagen aber nicht eigentlich Obliegenheit meiner Person als Betreiber dieser Website ist.

Uebrtönt wurde u.a., dass spätestens seit dem 30. März dieses Jahres auch der Schweizer Gesamt-Bundesrat zu nachweisbaren Auslassungen des Experimentator CERN's Sicherheitsberichtserstattung informiert ist.

Vielleicht ist die überraschend erfolgte Rücktrittsverlautbarung des Schweizer Budespräsidenten in spe., Moritz Leuenberger, ja auch in diesem Zusammenhang zu verstehen.

Jedenfalls hat Bundesrat Leuenberger als Einziger der 7 sicherheitsverpflichteten Bundesräte der Schweiz per e-mail Zusatzinformationen über Hintergründe der Kritik am LHC von mir erhalten. Antwort kam - wie zu erwarten war - nie.

Politik ist ein widerliches Gefilde - da wird wegen Verträgen die Sicherheit geopfert - hochoffiziell wird vom Schweizer Gesamtbundesrat verlautbart: man vertraue dem CERN.

Betreffs Vertrauen in den Experimentator (und seine Bedenkenlosigkeitsverlautbarungen) vergleiche der noch interessierte Leser, die noch interessierte Leserin doch bitte hier: "Technical Proposal for ALICE" | CERN's own strangelet-estimations published 1995

Wie gerne die internetaktiv selbsternannten Aufklärer von irgend lhc-bezogenen Risiken zur Person Rössler abschweifen und wie sehr des (meinerseits sehr geschätzten) Professor Dr. Dr. hc Rössler Uebergewicht in der LHC-Risikodiskussion die Erörterung rössler-nicht-bezogener Fakten erschwert, das kann aus den Antworten zu meiner Anfrage in der WatchBloggerei verschriebenem wissenschaftlichem Forum beispielhaft abgelesen werden.

Die gestellte Frage war:
... ob es denn kein wissenschaftliches Fehlverhalten ist, wenn wider eigenes besseres 'Wissen' in hochoffiziellem Bericht zuhanden sicherheitsverpflichteter Regierungen behauptet wird, es wäre am LHC 'zu heiss' zur Strangletbildung und Strangeletrisiken wären, wenn denn, ein Problem des RHIC; während eine wohl bedacht nicht so prominent gemachte Forschergruppe am CASTOR Experiment genau nach diesen Strangelets sucht, für deren Bildung es am LHC zu heiss sein soll.

Erwiesenermassen wurde am CERN noch 1995 errechnet, dass die Erzeugung von StrangeQuarkHyperKernen am LHC wahrscheinlich ist und diese auch zu detektieren sein werden.

Diese Erwartungen wurden m.W. niemals korrigiert.

Dass diese eigenen Einschätzungen im Sicherheitsbericht in das pure Gegenteil verkehrt worden sind, ist doch ganz klar als wissenschafftlicher Betrug zu werten. Nicht wahr?

Die gleiche Irreführung der Oeffentlichkeit findet sich auch beim verharmlosenden Vergleich mit der kosmischen Strahlung - es wird schlicht nicht erwähnt, dass seit Entstehung des Sonnensystemes in unserem Sonnensystem wohl noch keine einzige lhc-vergleichbare head-on Frontalkollision stattgefunden hat.

...

Ein wissenschaftliches Fehlverhalten, dass eigentlich umgehende Sistierung der laufenden Experimente durch sicherheitsverpflichtete Regierungen nahe legt.

http://www.relativ-kritisch.net/forum/viewtopic.php?p=45212#45212


Die permanent rösslerbezogenen Nichtantworten der LHC-Enthusiastenschaft zeigen beispielhaft auf, wie dankbar gegen Rössler (und mich als seinen Jünger) polemisiert wird, anstatt sich zu nachweislicher Verschleierung eigenen besseren Wissens durch den Experimentator in seinem hochoffiziellen Sicherheits-Bericht wissenschaftlich korrekt, transparent und wahrhaft zu äussern.


Dennoch: ich persönlich gehe davon aus, dass am LHC höchstwahrscheinlich keine Katstrophe initiert werden wird, schlicht darum, weil die Eintretenswahrscheinlichkeit katastrophischer Ereignisse (zumindest entsprechend meiner zumeist optimistischen Weltsicht) eine kleine ist.

Vernachlässigbar ist das Risiko der Weltvernichtung (und Erdkernverunreinigung) jedoch keineswegs, und die Evaluation der Risiken dürfte in einer wirklich aufgeklärten Gesellschaft keineswegs ausschliesslich nur beim Experimentator liegen, dessen führende Mitarbeiter ja unter recht grossem Erfolgsdruck stehen um den Investitionen in den weltstärksten Beschleuniger gerecht zu werden.

Bekanntermassen soll der LHC im Jahr 2012 erneut nachgerüstet werden um dann die ursprünglich geplanten Energien zu erreichen.

Wie sinnvoll solche erneute Investition in eine Maschine ist, angesichts auch nur der hier in diesem Kommentar verlinkten Beweise bewusst unvollständiger Deklaration eigenen besseren Wissens des Experimentators, das ist eine noch weitergehend zu diskutierende Frage, die - immer ganz zuversichtlich - wohl spätestens in etwa einer Dekade zur Problembewusstseinsbildung breiterer Bevölkerungskreise führen wird.

Marc Fasnacht
PermalinkPermalink 2010-08-05 | 15:24
Comment from: Otto E. Rössler [Visitor]
Ich bedanke mich bei Herrn Kollegen Petera für seinen Versuch, Distanz zu
gewinnen und sein sehr verdienstvolles eigenes Verständnis vorzutragen.

Leider kennt er offensichtlich nicht meine Publikationen zu den von ihm
angemahnten Versäumnissen meinerseits, die ich schon im Juli 2008 veröffentlicht
und zuvor dem CERN vorgelegt habe. Bei einem Interview, bei dem man nicht weiß,
ob es dem freien Mitarbeiter von der mächtigen Redaktion abgenommen werden wird,
muss man versuchen, bildhaft und einfach zu bleiben. Im Nachhinein ist es immer
leicht, zu sehen, wo man mehr hätte sagen müssen. Aber dann wird wieder etwas
anderes vergessen.


Herr Petera glaubt stärker als ich an die Stringtheorie. Doch er übersieht, dass
ich einen Beweis für ihre Richtigkeit angegeben habe (die Ungeladenheit
Schwarzer Löcher), wenn auch nicht innerhalb ihres Spektrums für die speziellen
Details, auf die er dankenswerter Weise aufmerksam macht, sodass, wenn er Recht
hat, die Akkretionsgeschwindigkeit sogar auf Grund der Schwerkraft allein schon
den von mir auf kompliziertere Weise hergeleiteten Effekt der
Wachstumsbeschleunigung nach sich zieht.

Darf ich mich noch in einem Punkt gegen ihn freundschaftlich verteidigen? Er
meint, ich stütze mich irgendwo auf das gotische-R Theorem (das übrigens an
keiner Stelle fehlerbehaftet war, wie er irrtümlich meint; lediglich eine von
demselben unabhängige, bloße "Vermutung" in der Erstversion des Papers habe ich
später dank der Hilfe von "Ich" korrigieren können). Meine jüngste Darstellung
(an das Europäische Parlament), auf die er antwortet, fußt allein auf dem
Äquivalenzprinzp Einsteins und macht nirgendwo von Nicht-Anerkanntem Gebrauch.
Und: Sogar die von ihm bezweifelte unendliche Reisedauer von Licht von und zum
Horizont ist schon immer kanonisches Wissen gewesen. Da trug ich anfangs Eulen
nach Athen.

Zusammenfassend: Ich halte es für wichtig, zwischen bewiesenen Gefahren, und
möglichen Gefahren, scharf zu unterscheiden. Bei den "möglichen Gefahren" wissen
wir, dass CERN zusammen mit der ganzen Weltöffentlichkeit bereit ist, ein Auge
zuzudrücken. Aber bei bewiesenen Gefahren gilt eine andere Regel: diese MÜSSEN
vor einem Handeln, das in ihrem Licht mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit
tödlich ist für Opfer (in diesem Fall auch für die Täter und die Zukunft und die
Vergangenheit anderer, sogar aller Menschen und aller als existierend bekannten
Lebewesen und des ganzen Planeten) widerlegt werden. Ignorieren ist hier
vorhersagbar tödlich.

Ich habe nicht das Recht, verurteilende Begriffe anzuwenden, aber ich hatte die
Pflicht, den Internationalen Gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschlichkeit
um eine Prüfung u bitten. Bisher hat mich niemand für diese Tat kritisiert.
Würden Sie sich dabei von mir distanzieren, lieber Herr Petera?

Herzlich Ihr Otto E. Rössler
PermalinkPermalink 2010-08-05 | 17:32
Comment from: Georg Petera [Visitor]

Lieber Herr Professor Rössler,

danke für die prompte Reaktion. Zu meiner Erleichterung ist mein spitz-vorwurfsvoller Text doch ziemlich moderat beantwortet worden. In der Gegenantwort muss ich jetzt schon fast die "Rössler-Rolle“ übernehmen". Es ist fast alles richtig, was Sie zur Verteidigung anführen.

Bildreiche Sprache zur Vermittlung eines komplexen Sachverhalts (gerade gegenüber einem gehobenen Laienpublikum) ist normalerweise eine höchstlobenswerte Kunst (die Sie auch hervorragend beherrschen).

Ihre Beiträge, die mehr in die fachliche Tiefe gehen, habe ich meist nicht gelesen (weil zu schwierig für mich), wie Sie schon richtig vermutet haben.

Und gegen das gotische R-Theorem verwende ich mich aus dem Bauchgefühl heraus und von der Sache her sehr oberflächlich. Aber jetzt kommt der Moment, wo ich nicht mehr sagen kann „..alles richtig, was Sie zur Verteidigung anführen“. Die Diskussion des R-Theorems hat sehr viel Platz eingenommen in den Foren, - in Ihren Vorträgen, - bei Ihren Interviews usw. – Es hat irgendwie unsere Energien absorbiert. Andere wichtige Beiträge und Ideen der LHC Kritiker, sind dadurch zu kurz gekommen.

Dass Sie beherzt alle möglichen Institutionen attackieren oder anrufen – je nachdem (hier der Internationale Gerichtshof für Verbrechen gegen die Menschlichkeit) finde ich bewundernswert.

(ganz zum Schluss fällt mir noch ein kommunikativer Punkt ein: Besitzen Sie die Adresse von Xxxxxxxx Xxxxxxxxx? Er muss doch in Xxxxxxxxx seinerzeit ein Kollege von Ihnen gewesen sein?).

Auch herzlich Ihr Georg Petera


-------------------------------------------------------
[EDIT webmaster] Ich habe Herrn Dr. Petera gestern nach der Relevanz von oben per Xxxx unkenntlich gemachtem Namen und Ort gefragt, weil ich weitere rein ad-personam bezogene Diskussion gerne unterbinden möchte.

Erwünscht war durchaus eine Diskussion der Dominanz Professor Rösslers in der beinahe inexistenten öffentlichen Debatte um Risiken die mit den Experimenten am LHC einhergehen. Jedoch bin ich nicht gewillt hier eine nicht-lhc-bezogene Diskussion zu irgendwelchen Menschen aus irgendwelchen Zusammenhängen zu befördern.

Sobald Herr Petera mit mitteilt, warum oben per Xxxx unleserlich gemachte personenbezogene Anfrage im Zusammenhang wichtig wäre, werde ich diese mir unangenehme Moderationsmassnahme gerne rückgängig machen.

Weil ich auf Beantwortung meiner Anfrage (bis jetzt vergeblich) gewartet habe, hat sich die Freischaltung dieses Kommentares verzögert, und nachfolgender Kommentar von Herrn Totoli ist ohne Kenntnis von Herrn Peteras Antwort an Herrn Rössler verfasst worden. [/EndEdit]
PermalinkPermalink 2010-08-05 | 21:52
Comment from: N.Tottoli [Visitor]
Lieber Herr Petera

Was wohl der Zweck Ihres Beitrages ist ? (Ich habe es nicht geschafft, alles zu lesen).
Das gothische-R Theorem kritisieren, obwohl man es nicht versteht ? Äh ?
Professor Rössler habe die LHC-Kritiker aufgehalten ? Obwohl Professor Rössler doch eigentlich die Kritik erst ins rollen brachte ? Hmm ?
Und was sollen all diese Zitate ? Ist gemeint, dass die nicht gut seien ? Öh ? Oder gar falsch ?? Uäh ?
Für Leute, die das gothische R-Theorem nicht so recht verstehen, empfehle ich folgende Publikation, die sehr laienfreundlich und trotzdem sehr interessant ist:
http://www.wissensnavigator.com/documents/Uncanny.pdf
Also ich warte noch immer auf den Superschlauen, der das gothische-R Theorem widerlegt...
Und bis das passiert, sollte man es auch nicht zu arg kritisieren, so finde ich. Hm !?

Mit Gruss,

N.Tottoli
PermalinkPermalink 2010-08-06 | 01:47
Comment from: Georg Petera [Visitor]

Lieber Herr Tottoli,

eigentlich ziemlich logisch wie Sie argumentieren. Es ist mir als Kritiker-Sympathisant (der ich natürlich auch eine Zeitlang die Fahne Otto Rössler hochgehalten habe) nicht leicht gefallen, unsere Leitfigur zu kritisieren und notgedrungen ein paar Zitate zu bringen. Ich bin damit automatisch so etwas wie ein Nestbeschmutzer und schwächendes Element unseres gemeinsamen Anti-LHC Anliegens.

Dummerweise kann ich auch nicht auf Ihre Argumente im einzelnen eingehen, weil das genau die (ungewollte) Bestätigung meines Hauptvorwurfs wäre: Ein Großteil unserer Energien und unserer Zeitmöglichkeiten (die Software-Nutzer sprechen so gern von dem berühmten Zeitfenster) wurden auf die Streitfrage „R-Theorem“ gelenkt. Andere LHC-Risikoerörterungsmöglichkeiten wurden dadurch in den Hintergrund gedrängt oder gar nicht mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Wie mir der Journalist Hänggi versicherte, ist die Komplexität des Themas LHC (Schwarze Löcher und anderer Risiken) ein wesentlicher Grund dafür, weshalb sich Wissenschaftsjournalisten mit vergleichsweise schwächeren Weltrisiken (z.B. Gentechnologie) lieber beschäftigen als mit der LHC Problematik.

Mit freundschaftlichen Grüßen eines Mitstreiters

Georg Petera
PermalinkPermalink 2010-08-06 | 14:51
Comment from: achtphasen [Member] Email
Ich freue mich, dass dieses öffentliche Gespräch sinnvoll und in adäquatem Tonfall weitergeführt wird, weil die Frage der rösslerschen Dominanz der gesamten Risikodebatte tatsächlich auch von sicherheitsrelevanter Bedeutung ist.

Jedoch liegt die Ursache der rösslerschen Dominanz nicht etwa bei Herrn Rössler selbst, sondern vielmehr bei der relativen Untätigkeit Anderer.
PermalinkPermalink 2010-08-06 | 15:13
Comment from: N.Tottoli [Visitor]
Lieber Herr Petera

Sie schreiben: "...schwächendes Element unseres gemeinsamen Anti-LHC Anliegens."
Es ist mutig, dass Sie das schreiben und darum möchte ich mich für meine Wut entschuldigen, die ich so sonst nicht habe.
Ich finde es in Bezug zur sehr knappen Zeit wichtig, dass wir uns alles genau überlegen und uns über den Nutzen oder die Wirkung unserer Taten bewusst werden.
Prioritäten setzen ist meiner Meinung nach angesagt.
Ich habe mich geärgert, weil Sie Professor Rössler und sein gotisches -R Theorem derart kritisiert haben, obwohl Sie selbst zugeben, es nicht zu verstehen.
Weil Sie es selbst aber nicht verstehen, haben Sie dabei vielleicht vergessen, dass diese Kritik, gänzlich ohne mathematisch-physikalische Begründungen und somit lediglich abwertend, sehr gefährlich, im schlimmsten Fall katastrophal (und ohne jegliche Chance auf Wiedergutmachung) sein könnte.
Ich selbst sehe Professor Rössler übrigens als sehr ehrlichen, bescheidenen, liebenswerten Menschen mit einer gehörigen Portion Zivilcourage, der es auf Grund seiner idealistischen Einstellung, seinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und seiner Beharrlichkeit nicht immer einfach gehabt hat in seinem Leben.
Ich habe noch nie etwas Schlechtes über ihn gehört und ich glaube, dass ihm selbst die ganze Geschichte rund um den LHC und den Schwarzen Mini-Löchern manchmal auch zuviel wird.
Trotzdem bemüht er sich unverdrossen weiter um sein (resp. unser aller und das aller Geschöpfe auf Erden) Recht – und das sollten wir ihm hoch anrechnen.
Wer sagt denn übrigens, dass nicht jeder von uns eine wichtige Publikation schreiben kann, TV-Interviews geben, mit Wissenschaftern diskutieren oder sich ans CERN einladen lassen kann, etc. ? Nur tun muss man es eben.
Ich glaube jedenfalls, dass das gotische-R Theorem nicht widerlegt werden kann, weil es mathematisch korrekt ist. Darum werden wir vergebens darauf warten müssen.
Und wenn die Welt untergeht, bleibt noch zu fragen, ob wohl ein stabiles Schwarzes Mini-Loch der Grund ist oder womöglich etwas vollkommen Anderes.
Falls man das Theorem überhaupt widerlegen kann, dann wahrscheinlich nur `von aussen`, nämlich mittels praktischen Ableitungen.
Jemand meint: „Zwei kollidierende Quarks haben nicht unendlich viel Energie, also wird das Schwarze Mini-Loch nicht ewig stabil bleiben können.“
Jemand entgegnet: „Das ist interessant, aber man weiss nicht, ob eine Kraft existiert, die es zusammenhält.“
Ich denke zwei Quarks kollidieren - durch die extreme Massenkonzentration steigt die Gravitation lokal sehr an – dadurch verlangsamt sich (nur von weit ausserhalb wahrnehmbar) lokal die Zeit – die zwei Quarks bewegen sich immer langsamer – die Massenkonzentration nimmt immer langsamer zu – die Gravitation wird langsam grösser... das Schwarze Mini-Loch wird nie vollkommen fertig.
Aber was passiert mit Massen, die akkretiert werden ? Und was passiert mit dem unfertigen Möchtegern-Schwarzen Loch ? Alles ist immer noch am fliessen, obwohl von aussen gesehen sehr langsam. Wechselwirkende Massen und Energien.
Die zwei Quarks haben nicht unbeschränkt Zeit und Energie.
Was passiert ? Gibt es eine Kraft, die das Schwarze Loch auf ewig konserviert ? Wer weiss es ?

Mit freundlichen Grüssen auch an Professor Rössler und Marc Fasnacht,

N.Tottoli

Ps.: Beweise sind Beweise, bis jemand das Gegenteil beweist – und so lange sollten sie respektiert werden.
PermalinkPermalink 2010-08-07 | 03:11
Comment from: achtphasen [Member] Email
Nun muss ich die Rolle des Teufel's Advokaten übernehmen und Professor kritisieren; auch übernehme ich 'die Verantwortung' Herrn Petera explizit dazu motiviert zu haben, Rössler etwas entgegenzusetzen, weil es schlicht keinen Sinn macht, wenn 'die achtphasen' beinahe ausschliesslich Rössler'sche Widerlegungseinforderung publizieren.

Hier also breche ich eine Lanze für Herrn Petera, dass ich Professor Rössler sehr schätze, das weiss zumindest er selbst gut genug. Es geht aber nicht darum ob man Rössler nun mag oder nicht, sondern darum, dass er einerseits 100% recht hat, dass seine Berechnung (vom Cern) VOR Kollisionsaufnahme hätten widerlegt werden müssen, oder (ebenfalls vom Cern) VOR Experimentaufnahme häte nachgewiesen werden müssen, WARUM trotz korrekter Berechnung sein Theorem von Irrelevanz sei.

Dass Professor Hawkings auf Quanteneffekten im Vakuum beruhende Theorie immediater Zerstrahlung mikro-kleiner Schwarzer Löcher bis zum Sommer 2008 DIE (rein verbale) Sicherheitsgarantie gegen jegliche Gefährdung durch mensch-maschinen-gemachte natur-nicht-idetnisch *langsame* Mikro-Schwarz-Löcher gewesen ist, ist Bewis dafür, wie leichfertig (beinahe kindlich) CERN die eventualiter mögliche und eplizit erhoffte Massenproduktion natur-nicht-identisch langsamer Raumzeit-Limites ansteuert(e).

Dass CERN erst nach der Widerlegung Rösslers Berechnung durch den damals auch hier unbekannten anonymen Forums-Teilnehmer 'Ich' vom CERN auf seiner Safety-Site ...

(seit Sommer 2008 nicht aktualisiert, obschon sowohl Professor Rössler als auch Dr. Plaga, die beide dort namentlich als widerlegt aufgeführt werden, ihre jeweiligen Paper um Fehler bereinigt haben (Rössler) oder der Behauptung 'Formeln falsch verwendet zu haben' entschieden und begründend widersprochen haben (Plaga))

... auch nur erwähnt worden ist, dass diese beiden Wissenschaftler ihre jeweiligen Paper aktualisiert/korrigiert haben, ist nur ein weiterer Beleg für wissenschaftliche Unredlichkeit CERN's wenn es darum geht, die Inbetriebnahme der Maschine trotz expliziter und wissenschaftlich korrekt formulierter Warnung durchzusetzen.

Diesen ganzen Sermon, obzwar 100% wahr (so weit ich das beurteilen kann) und berechtigt diese Worte sind, nun zum x-ten Male erneut zu formulieren, ist erschöpfend.

Daran ist nicht Rössler schuld, sondern der Skandal, dass CERN seine sicherheitsbetreffenden und sicherheits-kommunikations-betreffenden Hausaufgaben bis heute schlicht nicht anders als schlampig gemacht hat.

Der vielleicht erfolgversprechendste Ansatz Rössler nachzuweisen, dass seine Interpretation Schwarzer Löcher (wenn schon mathematisch-physikalisch nicht zu widerlegen) irrelevant sei, besteht wohl darin, den Raum um die Schwarzen Löcher im Inneren der (meisten) Galaxien zu beobachten und festzuhalten, dass dieser Raum beobachtbar flach ist ... und somit die von Rössler postulierte unendliche Raumausdehnung um den Horizont herum von aussen gesehen nur minimalsten Raum beansprucht.

Dann nämlich ist man bei der 'klassischen' Interpretation Schwarzer Löcher, die besagt, dass Schwarze Löcher stabil sein sollen und dass nichts ihnen jemals wieder entkommen könne.

Ich gebe Herrn Petera recht, dass diese immer widerkehrende Argumentation um Schwarze Löcher und darum, ob nun das gothisch-R-Theorem ein Beweis für deren Gefährlichkeit ist oder doch nur historisch bedeutsam gewesen ist, um den CERN zu zwingen per Akkretionsfristen-Epos Giddings und Mangano zuzugeben, dass der reine Glaube an die Naturentsprechung der Hawking-Strahlung kein ausreichendes Argument sein kann, auf der Erde intendiert natur-nicht-identisch langsame MikroSchwarzLöcher zu erzeugen.

Von CERN wird, bei maximaler Luminosität, eine Produktionsrate von ca. einem MikroSchwarzLoch pro Sekunde erwartet, von denen etwa jedes Tausendste in der Erde verbleiben wird und eine geringere Anzahl in die Sonne fallen wird, so sie denn nicht per Hawking-Strahlung innert kürzester Zeit verdampfen werden.

Weil jeder Blog-Eintrag und jeder Kommentar meine echte Zeit beansprucht, werden 'die achtphasen' nun zwei Wochen schweigen.
Kommentare werden, wenn publizierbar, weiterhin angezeigt.

An Professor Rössler die grosse Bitte sich doch daran zu machen, wissenschaftlich korrekt nachzuweisen, WARUM die Milliarden Jahre, die die Herren Giddings und Mangano als Frist zur Akkretion einiger als unbedeutsam erachteter Kilogramm Erdmaterie errechnet haben, nicht haltbar sind als CERNs heute einzigverbliebener Sicherheitsbehauptung um jegliche Besorgnis zu 'hypothetischerweise' nicht zerstrahlenden MiniSchwarzLöchern zu entkräften.

Dieses eine Paper stellt nun tatsächlich CERN's einzige Schutzbehauptung zur Massenproduktion von Raumzeit-Limites dar.

Herrn Petera danke ich für seine exzellente Listung, was zu erarbeiten (schon lange) wünschenswert gewesen wäre:
Nicht nur für den interessierten Laien erhebt sich die Frage, wie weit die Erhöhung der Gravitation (und starke Zunahme der Masse) einen Beitrag liefert zur Anziehungskraft des gebildeten SL. Es geht an dieser Stelle nicht nur um die oft zu lesende Begründung, weshalb die Energie des neuen Ringbeschleunigers LHC ausreicht, um Schwarze Mikrolöcher zu produzieren. Wir brauchen dringend Angaben, weshalb stabil gebliebene Mikrogebilde Schwarze Löcher in der Lage sein sollen, schnell zu wachsen. Bekanntlich gibt es auch einige Cern anerkannte Physiker, die schnelle Wachstumsschübe errechnet haben, allerdings auf der Basis von Modellen mit nur einer zusätzlichen Extradimension. Aber grundsätzlich bleibt festzuhalten: es gibt auch außerhalb des LHC Kritikerkreises Physiker, die –zumindest vorübergehend - besorgniserregende Berechnungen für ein schnelles SL-Wachstum vorgelegt haben! (darunter der jetzige Geschäftsführer der GSI Schwerionenforschung Darmstadt) Diese worst case Resultate hängen irgendwie damit zusammen, dass in der zusätzlichen räumlichen Extradimension (oder in den verschiedenen Extradimensionen) sowohl das Newtonsche Gesetz (quadratische Zunahme der Anziehungskraft bei linearer Verkürzung der Distanz. Ich möchte jedoch anmerken, dass man das Newtonsche Gravitationsgesetz für diese Umkehrung etwas anders formulieren muss ) eine zusätzliche Wirksamkeit entfaltet, - vor allem auch das zusätzliche Zur-Verfügung-Stellen von Gravitonen (in den Extraräumen) zu einem Anwachsen der SL-Masse führen.


Insgesamt muss wahrscheinlich unterschieden werden: Massenzunahme durch Schlucken benachbarter Materieteilchen, Massenzunahme durch Aufnahme von Energien (Kollisionsenergien), und Massenzunahme durch Aufnahme von Gravitonen. Und wahrscheinlich gelten auch die in achtphasen andiskutierten Möglichkeiten: virtuelle Teilchen, Hintergrundstrahlung, oder dass mehrere Schwarze Löcher zu einem Schwarzen Loch verschmelzen. Ferner sind systemische Effekte zu beachten: Geschwindigkeit und Bahnverlauf eines SL. Möglichkeiten des Aufschwingens eines Systems (Hin –und Her schwingen von SL-Bildung, - Zerfall dieser SLs und anschließend wieder exponentielles Wachstum),- oder Aufschwingens eines Systems bzw. exponentielles Wachstum wie z.B. in der Chaostheorie oder Kybernetik beschrieben.



Die achtphasen schweigen von heute 13 Uhr 07 an - für hoffentlich ganze zwei Wochen - es ist nämlich so, dass durch permanente Wieder-Erörterung des Skandalon CERN die echte Zeit für echtes Leben schwindet.
Und solchen Zeitverlust kann meiner Person alleine nicht länger zugemutet werden.

Also, liebe Kritiker sowohl am CERN als auch an Rössler: sputet Euch und tut endlich was und macht die nicht-rösslerbezogenen Risiken publik!

Die 'achtphasen' widmen sich nun zwei Wochen den üblichen Lebensnotwendigkeiten ... und der Kunst.
Marc Fasnacht
PermalinkPermalink 2010-08-07 | 11:19
Comment from: Rudolf Uebbing [Visitor]
Einige Selbstattestate aus der Hochenergiephysik in Sachen Sicherheit - im Falle des LHC des CERN - sind nicht zeitgemäß.

In einer modernen Gesellschaft sollte man meinen dürfen, dass unter hochgebildeten Menschen Spezialisten zu den zugehörigen Spezialaufgaben herangezogen und befragt werden, auch gerade was Methodiken betrifft, um sachgerechte Lösungswege zu gehen.

Da Hochenergiephysiker in Sachen Sicherheit keine Experten sind, so nimmt es nicht weiter wunder, dass elementare Darstellungen, beispielsweise Fehlerbäume wie sie in der Risikoforschung vorzufinden sind, z.B. bei Gefährdungsanalysen, von Giddings und Mangano n i c h t benutzt werden - sie kommen zudem im LSAG-Report (CERN, 2008) n i c h t vor.

In der gefahrgeneigten Kerntechnologie wären systematische Auslassungen dieser Art eine nicht akzeptable Vorgehensweise - bei grundsätzlich neuen, derzeit angedachten Globalrisiken hingegen scheinbar schon - wie erlebt werden muss.

Nun die in der Folge über 20 Millionen Euro teure Heliumverdampfung im Jahr 2008 im Tunnel des LHC-Beschleunigerringes war offenbar technisch bedingt - es entsteht jedoch auch hier der Eindruck, dass Gefährdungsanalysen nicht ausreichend tiefgehend waren.

Ein australischer Sicherheitsexperte wirft im Jahre 2009 dem LSAG-Report (CERN) bedeutsame Mängel vor und begründete mit tabellarischer Auflistungen von Details seine Untersuchungsergebnisse in einer im Web publizierten Ausarbeitung.

Nun, darauf hinzuwirken, dass ein renommiertes Risikoforschungsinstitut bei Sicherheitsanalysen hinzugezogen wird, bleibt hier eine wichtige Aufgabe, insbesondere je mehr die experimentielle Physik sich aktiv gewaltigster Urkräfte bedient, und dabei extremen Zuständen, vergleichbar dem sog. Urknall (Big Bang), sich annähert und möglicherweise durch das Kreieren exotischer Partikel - mit u n n a t ü r l i c h geringen Relativgeschwindigkeiten - risikobehaftete Zustände in den Labors herbeiführt.

Wenn Brian COX, ein bekannter Physiker, ein globales Risiko von 1 : 1 Milliarde als untragbar erachtet (wie von ihm im Jahr 2008 geäussert - er glaubt an kein nennenswertes Risiko im Falle des LHC), so muss ihm entgegengehalten werden, was T. ORD, ein Oxforder Wissenschaftler, ausführlich beschreibt, nämlich die nicht ausreichend untersuchten, grundsätzlichen Irrtumsmöglichkeiten. Demnach kann das tatsächliche Risiko auch erheblich größer sein (nach T. Ord bis 1:10000); deswegen meine ich - den üblichen Anforderungen unserer Zeit entsprechend - muss ein Risikoforschungsinstitut beteiligt sein. Ein Selbstattestat des CERN oder aus der Hochenergiephysik in eigener Sache ist unzureichend.

Nicht sein kann, dass der Fundus der Risikoforschungsmethodiken aussen vor bleibt, wenn eine überaus bedeutsame Fragestellung - hier ein diskutiertes Globalrisiko - betroffen ist.
PermalinkPermalink 2010-09-02 | 19:39
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