Hallo Xxxxx aka ‘Ich’

ich habe ja schon lange meine Zweifel; jedoch mag ich Otto Rössler menschlich sehr und zudem bin ich ihm anerkennend dankbar, dass er mit seiner Widerlegungseinforderung 2008 den CERN veranlasst hat, von dem Postulat Hawkings-Strahlung als Sicherheits’beweis’ seiner Schwarz-Loch-Ambitionen abzugehen und stabil verbleibende MBH’s als mögliches Resultat der Kollisionen anzuerkennen.

Rössler’s Widerlegungseinforderungen 2010 könnte wohl niemand besser als Du beenden, indem Du ihn widerlegst.

Deine Sätze sind einleuchtend - so jedoch nicht genug - es müsste entweder wie 2008 ein fehleraufzeigendes Dokument vorhanden sein (das würde ich gerne und dankbar sofort publizieren) oder aber Du autorisierst mich den Inhalt Deiner Zuschrift als ‘Widerlegungsansatz’ zu publizieren - Kommentare könnten, falls von Euch so erwünscht, dann auch auf ‘nur’ Euch beide - Dich und Otto - beschränkt werden.

Wesentlich relevanter betreffs ‘Sicherheit’ der Erde vor millionenfacher MBH-Produktion am Cern wäre selbstverständlich eine kritische Analyse der Berechnungen von G&M - es ist doch schon zumindest fragwürdig, dass auf Grund solch eines Papers, dass alle Berechnungsparameter auf anerkannte Gegenwartsphysik stützt und sogar vom Physik-Mainstream akzeptierte Unwägbarkeiten wie die räumliche Grösse von Elektronen und die Akkretierbarkeit elektromagnetischer Feldenergien ausblendet, (die Behauptung aufgestellt wird, es könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass Vernichtung von ein paar harmlosen Kilogramm Erdmaterie mit Gewissheit Milliarden Jahre dauern würde).

Meine tatsächliche Hauptbesorgnis ist, dass aufgrund (entkompaktifizierter) Extradimensionen nicht ‘nur’ extragravitative Kräfte frei werden, sondern allerhand Unwägbares - wie lässt sich so als über Milliarden Jahre berechenbar darstellen, was noch niemand je in Realität betrachtet hat?

Die Akkretionsfristenberechnung G&M’s (die zudem in Widerspruch stehen zu ähnlichen Berechnungen Bleicher, Stöcker, Koch) sind in meinen Augen ein Treppenwitz der Wissenschaftsgeschichte.

Jedoch hat Professor derart oft nach Widerlegung gerufen, dass ich Deine Widerlegung seiner Berechnungen wegen meiner (und meines Engagements) Glaubwürdigkeit nun wirklich gerne publizieren würde - einerseits könnten eben Deine Zuschriften veröffentlicht werden - als Diskussionsanstoss - oder es könnte ein widerlegendes Dokument Deinerseits zum Download angeboten werden - erneut (falls erwünscht) mit Beschränkung der Kommentare auf Dich und Otto Rössler.

beste Grüsse!
Marc Fasnacht

2010-02-04 | achtphasen | 14:43:57 | Email | 14 comments




 

Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
Hallo zusammen,

ich begrüsse es ausserordentlich, dass nun nach Abhandlung der diversen Aspekte der Sicherheitsanalysen zur Sicherheit endlich auch wieder fachliche Fragen erörtert werden können.

Bekanntlich wird das Gothic-R-Theorem weder direkt für die Sicherheitserörterungen benötigt, da sein Ergebnis von den gängigen Sicherheitsanalysen (z.B. Dr.Giddings/Dr.Mangano oder Prof.Koch/Prof.Bleicher/Prof.Stöcker) schon vorausgesetzt wird noch indirekt für die Bildung der Mini-Quasare, da man diese Fragestellung unabhängig vom Gothic-R-Theorem auf die Frage nach der Stabilität von Agglomeraten, welche zu einem Schwarzen Loch kollabieren, den Endzustand aber während endlicher Zeit nicht zu erreichen vermögen, verallgemeinern und somit von deren Erzeugung entkoppeln kann.


Bekanntlich hat der User "Ich" fehlende Definitionen identifiziert (http://www.relativ-kritisch.net/forum/viewtopic.php?p=30479#30479):

"Diese lichtschnellen Bezugssysteme sind in der SRT genauso undefiniert wie unendlich schnelle Systeme im Galileischen System. Die hineinkonstruierten Unendlichkeiten machen eine sinnvolle Definition irgendeines physikalischen Geschehens zur Unmöglichkeit."


Bevor der User "Ich" bemüht wird, wäre es sicher zielführend, wenn Professor Rössler die ausstehenden Definitionen nachträgt und auf Wohldefiniertheit überprüft.


Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2010-02-04 | 17:14
Comment from: achtphasen [Member] Email
Falls der anonym verbleiben wollende 'Ich' sich die Mühe machen will Herrn Rössler in einer öffentlichen Debatte zu widerlegen, dann biete ich Herrn Rössler und 'Ich', falls erwünscht, sehr gerne einen separaten Blogeintrag wohinein nur diese 'Kommentatoren' zugelassen werden.

PermalinkPermalink 2010-02-05 | 09:38
Comment from: Dr.Georg Petera [Visitor]
Hallo Herr Kannenberg,
mein Kommentar gilt nur einem Nebenaspekt Ihres Beitrags, den Sie allerdings (auch mir gegenüber) wiederholt in den diversen Diskussionen eingebracht haben: „Bekanntlich .. Gothic-R-Theorem …sein Ergebnis von den gängigen Sicherheitsanalysen (z.B. Dr.Giddings/Dr.Mangano oder Prof.Koch/Prof.Bleicher/Prof.Stöcker) schon vorausgesetzt wird“. Ich habe jetzt den Sündenfall der gestückelten Zitierweise begangen, aber es ist klar, was ich meine. Statt „Gothic-R-Theorem“ könnte man hier einen weniger umstrittenen Ausdruck verwenden: „kein Auftreten der Hawking-Strahlung“ oder „stabil gebliebenes MBH“. Ich glaube nicht, dass die LHC-Kritiker einfach zur Presse laufen können um dort zu verkünden: „Hallo Ihr lieben Wissenschaftsredakteure oder Hallo liebe Feuilleton-alleskönner, habt Ihr es schon mitbekommen: die Cern-Wissenschaftler bestehen nicht mehr auf das Sicherheitsargument ´Hawking-Strahlung´. Schnee von gestern! Auch Cern gehe in seinen Analysen von stabil bleibenden Mini Black Holes aus. Beweis: Ausssagen der Cern-Wissenschaftler Soundso!“ ?
Herr Kannenberg, hier haben Sie bewusst oder unbewusst eine Falle aufgebaut. Denn Sie können mit ziemlicher Sicherheit keine direkte schriftliche oder mündliche (festgehaltene) Aussage eines Cern-orientierten Physikers präsentieren, in welcher zum Ausdruck kommen würde, dass die derzeitige Sicherheitsanalyse nicht mehr von der Gültigkeit der Hawking-Strahlung ausgehe.

Jein, werden Sie sagen und fortsetzen: „lesen Sie doch das berühmte Basispapier G&M vom Juli 2008 und dann werden Sie feststellen, dass in den diversen Analyse-Szenarios auch von stabil bleibenden MBHs ausgegangen wird.“

Dann werde ich entgegnen: überzeugen Sie doch selbst die Presse und die MP-Direktoren, sowie die Sprecher der diversen Verbände (KET) davon, das das so ist, wie Sie es uns gegenüber behaupten.“ – Oder besitzen Sie schon soviel Zitier-Autorität im Cern-Umfeld, dass wir Kritiker uns auf Sie berufen können: „Aber der Mathematiker Kannenberg hat doch gesagt .. und dann muss es auch stimmen!“
Mit freundlichen Grüßen
Georg Petera
PermalinkPermalink 2010-02-05 | 15:03
Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
"Herr Kannenberg, hier haben Sie bewusst oder unbewusst eine Falle aufgebaut."

Sehr geehrter Herr Dr.Petera,

es ist mir neu, dass ich Fallen aufbauen würde. Also bleiben wir bitte bei meinen Aussagen, zumal man diese auch überprüfen kann.


"Denn Sie können mit ziemlicher Sicherheit keine direkte schriftliche oder mündliche (festgehaltene) Aussage eines Cern-orientierten Physikers präsentieren, in welcher zum Ausdruck kommen würde, dass die derzeitige Sicherheitsanalyse nicht mehr von der Gültigkeit der Hawking-Strahlung ausgehe."

Einen solchen Unfug habe ich auch nie behauptet - im Gegenteil - ich werde nicht müde, immer und immer wieder darauf hinzuweisen, dass das Sicherheitsargument der Hawkingstrahlung ein sehr starkes ist.


"Jein, werden Sie sagen und fortsetzen: „lesen Sie doch das berühmte Basispapier G&M vom Juli 2008 und dann werden Sie feststellen, dass in den diversen Analyse-Szenarios auch von stabil bleibenden MBHs ausgegangen wird.“"

Das ist richtig. Aber es beinhaltet keinen Widerspruch, sondern lediglich verschiedene Fallunterscheidungen.


"überzeugen Sie doch selbst die Presse und die MP-Direktoren, sowie die Sprecher der diversen Verbände (KET) davon, das das so ist, wie Sie es uns gegenüber behaupten.“"

Bitte weisen Sie mir einfach nach, dass die von mir genannten Fallunterscheidungen unzutreffend sind. Da diese Fallunterscheidungen bei den Voraussetzungen ansetzen und nicht bei den Resultaten der Sicherheitsbertachtungen, sollte dieser Nachweis sehr einfach und insbesondere frei von jeder Polemik durchführbar sein.


"dass wir Kritiker uns auf Sie berufen können: „Aber der Mathematiker Kannenberg hat doch gesagt .. und dann muss es auch stimmen!“"

Das ist Unfug: Die Kritker sollen sich auf die von mir genannten Argumente und nicht auf meine Person oder meinen Titel berufen.

Wenn Sie übrigens oben genannte Fallunterscheidungen überprüft haben werden, werden Sie zwanglos erkennen, dass meine Äusserungen nicht im Widerspruch zum CERN stehen.

Vielleicht ist Ihnen ein unzutreffender Eindruck entstanden, weil die Kritiker um Professor Rössler die Diskussion fast ausschliesslich auf Nicht-Vorhandensein der Hawkingstrahlung basieren, so dass zwangsläufig der Fokus auf Sicherheitsanalysen liegt, die ohne Hawkingstrahlung argumentieren; da aber Grösser-/Kleiner-Abschätzungen zur sicheren Seite verwendet werden, ist die Aussage, dass LHC-artige Schwarze Löcher in 5 Milliarden Jahren maximal 5 kg Materie der Erde akkretieren können, auch im "Normalfall" der Hawkingstrahlung zutreffend - dann zerstrahlen die Schwarzen Löcher innert ~ 10^(-24) Sekunden und können in 5 Milliarden Jahren gar keine Materie akkretieren. Insbesondere also auch höchstens 5 kg, da 0 kg kleiner oder gleich 5 kg ist.


Sie sehen also, wie wichtig es ist, etwas genauer zu argumentieren.


Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2010-02-05 | 15:45
Comment from: Dr.Georg Petera [Visitor]
Sehr geehrter Herr Kannenberg,
danke für die prompte Erwiderung.
Ich will jetzt nicht in die Punkt für Punkt Endlos-Erwiderungs-Diskussion verfallen. – Es ist auch – und das muss ich irgendwie anerkennen – „Ihr“ spezifischer Kannenberg-Argumentationsstil, den Sie sicher gut beherrschen, der aber nicht zu den Garanten eines guten wissenschaftlichen Schlagabtausches gehört, obwohl Sie das vermutlich meinen.


Zwei Sachen möchte ich jedoch hervorheben:

A) Wie schon erstaunlicherweise die Hamburger Wochenzeitschrift „Die Zeit“ erkannt hat, versucht Cern widersprüchliche Inhalte in Radio Eriwan-Ausdrucksweisen zu verkleiden: Im Prinzip Zustimmung „Cern besteht nicht auf Hawking-Strahlung als Sicherheitsargument, aber das heißt noch lange nicht, dass das Sicherheitsargument ´Hawking-Strahlung´ überholt sei“.
Die Zeit (Online Ausgabe Dezember http://www.zeit.de/2009/52/T-LHC-update?page=1) hatte allerdings ihren Radio Eriwan Hinweis auf das übergeordnete Objekt bezogen: „Dementi à la Radio Eriwan: Im Prinzip ja, Schwarze Löcher könnten entstehen. Aber gefährlich seien sie nicht.“

B) Das ist Unfug: Die Kritker sollen sich auf die von mir genannten Argumente und nicht auf meine Person oder meinen Titel berufen.
Wenn Sie übrigens oben genannte Fallunterscheidungen überprüft haben werden, werden Sie zwanglos erkennen, dass meine Äusserungen nicht im Widerspruch zum CERN stehen


Antwort: Mit dem Begriff „Fallunterscheidungen“ haben Sie sich gut aus der Affäre gezogen. Ich ziehe mich gleichfalls mit geringem Formulierungsaufwand aus der Affäre und lasse Ihren Begriff einfach stehen. Auch Ihre Formulierung „werden Sie zwanglos erkennen, dass meine Äusserungen nicht im Widerspruch zum CERN stehen“ möchte ich als Cern-typisches Argumentationsmuster gelten lassen! Einfach Cern-genial „…werden Sie zwanglos erkennen … nicht im Widerspruch zum Cern stehen“. Das ist es: die Sophisten der Nachsokratiker hätten es nicht besser sagen können!
freundliche Grüße Georg Petera
PermalinkPermalink 2010-02-05 | 20:54
Comment from: Kondensat [Visitor]
das grundproblem ist, dass die "kritikerschaft" es nicht schafft, die argumentation konsistent durchzuziehen! daher auch h. kannenbergs beharren auf die "fallunterscheidungen". bevor die kritiker hier nicht endlich mal anfängt, äpfel mit äpfel zu vergleichen, kann die "diskussion" getrost in die ablage P wandern....
PermalinkPermalink 2010-02-06 | 13:14
Comment from: N. Tottoli [Visitor]
Lieber Kondensat

Das könnte man von der ganzen Menschheit behaupten. So ein Kommentar (Ablage P) erstickt jegliche Diskussion. Wir sind alle nicht perfekt. Aber konzentrieren wir uns doch auf`s Wichtigste.
Wissenschaft ist Kommunikation in Freundschaft.
Allen einen schönen sonnigen Tag. Geniessen wir ihn, solange wir noch können - wobei ich nicht sage, es wird bestimmt etwas passieren - aber wer weiss ?

Freundliche Grüsse,

N.Tottoli
PermalinkPermalink 2010-02-06 | 13:58
Comment from: Rudolf Uebbing [Visitor]


Fehlende Ereignisbäume und unangemessen geringer Analyseaufwand


Zwei Fragestellungen:

a) Ein australischer Sicherheitsforscher bemängelte in 2009 den LSAG-Vorgang (Sicherheitsanalysen) als n i c h t zeitgemäß. Er bemängelte, dass z.B. keine graphischen Ereignisbäume dargestellt werden, anhand derer sich Vollständigkeiten erleichtert prüfen lassen. Festzustellen ist, dass auf den Webseiten des CERNs eine derartige Nachbesserung bis vor wenigen Tagen nicht vorgefunden werden konnte.

(Giddings u. Mangano geben z.B. keine Standardabweichungen für die von ihnen angegebenen Schrankenwerte, z.B. Akkretionszeiten oder Altersangaben stellarer Körper, an - somit wird ein wichtiger Aspekt - nämlich die Verlässlichkeit sog. robuster Abschätzungen - nicht angemessen abgehandelt. Nicht alle Bedingungen, die ihren Abschätzungen zugrunde liegen, werden eingehend abgehandelt - somit ist es nicht verwunderlich, dass bei den o.g. Autoren keine Zweifel aufgekommen sind. - Zudem kann man in der Arbeit der o.g. Autoren die Tendenz feststellen, dass b e r u h i g e n d e Zahlenwerte b e z i f f e r t benannt werden; alarmierende Zahlenwerte werden gelegentlich n i c h t beziffert benannt und stattdessen verbal umschrieben.)



b) Für regionale und überregionale, atomar begründete Gefährdungen gab es - mit ausserordentlichem Umfang ausgestattet - bereits eine "Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke".

Von der Untersuchungsintensität her sollte ein globales Risiko ebenso ausführlich und mit noch g r ö s s e r e m Aufwand als die deutsche Studie vorgenommen werden; diese Forderung ist plausibel, da der Schadensfall unvoreingenommenerweise mit "unendlich großem Schadenswert" beschrieben werden könnte (sh. E. JOHNSON).

In der o.g. deutschen Risikostudie werden hingegen musterhaft z.B. zahlreiche Ereignisbäume graphisch nachgewiesen. (Nach dieser Studie beträgt die Häufigkeit der durch die Sicherheitssysteme bei Kernkraftwerken nicht beherrschten Ereignisabläufe etwa 3 in 100000 Jahre. - Nun, im Ausland trat ein solcher Fall bereits ein.)

Warum orientiert sich CERN nicht v o l l an den Maßstäben, die aus der sonst anerkannten Sicherheitsforschung resultieren ?

R.U.
PermalinkPermalink 2010-02-06 | 16:04
Comment from: N.Tottoli [Visitor]
Sehr geehrter Herr Uebbing

Sehr treffend formuliert.
Wenn man die zwei letzten Sätze noch belegen würde (mit Seitenzahl-Angaben), hätte man einen kurzen und stichhaltigen Brief, um zu verschicken.
Ist Johnson dieser Australier ?

Risiko ist Wahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.
Wie klein muss die Wahrscheinlichkeit sein, um ein apokalyptisches Schadensausmass in Kauf zu nehmen ?

(Die Wörter "Sicherheitsbäume" und "Johnson" wundern mich positiv, weil ich die gleichen zwei Wörter gestern in einem kurzen e-Mail-Austausch hatte.
Das ist ja gut so.)


Freundliche Grüsse,

N.Tottoli
PermalinkPermalink 2010-02-06 | 19:54
Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
Sehr geehrter Herr Uebbing,

zu Ihren Ereignisbäumen, die da angeblich fehlen sollen, wurde Ihnen schon oft geantwortet. Ich überlasse es Ihnen, die Antworten herauszusuchen; ich denke, am einfachsten finden Sie das in den beiden NZZ-Threads.


"Warum orientiert sich CERN nicht v o l l an den Maßstäben, die aus der sonst anerkannten Sicherheitsforschung resultieren ?"

Die Massstäbe, an denen sich moderne Naturwissenschaft orientiert, sind nicht nur gleichwertig, sondern sogar besser.


Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2010-02-06 | 20:28
Comment from: Rudolf Uebbing [Visitor]
Nutzung des Wortes 'signifikant' bei Giddings und Mangano (2008) - i.d.R. o h n e Angabe des zugrundeliegenden Signifikanzniveaus

Nun, nur wenn man unterschwellig bzw. unausgesprochen die Bedeutung von "signifikant" als "100-prozentig gesichert" betrachtet, erhält man am Ende einer Analyse auch k e i n e n Zweifel. Eine präzise Betrachtung wird jedoch die Quantifizierung mit einbeziehen wollen. Liegt mit dem LSAG-Report und den angeschlossenen Gutachten eine tendenziell präzise Betrachtung vor ?

Dies kann man mit einem bestimmten Grad an Fachkenntnissen, der hier leider nicht all zu hoch sein braucht, selbst beurteilen; dazu reicht bereits aus, Auslassungen mit bestimmten Schweregraden nachzuweisen. Durchaus kann es sein, dass wie in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens auch, die Rolle von Laienkritikern die Gewichtigkeit von sog. 'fachkundigen Bürgern' bekommen kann.

In der Facharbeit von Giddings und Mangano (2008), dem wesentlich unterstützenden Hauptgutachten der LSAG-Aussagen des CERNs, wird mehr als 40mal das Wort "significant..." benutzt. Leider wird in aller Regel nicht das zugrundeliegende, möglicherweise aus der Quellenangabe hervorgehende, bezifferte Signifikanzniveau angegeben.

Manchmal sind hier Werte von z.B. 5% oder 1 % Irrtumswahrscheinlichkeit üblich - oder auch, in Abhängigkeit von einem bestimmten mehrfachen Wert der Standardabweichung, die jeweils dazu speziell zugehörige Irrtumswahrscheinlichkeit. G. u. M. sind hier leider nicht auskunftsfreudig; für diese Autoren ist "signifikant" alleine i.d.R. ausreichend.

Zu prüfen wäre ggf., inwieweit die Bezugnahme auf "signifikante" Sachverhalte, die Giddings und Mangano heranziehen, Rückwirkungen bzw. Einflußnahme auf die Verlässlichkeit der damit verknüpften, daraus abgeleiteten Aussagen haben, insbesondere dann, wenn Angaben zu Schrankenwerte für sog. robuste Abschätzungen sich damit verbinden sollten (z.B. Akkretionszeiten, Altersangaben stellarer Objekte etc.).

Eine unzureichend reflektierte, gehäufte Benutzung des Wortes "signifikant" - ohne Angabe der Signifikanzniveau - kann zu dem Eindruck einer absolut zutreffenden wissenschaftlichen Aussage führen, was Giddings und Mangano offensichtlich gelungen ist, d.h. eine Irrtumsmöglichkeit einer Gefahr beträgt nach ihnen Null, wenn man eine die nächsten Milliarden Jahre unbeschadete Erdexistenz fordert.

Eine gründsätzlich vorhandene Irrtumsmöglichkeit wird n i c h t näher erörtert und nicht näher eingegrenzt; dies haben Autoren wie der Oxforder Wissenschaftler T. ORD et al. glaubwürdig versucht für den LSAG-Report nachzuholen. (Eine Irrtumsmöglichkeit nach ihnen beträgt z.B. bis zu 1:10.000 - es wird dabei auch auf eine historische Erfahrung verwiesen: Der Castle-Bravo-H-Bombentest im Jahre 1954 unterlag einem ü b e r s e h e n e n Einzeleffekt und fiel daher unerwartet stark aus und führte zu erheblichen Personenschäden.

Die von einem anerkannten deutschen Physikprofessor patentierten Relikts oder die künstlichen kleinen Schwarzen Löcher könnten u.U. höhere Energieumsätze mit sich bringen als von Giddings u. Mangano angegeben, so dass der Energiehaushalt des Erdinneren angekurbelt wird - z.B. ist man auch heute noch nicht sicher, woher der hohe Energieumsatz aus dem Innern einiger Planeten rührt. - Durchaus denkbar ist, dass eine Fehleinschätzung vermehrt, kurz- oder langfristig, z.B. zu andauernden Erdbeben führen könnte.

Die Forderung nach einer gründlicheren Untersuchung - als bislang erfolgt - erscheint wg. der vielerseits akademisch begründeten Schadenszenarien mehr als begründet.

Hier noch eine Antwort auf einen vorhergehenden Kommentarbeitrag 2010-02-06 | 20:28 :
Da die Sicherheitsforschung ein etablierter Wissenschaftszweig ist, spielen moderne Naturwissenschaften ihre Erkenntnisse zwar dort hinein; sie können aber die Spezialisation dieser Teilwissenschaft n i c h t ersetzen
(dann wäre Sicherheitsforschung überflüssig!).


Das Auslassen von Ereignisbäumen mit graphischen Nachweis könnte oder müsste sogar als ggf. handwerklicher Fehler betrachtet werden; es wäre einmal nachzusehen, ob in anderen Anwendungsgebieten ein Sicherheitsgutachten mit derartigen Fehlstellen von vornherein als unzureichend zurückgewiesen würde. - Angesichts der globalen Risikogröße bleiben Auslassungen, selbst wenn sie nur formell wären, völlig unverständlich.

Nun, zu fragen ist auch, welche Qualitäten das technische Sicherheitsgutachten zu den LHC-Apparaturen hatte, welches leider nicht verhinderte, dass ein über 20 Millionen Euro teurer Schaden nach einer Heliumexplosion im September 2008 zu beklagen war - waren in einem technisch zugehörigen Sicherheitsgutachten, sofern es existierte, z.B. die Fehlerereignisbäume vollständig wiedergegeben ? Funktionierte das Sicherheitskorrektiv, das Physiker ausüben können, gerichtet an Ingenieure und Techniker, nicht oder fehlte es ?

Nicht zu vergessen ist, dass der LHC-Ring eine Gemeinschaftsleistung darstellt, an der auch gerade Physiker maßgeblich beteiligt sind.

Ist eine Situation wie vom 19. Dez. 1938 an (Uranspaltung. O.HAHN et al.) und den nachfolgenden Jahren für die Atomphysiker zu befürchten, die seinerzeit dazu geführt hatte, z.B. dass Robert Oppenheimer, Chefentwickler der Fissionsbombe, mit selbstanklagenden Worten später vor den amerikanischen Präsidenten trat, um Schlimmeres zu verhindern ?

R.U.
PermalinkPermalink 2010-02-07 | 13:04
Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
"Ich will jetzt nicht in die Punkt für Punkt Endlos-Erwiderungs-Diskussion verfallen."

Sehr geehrter Herr Dr.Petera,

da brauchen Sie keine Sorge zu haben: Da es Ihnen bislang nicht gelungen ist, meine Einwände wissenschaftlich zu entkräften, kann von einer wissenschaftlichen "Erwiderung" Ihrerseits leider keine Rede.


"Es ist auch – und das muss ich irgendwie anerkennen – „Ihr“ spezifischer Kannenberg-Argumentationsstil, den Sie sicher gut beherrschen, der aber nicht zu den Garanten eines guten wissenschaftlichen Schlagabtausches gehört,"

Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber Fachargumente überzeugen mich mehr als solche Allgemeinplätze, die Ihrer subjektiven Empfindung entspringen.


"obwohl Sie das vermutlich meinen"

Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut andere Menschen zu wissen glauben, was ich vermutlich "meine" ... - im Übrigen darf man mich auch gerne zurückfragen, wenn Unklarheiten darüber bestehen, was ich meine.


"Mit dem Begriff „Fallunterscheidungen“ haben Sie sich gut aus der Affäre gezogen. Ich ziehe mich gleichfalls mit geringem Formulierungsaufwand aus der Affäre und lasse Ihren Begriff einfach stehen."

Das ist bedauerlich. Sollten Sie sich dennoch entschliessen, sich die benötigten wissenschaftlichen Methoden für solche Diskussionen anzueignen und vor allem auch anzuwenden, will ich die Diskussion gerne mit Ihnen fortsetzen.


Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2010-02-08 | 09:06
Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
"Eine gründsätzlich vorhandene Irrtumsmöglichkeit wird n i c h t näher erörtert und nicht näher eingegrenzt; dies haben Autoren wie der Oxforder Wissenschaftler T. ORD et al. glaubwürdig versucht für den LSAG-Report nachzuholen. (Eine Irrtumsmöglichkeit nach ihnen beträgt z.B. bis zu 1:10.000 (...)"

Sehr geehrter Herr Uebbing,

lassen Sie mich mit einer Gegenfrage antworten: Wie gross ist nach Ord et al. die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Sonne in wenigen Tagen erlöscht ? - Ich will Ihnen helfen: Nutzen Sie die Formel (4) in der genannten Arbeit.


Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg


An die stillen Mitleserinnen und stillen Mitleser: Das von Ord et al. errechnete Restrisiko für ein spontanes Sonnenerlöschen hat einen Wert zwischen 10^(-6) und 10^(-7), daraus resultierend, dass beide Faktoren der Gleichung von Ord et al. mit 10^(-3) abgeschätzt werden, was übrigens als "sehr gute" Qualität bezeichnet wird.
PermalinkPermalink 2010-02-08 | 10:15
Comment from: Rudolf Uebbing [Visitor]
A) Man kann einen denkbaren Fehler nicht durch einen anderen denkbaren Fehler relativieren.

B) Andere denkbare Fehler- oder Irrtumsmöglichkeiten entbinden nicht von der Pflicht, mit a n g e m e s s e n e m Aufwand ein eigenes, grenzwertiges Tun nachhaltig auf möglicherweise schadführende Folgeereignisse hin g e n a u e s t e n s zu untersuchen.

C) Eine definitive N u l l-Risikoaussage für die nächsten Milliarden Jahre wäre von ihrer Konzeption her bereits als n i c h t wissenschaftlich anzusehen.

D) Die Methodenvielfalt zur Risikobestimmung ist n i c h t als ausgeschöpft anzusehen.

E) Der LHC-Vorgang ist von derartiger Bedeutung, dass es angemessen wäre, dafür eigens neuartige Beurteilungsmethodiken zu entwickeln (geschieht z.B. derzeit in einem a n d e r e n Forschungsgebiet).

R.U.
PermalinkPermalink 2010-02-10 | 11:04
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