Ungewöhnlich kurze Ausbrüche von Gammastrahlung könnten gemäß einer Theorie von Astronomen der Universität von Kalifornien in Los Angeles von kleinen schwarzen Löchern stammen. Sollte sich diese Theorie als richtig erweisen, dann muss es in der direkten Nachbarschaft unseres Sonnensystems schwarze Löcher geben. Die Forscher stellen ihre Theorie im Wissenschaftsmagazin New Scientist vor.

Unter 3000 Gammastrahlungsausbrüchen fanden David Cline und seine Kollegen 42 Eruptionen, die kürzer als eine Zehntel Sekunde dauerten. Außergewöhnlich an diesen 42 Eruptionen war außerdem, dass sie nicht aus allen Richtungen kamen, sondern überwiegend aus Richtung des Orion-Spiralarms unserer eigenen Milchstraße.

Man glaubt, dass die meisten Gamma-Eruptionen, die in der Regel mehrere Sekunden dauern, bei der Geburt oder beim Verschmelzen von sternengroßen schwarzen Löchern erzeugt werden. Die gleichmäßige Verteilung dieser Eruptionen auf alle Richtungen spricht dafür, dass sie außerhalb unserer Milchstraße in weiter Entfernung entstehen.

Doch aus der Konzentration der 42 kurzen Eruptionen aus Richtung des Orion-Spiralarms schließt Cline, dass diese Eruptionen lokal in unserer Milchstraße bei der Explosion von mikroskopisch kleinen schwarzen Löchern erzeugt werden. “Diese Idee ist nicht vollkommen verrückt", kommentiert Martin Rees von der Universität Cambridge die Vermutung seiner Kollegen.

Gemäß einer Theorie von Stephen Hawking beenden schwarze Löcher ihre Existenz in einer gewaltigen Explosion. Je mehr Masse sie haben, desto länger “überleben” sie. Nimmt man an, dass die heute explodierenden schwarzen Löcher vor 14 Milliarden Jahren – kurz nach dem Urknall – entstanden sind, dann müssen sie damals eine Masse von 100 Millionen Tonnen gehabt haben. So viel wiegt etwa ein kleiner Berg.

Wenn Cline und seine Kollegen Recht haben, dann müsste es in unserer Milchstraße unzählige mikroskopisch kleine schwarze Löcher geben, von denen einige jedes Jahr explodieren. Statistisch dürfte das nächste nicht viel weiter weg von uns sein als der Planet Pluto.

Bei der Explosion solch eines schwarzen Lochs wird eine Energie von 100 Millionen 1-Megatonnen-Wasserstoffbomben frei. Die mögliche Gefahr für die Erde schätzt Cline allerdings als gering ein: “Ein explodierendes schwarze Loch müsste uns schon näher als die Sonne kommen, um die Erde zu gefährden.”

Axel Tillemans | 04.12.2001 | http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/151155.html

2008-11-08 | achtphasen | 08:01:03 | Email | 3 comments




 

Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
Hallo zusammen,



was die Gefährlichkeit so eines nahen Schwarzen Loches anbelangt so ist festzuhalten, dass seit Entstehung der Erde solches auch da waren und einige von ihnen explodiert sind. So gesehen sind solche Schwarze Löcher für das Verständnis der Entwicklung unseres Sonnensystems zweifelsohne sehr interessant.



Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2008-11-08 | 11:19
Comment from: achtphasen [Member] Email
Hallo Herr Kannenberg

... es geht nicht darum Gefährlichkeit äusserst interessierender Singularitäten (Schwarze Löcher) zu skizzieren; sondern darum, CERN zu helfen sein letztes Argument mit gesicherten Fakten zu beweisen bevor an der Grenze zu potentiell äusserst gefährlichem Unwissen experimentiert wird.

Existenz und Langlebigkeit der Neutronensterne ist letztlich DAS Argument das nach allen 'even if' Schlaufen übrigbleibt. Im Jahr 2006 wurde zwar durch Herrn Stöckers PrivatPatent auf die Relics zerstrahlter Schwarzer Löcher verwiesen - doch, notabene, ohne irgend Strategie des Handlings dieser Materie in Strahlungsenergie umwandelnden Menschheitsbeglückung. Damals jedoch wurden Neutronensterne von CERN nur als letztinstanzlicher Sicherheitsbeleg für Stranglets herbeigezogen ... seit letztem Sommer jedoch hat CERN den Sicherheitsbeleg Neutronenstern auch auf Schwarze Löcher ausgeweitet (ein erweiterter Neutronensternbegriff im Beuys'schen Sinne also ;-).

Naheliegend ist es, von der, die Experimente so nachhaltig befürwortenden, naturwissenschaftlichen Gemeinschaft nicht nur eine weitere Behauptung ex-Cathedra sondern einen Beweis für diese letzte und so absolut anmutende Sicherheit zu erwarten.

Nicht nur wir Laien, nämlich, wissen nicht so ganz genau, wie denn ein Neutronenstern funktioniert. Doch offenbar sind da manche derartige Objekte in beobachtbarer Sonnennähe und wir wünschen und wirken, dass vor der millionenfachen experimentellen Erzeugung von hawkingzerstrahlenden oder aber nichthawkingzerstrahlenden doch relikterzeugenden Hadronenkollisionen diese Strahlungsquellen wissenschaftlich untersucht werden.

Angesichts der Unwägbarkeiten der von CERN intendierten Experimente ist der hierzu erforderliche Aufwand durchaus vertretbar - ähnlich der Suche nach Exoplaneten. Viele interessante wissenschaftliche Erkenntnisse werden so nebenbei gewonnen werden. Erst nach systematischer Erforschung der sonnennahen Strahlungsquellen, insbesonders der Neutronensterne, wird CERNs letztes Argument ein gesichertes Argument sein oder ein widerlegtes.

Beim heutigen Stand des Unwissens - auch zu den sonnensystemnahen Strahlungsquellen - ist das Argument der Langlebigkeit der Neutronensterne doch ein recht unglaubwürdiges ... insbesonders in Anbetracht der Risiken von Relikten (entsprechend Herrn Stöckers Patentantrag) und Herrn Plagas bis heute nichtwiderlegtem Szenario bei 'nur' 2 Extradimensionen.

Mit freundlichem Gruss, Marc Fasnacht
PermalinkPermalink 2008-11-09 | 08:58
Comment from: ralfkannenberg [Visitor]
Sehr geehrter Herr Fasnacht,

bitte erlauben Sie mir die Frage, was Ihr Neutronenstern-Argument im Zusammenhang mit übriggebliebenen kleinen Schwarzen Löchern aus der Entstehungzeit des Universums, von denen sich statistisch gesehen eines in (30 AE)^3 befinden könnte, zu tun hat.

Was den Einwand von Dr.Plaga anbelangt, so wurde dieser bereits widerlegt, wenngleich die Widerlegung von Dr.Plaga bedauerlicherweise nicht anerkannt wurde, und was o.g. Szenario mit 2 Extradimensionen anbelangt: Erst diese Woche hatte ich ein Gespräch mit einem namhaften Professor und dieser hat mich über aktuelle Resultate aus Gravitationsvermessungen im Mikrometer-Bereich informiert, aufgrund derer 2 Extradimensionen ausgeschlossen werden können. Ich werde mich in diese Thematik aber noch genauer einzuarbeiten haben.

Sie sehen - parallel zu neuen Teilchenbeschleunigern gibt es auch zahlreiche weitere Experimente, die in diesem Zusammenhang unser Wissen enorm zu erweitern suchen und dazu gehören beispielsweise Gravitationsvermessungen bei kleinen Abständen.

Wir alle dürfen also gespannt sein auf die Resultate der nächsten Präzisions-Experimente.

Freundliche Grüsse, Ralf Kannenberg
PermalinkPermalink 2008-11-09 | 19:11
*
* your email address will not be displayed
  your URL will be displayed