Technokratie bezeichnet - oft im abwertenden Sinne - eine Regierung von Fachleuten und Experten. Kennzeichnend für technokratische Regierungen ist die Ausrichtung ihrer Entscheidungen (ausschließlich) an wissenschaftlich-technischen Argumenten und Sachzwängen. Im Vordergrund steht die rationale, effektive Planung und Durchführung zielorientierter Vorhaben. Während sich die Aufmerksamkeit ganz auf Mittel und Wege konzentriert, verringert sich die Bedeutung demokratischer Willensbildung und politischer Entscheidungsprozesse hinsichtlich der Wahl gesellschaftlicher Ziele.

Auf Sachzwängen aufgebaute Argumentationsmuster, bei denen Sozial- und Bedürfnisorientierungen außer Acht gelassen werden
Fortschritt und Wissenswachstum als Zielvorstellung der Gesellschaft
Tendenzielle Vernachlässigung von Fragen der Verteilungsgerechtigkeit
Verlagerung der Macht von demokratisch gewählten politischen Institutionen in von diesen bestimmte, aber ausschließlich fachgebunden arbeitende Zirkel („Experten-Kommissionen“)
Allgemeine Rationalisierung und Verwissenschaftlichung kultureller, politischer/gesellschaftlicher und ökonomischer Prozesse.
Statistisch-technisch orientiertes Menschenbild, Vereinheitlichung und Rationalisierung menschlicher Bedürfnisse zur besseren Verwaltung.
(…)
Eine sehr fundamentale Kritik an der technokratischen Vorstellung eine Gesellschaft quasi am Reißbrett mittels der Vernunft planen zu können, übt Karl Popper in seinem Buch “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde".
2008-11-07 | achtphasen | 21:47:22 |
| comment