Ein möglicher Hinweis auf dunkle Materie in der Milchstrasse

Das Pamela-Experiment hat in der kosmischen Strahlung einen Überschuss an Positronen entdeckt. Das könnte ein indirekter Hinweis darauf sein, dass sich in unserer Galaxie dunkle Materie verbirgt.

Bei der Untersuchung der kosmischen Strahlung stiess die internationale Pamela-Arbeitsgruppe auf einen Überschuss von hochenergetischen Positronen (den positiv geladenen Antiteilchen der Elektronen). Eine solche Anomalie hatten Forscher für den Fall vorhergesagt, dass sich in der Milchstrasse Teilchen der dunklen Materie gegenseitig vernichten und dabei (unter anderem) Positronen emittieren.

An dem Seminar räumte Mirko Boezio von der Pamela-Arbeitsgruppe allerdings ein, dass es auch andere Erklärungen für den Überschuss an Antimaterie gebe. So könnten die überzähligen Positronen auch im Umfeld von sogenannten Pulsaren, also schnell rotierenden Neutronensternen, erzeugt werden.

Dass es im Universum dunkle Materie geben muss, ist heute weitgehend unbestritten. So sorgt diese unsichtbare Materieform durch ihre Gravitationskraft zum Beispiel für den Zusammenhalt der Milchstrasse. Woraus die dunkle Materie besteht, ist bis heute allerdings ein Rätsel. Man nimmt an, dass sie sich aus massereichen Teilchen zusammensetzt, die kurz nach dem Urknall entstanden sind. Mit Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider am Cern möchte man diese Teilchen im Labor erzeugen. Andere Forscher versuchen, die äusserst flüchtigen Teilchen der dunklen Materie mit riesigen Detektoren unter der Erde einzufangen.

Da es sich um ein indirektes Nachweisverfahren handle, könne man andere Quellen wie etwa Pulsare nie völlig ausschliessen, Klarheit werde wohl nur der direkte Nachweis der Teilchen der dunklen Materie in einem Beschleunigerexperiment bringen.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/pamela_dunkle_materie_antimaterie_cern_mirko_boezio_1.1189366.html

PAMELA (Payload for Antimatter Matter Exploration and Light-nuclei Astrophysics) ist ein europäischer Satellit, der seit 2006 im Orbit unterwegs ist. Bei den meisten astronomischen Satelliten, zum Beispiel Hubble, geht es um elektromagnetische Strahlung, hier dagegen um hochenergetische Teilchen. Unter anderem hat PAMELA einen Detektor für Antimaterie an Bord, und der hat jetzt mehr Antimaterie gefunden als erwartet. Genauer gesagt, einen Überschuss an hochenergetischen Positronen.

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/abgefischt/allgemein/2008-08-16/ger-chtek-che-pamela-susy-und-dunkle-materie

2008-10-30 | achtphasen | 16:48:17 | Email | comment




 

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