Es ist mir eine Ehre, dass ich einen allgemeinverständlichen Beitrag schreiben darf. Meine Hörer aus der Chaosvorlesung und ich sind auf ein neues Faktum in der allgemeinen Relativitätstheorie gestoßen, das uns von fast allen Fachleuten unterscheidet, aber nie bestritten wurde. Wir haben es 1998 unter dem Titel “Gravitative Uhrenverlangsamung impliziert proportionale Größenzunahme“ auf englisch in den “Lecture Notes inPhysics“ des Springer-Verlags veröffentlicht, ohne bisher Kritik dafür zu ernten. Dieses Resultat ist der eigentliche Grund für meine Warnung vor dem geplanten Kollisionsexperiment mit unerhört hochbeschleunigten Protonenstrahlen im CERN.
 
Unser Befund verändert die Interpretation – nicht die Richtigkeit – der alllgemeinen Relativitätstheorie von Einstein in einem Punkt. Einstein nahm an, dass weiter unten in einem Schwerefeld, wo das Licht, wie er entdeckt hatte, rotverschoben (frequenzverlangsamt) ist und wo die Uhren langsamer gehen, drittens die Lichtgeschwindigkeit verlangsamt wäre. Denn von oben gesehen “kriecht“ das Licht dort unten wirklich mit halber Lichtgeschwindigkeit, wenn seine Frequenz halbiert ist.
 
Dieser dritte Punkt machte Einsteins älteren Kollegen Max Abraham sehr betrübt, der ihn 1912 daran erinnerte, dass doch gerade die Entdeckung der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit Einsteins größte Leistung wäre. Dennoch hatte Einstein das, was von oben zu beobachten ist, richtig beschrieben. Was wir gefunden haben, ist, dass beide Recht haben. Von oben gesehen kriecht das Licht. Das liegt aber nicht daran, dass die Lichtgeschwindigkeit unten zum Beispiel halbiert ist, sondern daran, dass alle Gegenstände und der Raum selbst dort unten in allen Richtungen verdoppelt sind in ihrer Ausdehnung.
 
Dagegen spricht scheinbar, dass die Breite unverändert ist. Das liegt daran, dass die (nach dem Äquivalenzprinzip hier anwendbare) Lorentztransformation zwar die Länge eines Körpers verändert, aber nicht seine Breite. Die Erkenntnis, dass die Lorentztransformation den Raum nicht nur kontrahieren kann wie von Lorentz beschrieben, sondern auch vergrößern wie von uns hier gefunden, war zuvor schon von Walter Greiner in seinem vielbändigen Lehrbuch beschrieben worden (wie wir später erfuhren). Die scheinbare Unverändertheit der Querrichtung von oben gesehen ist jedoch ein Verzerrungseffekt. Für die Leute unten im Schwerefeld mit ihrer doppelten Größe ist alles normal (isotrop). Sie sind zwar auch doppelt so breit, aber das sieht man nicht von oben (anisotrop). Deshalb kriecht das Licht unten nur scheinbar.
 
Das ist schwierig und nicht leicht verständlich zu machen: zeitunabhängige relative Raumexpansion (bzw. in der anderen Richtung -schrumpfung). Über fast 10 Jahre hat sich deshalb nichts getan. Doch letztes Jahr ermöglichte es uns ein besonders leserfreundliches Buch über allgemeine Relativitätstheorie, unser Resultat von 1998 in Einsteins späterer endgültiger Theorie von 1915, der allgemeinen Relativitätstheorie, quantitativ wiederzufinden. Tatsächlich ist die “Radarentfernung“ zwischen oben und unten wie in unserem Resultat auch in der allgemeinen Relativitätstheorie beispielsweise doppelt so groß von oben nach unten und halb so groß von unten nach oben. Die in dem Buch von J. Foster und J.D. Nightingale von 2006 (“A Short Course in General Relativity“ im Springer-Verlag) auf Seite 130 angegebene Formel (4.9) zeigt dies. Dasselbe Integral findet sich natürlich auch in vielen anderen Texten – als Resultat der radialen Schwarzschild-Metrik. Aber dass es in den beiden vertikalen Richtungen verschieden ist, kommt nur in diesem Textbuch so deutlich heraus, dass es uns ins Auge sprang.
 
So entstand das “ℜ-Theorem“: dass es ein natürliches Entfernungsmaß in der allgemeinen Relativitätstheorie gibt, die ℜ-Entfernung (nicht mit der l-Entfernung, die oft auch R Entfernung genannt wird, zu verwechseln), für das die Lichtgeschwindigkeit universell und nicht nur lokal konstant ist. Es spiegelt die Größenzunahme unten wieder und erklärt, warum Licht unendlich lang braucht, um von der Oberfläche (dem sogenannten Horizont) eines schwarzen Loches nach oben und außen zu kommen: weil die ℜ-Entfernung unendlich ist. Bisher war stattdessen immer angenommen worden, dass die unendliche Zeitverzögerung dadurch bedingt ist, dass das Licht dort unten unendlich langsam kriecht. Beide Annahmen sind formal äquivalent. Aber die neue Interpretation ist einfacher und natürlicher. Und: sie macht neue Voraussagen.
 
Wir sind damit beim LHC-Experiment angekommen. Für uns besitzen schwarze Löcher (die im Large Hadron Collider des CERN zu erzeugen gehofft werden) physikalisch neue Eigenschaften. Zum Beispiel braucht Licht – jede Strahlung – vom Horizont bis nach außen nun unendlich lang, weil eine unendlich große Entfernung zu überwinden ist. Schwarze Löcher können daher nicht mehr “Hawking-zerstrahlen“. Oder genauer gesagt: erst nach unendlich langer Zeit und unendlich langsam (was auf dasselbe hinausläuft). Daher können sie auch nicht in 10 hoch minus 26 Sekunden in einem Schauer von Sekundärteilchen verschwinden, wie das bis heute angenommen wird. Sie müssen also entweder ungesehen wegfliegen oder, wenn eines langsam genug ist, ungesehen in der Erde verschwinden, um dort herumzukreisen und immer langsamer zu werden, während sie, wenn ihnen ein Quark in den Weg kommt, es aufessen. Das einzige noch offene Problem ist dann die Wachstumsgeschwindigkeit, wobei sich eine neue Vermutung ergibt (exponentielles Wachstum durch Attraktorbildung).
 
Das ℜ-Theorem unterscheidet uns von den anderen Fachleuten – als kleine Minderheit. Sodass nur wir “Einspruch Euer Ehren“ sagen. Warum sollte man auf uns hören? Das verlangen wir gar nicht. Wir wollen nur, dass unser neues Resultat (siehe http://www.wissensnavigator.ch/documents/OTTOROESSLERMINIBLACKHOLE.pdf) auf einer Sicherheits-Konferenz diskutiert wird von den Welt-Fachleuten, bevor das Experiment noch in diesem Sommer kritisch wird. Wenn wir dabei widerlegt werden, ziehen wir unseren Widerspruch zurück. Andernfalls sind wir nicht mehr allein. Das nennt man Wissenschaft. Wir riskieren unseren guten Ruf. Mehr steht nicht auf dem Spiel.
 
Leider will das CERN das nicht zulassen. Auch die Europäische Kommission kann es nicht dazu zwingen. (Robert-Jan Smits, Forschungsgeneraldirektor der EU-Kommission, ist eingeschaltet.) Die Gründe sind nicht leicht nachzuvollziehen. Ein Kind hatte schon immer die Möglichkeit, in der Wissenschaft gehört zu werden, wenn der Kaiser keine Kleider anhat, auch wenn das peinlich ist.
 
Es gibt aber einen zwingenden Grund, warum das CERN diese Konferenz zulassen muss. Angenommen, wir haben Recht. Dann folgt daraus nicht nur, wie besprochen, dass die eventuell erzeugten schwarzen Löcher nicht verdampfen und, wenn eins auf der Erde bleibt, vermutlich multiplikativ wachsen; sondern auch, dass sie keine Signatur – keine Spuren – bei ihrer Erzeugung hinterlassen. Das Experiment wird also, was die Erzeugung von schwarzen Löchern angeht, als Fehlschlag erscheinen. Das CERN wird dieses Resultat groß verkünden. Leider wird in diesem Fall aber niemand erleichtert sein. Auch eine danach einberufene Expertenkonferenz kann dann nicht mehr helfen. Denn zu sagen (falls das der erzielte Konsens wäre), dass “mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit doch schwarze Löcher erzielt worden sind und sich mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit wenigstens eins von ihnen in der Erde aufhält und wächst, vielleicht sehr schnell“, wäre dann nicht mehr verantwortbar. Selbst ein vollkommen ungetrübter Konsens bezüglich des Gegenteils(Entwarnung) wäre aus diesem Grund nicht mehr glaubhaft. Die Welt würde deshalb das Experiment nicht verzeihen: weder der Wissenschaft noch Europa. Sie würde das aufgezwungene Experiment irreversibel als das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte einstufen – selbst, wenn im endgültigen Nachhinein gar nichts passiert wäre.
 
Natürlich zu Unrecht, denn die CERN-Forscher sind honnete und nette Leute. Aber die Folgen wären Decamerone-ähnlich wie im Italien des 14. Jahrhunderts, nur tausendmal schlimmer. Deshalb kann nach dem Experiment keine glaubwürdige Expertenkonferenz mehr einberufen werden. Deshalb muss sie zuvor in den wenigen noch verbleibenden Wochen einberufen werden. Und dies trotz der Tatsache, dass nur eine kleine Minderheit von Fachleuten gegenwärtig die beschriebene Gefahr sieht.
 
Dies beendet mein Plädoyer an die Öffentlichkeit. Es ist mir sehr peinlich, hier als Warner auftreten zu müssen. Einstein Weiterdenken hundert Jahre nach dem Erscheinen des Äquivalenzprinzips (am 22. Januar 1908 in Johannes Stark’s Jahrbuch für Radioaktivität) tut immer noch weh. Prophet im mahnenden Sinn zu spielen ist ein ungewohntes Gefühl. Jona war enttäuscht, dass man auf ihn hörte. Ich verzeihe Ihnen, wenn Sie auf mich hören. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich Ihre Hilfe benötige, um widerlegt zu werden – mein einziges Ziel. Bitte zeigen Sie mir meinen Fehler. Es liegt alles nur an dem engen Zeitfenster.
 
Ich danke meinem langjährigen Mitarbeiter und Freund Dieter Fröhlich für seine Mitverantwortung. Und Wolfgang Fedyszin, Jeannette Fischer und Enrico Pellegrino für die Anforderung des Manuskripts. Und Joachim Frank für das Decamerone-Zitat und Peter Plath, Frank Kuske, Peter Weibel und Artur Schmidt für Anregung.
Für J.O.R. 09.06.08

Otto E. Rössler, Universität Tübingen

2008-06-10 | achtphasen | 10:22:05 | Email | 13 comments




 

Comment from: Herbert Breiter [Visitor]
Betreff: Cern Experiment

Die Wissenschaftler von Cern müßen keinen Urknall produzieren wenn sie künstliche schwarze Löcher herstellen wollen, denn dafür ist die Cern Versuchsanordnung und die geplante Inbetriebnahme nicht notwendig! Die künstlicher Herstellung von stabilen schwarzen Löchern ist kein Problem mit der entsprechenden Technik, aber das derzeitige Cern Projekt ist dafür absolut überflüssig und zu gefährlich für die Erde.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Breiter

Ps.: Würden Sie sich die Versuchsanordnung für ein funktionierendes künstliches schwarzes Loch patentieren lassen?
PermalinkPermalink 2008-06-13 | 16:01
Comment from: J. Klein [Visitor]
Die Gleichung c(r) = (1-J/r) (J=Schwarzschildradius) in der Schwarzschildmetrik taucht in den Lehrbüchern und Internet-Seiten der
allgemeinen Relativitätstheorie offensichtlich nicht allzu häufig auf,
ist jedoch trotzdem auf eine spezielle Art korrekt. Es handelt sich dabei um die von einem ruhenden feldfreien Remote-Beobachter gemessene Geschwindigkeit, mit der sich Licht im Abstand r vom Zentrum in radialer Richtung ausbreitet, wie man sich anhand der Lorentzkontraktionen - von Raum in radialer Richtung und von der Zeit (Verlangsamung) - ableiten kann.
Das hat aber nichts mit einer wie auch immer gearteten Potential-Abhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit zu tun. Lichtgeschwindigkeit ist nur sinnvoll definiert bei Messungen nahe der Weltlinie des betreffenden Beobachters. Nur dort kann die gemessene Lichtgeschwindigkeit zuverlässig gleich 1 sein. Der Haken bei dieser Remote-Messung des feldfreien Beobachters ist eben, dass eine Observable an einem anderen Ort gemessen wird als wo sich das Meßinstrument befindet (hier: Uhr des feldfreien Beobachters, die schneller geht als unten bei r).
Zur Erkenntnis, dass bei Remote-Messungen der Lichtgeschwindigkeit Unsinn herauskommen kann, muss bereits in der Speziellen Relativitätstheorie der Sterngucker auf der rotierenden Erde in seinem eigenen Bezugssystem kommen, der den Standpunkt vertreten könnte, die am Nachthimmel weit entfernten Sterne und Galaxien und das mit ihnen mitgeführte Licht würden sich mit Überlichtgeschwindigkeit rund um den Polarstern bewegen.

Die Forderung nach einer Expertenkonferenz vor Beginn der Experimente am LHC halte auch ich aufgrund vieler potentieller Gefahren (insbesondere hinsichtlich Strangelets, Mini Black Holes, Magnetische Monopole) für berechtigt.
PermalinkPermalink 2008-06-24 | 23:08
Comment from: Pürro Denis [Visitor] · http://CERN-LHC
Herr Rossler Sie brauchen keine Angst zu haben an Hand meiner kenntnisse ist es nicht möglich mit dem LHC Schwarzelöcher zu erzeugen,den Urknall und das Rätzel der Gravitation zu lösen.
PermalinkPermalink 2008-07-22 | 08:58
Comment from: K. Wennemann [Visitor]
Absolut glaubwürdig der Mann! Unter Annahme einer linearen Entwicklungschance von Risikoentwicklung infolge vermehrter Anwendungen riskanter Prozesse hat Rössler in jedem Falle recht. Er leitet anschaulich ein, daß die Fortsetzung der Experimentereihe unweigerlich den Entwicklungsstand des Maximalrisikos erreichen wird. Ich bin exakt seiner Ansicht, mit dem Unterschied, daß der Weg zum Untergang infolgedessen (LHC 2008) damit beginnt. Pandoras Box ist das Mindeste und das Höchste, was mir einfällt.
PermalinkPermalink 2008-08-18 | 04:47
Comment from: Müller [Visitor]
Greif in die Bandorabox so stehst du schon einmal auf dem Sprungbrett einer Karriere. Kritker eher nicht. Als Pandora das Gefäß öffnete, verteilten sich sofort diese Übel über die gesamte Erde und befielen die Menschheit. Bevor jedoch auch die Hoffnung die Büchse verlassen konnte, wurde sie wieder verschlossen. Erst nach langer Zeit, als die Büchse ein weiteres mal geöffnet wurde, konnte auch die Hoffnung die Büchse verlassen.
PermalinkPermalink 2008-09-03 | 17:25
Comment from: frame dragging [Visitor]
LHC is doom of European culture - anyway!


As it is a question of be or not to be culture answers it. Almost every human being educated in German knows “Dr. Faust” by Johann Wolfgang von Goethe. The described contract with the devil “to get to know what the world consists of...” is exactly what is happening. (“…Was die Welt im Innersten zusammen hält…”)


Europe proofed, that it was the first place on earth being capable to build LHC machine.


It is an outstanding proof that Europe has an appropriate congenial culture.


If the button is pushed (and world is not doomed), European culture is doomed for sure.


On the other side not pressing the button would be a double gain for culture and science. It is about making a break, think once again.


Everybody could be proud of this in a few years. A break would be an action of historical dimension. If an action can be a world heritage, breaking this would be it.


Two simple arguments:
One main supporter of LHC start scientists calculates a time of 27 years till doom. Of course before he claims this is - in principle - impossible. His calculation starts with a density of 5 g/cm3 for earth. The average density of earth is 5.5. Outer is 3 g/cm3 inner is expected to be al least uncompressed iron 7,87g/cm3. That is why we should make plans only for about 17 years if there is ONE mini black hole created and some other ideas do not work out. Oops, calculus was on a SINGLE black hole. It is up to the reader to understand why only ONE black whole should be created at a collision rate of up to many million events per second over e.g. million second (12 days) of operation. All calculation related is simply not done properly but in a hurry! There is a chance to poison the globe at its whole! [1]


About 200 KM away from CERN and LHC in south Baden-Württemberg and in Austria about 15000 bee populations died this spring. Reason was misuse in preparing seeds not direct related and not foreseen by scientists and politicians.
We talk about poisoning a region of some hundred thousand square kilometers with an almost ridiculous low impact action. (As you might know: Bringing out seeds WAS DONE SINCE BILLION OF YEARS in the atmosphere!?) [2]
Some million € are spend to cure the damage now.


How could damage be cured at LHC? This is the way problems are handled. People have not enough fantasy to imagine what an eating black whole means. I spoke to five people this week. Nobody knew about LHC start and the related problems.


[1] Exclusion of black whole disaster scenarios at the LHC

July 22, 2008

Benjamin Koch−, Marcus Bleicher−, and Horst St¨ocker−,+− ITP, Johann Wolfgang Goethe - Universit¨at,
Max von Lauestr. 1 D–60438 Frankfurt am Main, Germany


[2]


http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/190534.html


http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/189283.html

PermalinkPermalink 2008-09-04 | 00:50
Comment from: Erdenbürger [Visitor]
Bitte wehren Sie sich - Lassen Sie sich diesen Unfug nicht gefallen Nur wenn wir uns gemeinsam wehren haben wir gegen die brutale Wissenschafts-Lobby eine Chance !!!
PermalinkPermalink 2008-09-06 | 22:11
Comment from: Stefan [Visitor]
Traurig nur, dass "Verantwortung" angesichts eines Experiments, was alles, was der Menschheit bekannt ist, problemlos verändern beziehungsweise vernichten könnte, offensichtlich vergessen wird. Es hat scheinbar noch nicht genügend Fehltritte gegeben. Nun denn, lasset die Spiele gewinnen. Bis die Würfel um unsere Erde gefallen sind, können wir zwar noch protestieren - aber aufhalten wird sie niemand.
PermalinkPermalink 2008-09-10 | 02:05
Comment from: Wallraff der 24. [Visitor]
Ich bitte um Stellungnahme zum Argument, dass angeblich der Vorgang des Teilchenbeschusses wie im Beschleuniger auch im Universum regelmäßig in vergleichbarer Form stattfindet und bisher kein Untergang der Sterne durch schwarze Löcher bekannt sei. Die Erde könne deshalb auch nicht untergehen. Die Teilchen hätten eine Energie von 10 hoch 20 eV. Der Beschleuniger erreiche diese Energie nicht. Dazu habe ich bisher keine substantiierte Darstellung gefunden.
PermalinkPermalink 2008-09-12 | 12:54
Comment from: Trigemina [Visitor] · http://wavelighter@quantentunnel.de
Ich kann nicht verstehen, weshalb das gotische R-Theorem, welches schon längst besprochen, falsifiziert und abgehakt worden ist, immer noch aufgewärmt wird. Die Projektion der Geodäten des Lichtlaufweges auf den Ereignishorizont ergibt, so wie es Herr Professor Rössler richtig sagt, eine unendliche Lichtlaufzeit für einen Beobachter am Ereignishorizont. Aus dieser Feststellung heraus folgt jedoch nicht a priori eine für alle Schalen und dazu bewegten Beobachter dieselbe Schlussfolgerung wie für den stationären Beobachter am Ereignishorizont. So erreicht ein freifallender Beobachter den Ereignishorizont mit seinen mitfallenden Massstäben und Uhren in stets endlicher Zeit, was das gotische R-Theorem hinfällig macht.

Es ist in der Tat eine falsche Vorstellung von der ART, eine sich über einen grösseren Raumzeitbereich erstreckende Bewegung auf einen Punkt zu projizieren um eine damit verknüpfte Unendlichkeit zu propagieren. Physikalisch relevant sind immer die Eigenzeiten und Eigenlängen des im Gravitationsfeld bewegten Beobachters.

Gruss
PermalinkPermalink 2009-11-12 | 21:52
Comment from: achtphasen [Member] Email
Hallo Trigemina ich denke Sie haben irrtümlich zu diesem, schon vor bald einundeinhalb Jahren erstellten Text Professor Rösslers kommentiert?

Jedenfalls haben Sie identischen Kommentar ein paar Minuten später auch hier eingebracht.

Ich werde Ihnen eine Professor Rössler vorgreifende Kurzantwort auf Ihre konkrete Behauptung, Professor Rössler's R-Theorem wäre schon längst besprochen, falsifiziert und abgehakt dort geben.



Weil ich den Kommentar von 'Wallraff der 24.'der sich daran stösst, dass der Tatsache, dass auf natürlichem Wege Kollisionsereignisse mit einigen Grössenordnungen mehr stattfinden, eben erst wahrgenommen habe, antworte ich zuerst hierauf: Es muss betont werden, dass die natürlich kosmische Strahlung noch einige weitere, durch Bechleuniger nicht zu überbietende, teils unerkannte Ereignisse/Phänomene hat. So wurde erst vor einigen Monaten bekannt, dass der Anteil an Eisenkernen in kosmischer trahlung massiv zunimmt, desto höherenergetisch die Strahlung ist! Woher stammen diese Eisenkerne?

Zur Tatsache, dass der LHC zwar sieben mal mehr Energie in die Kollisionsereignisse bringt, als alle zuvor erstellten irdischen Bschleuniger, die Kollisionsenergien am LHC aber tatsächlich um etwa einen Drittel geringer sind als die Kollisionsenergie, die von höchstenergetischen Teilchen (20TeV) auf Teilchen ruhender Himmelsobjekte erzeugt wird, ist darum nicht beruhigend, weil, abgesehen von Kollisionsereignissen in SuperNovae, Kollisionsprodukte aus natürlich kosmischen Kollisionen immer relativistische Geschwindigkeit haben und Planeten und Sonnensysteme also problemlos verlassen.

Letzten Sommer erst wurde zu dieser Frage das sogenannt astronomische Argument als Argument CERN's gegen jegliche potentielle Gefährdung 'erfunden' - (zuvor - 2003 - war dieses astronomische Argument bereits als Beleg der Gefahrlosigkeit von Strangelet-Produktionen 'in Gebrauch':
Das astronomische Argument CERNs bsagt in Kürze: wenn aus der Produktion mikrokleiner Schwarzer Löcher am LHC irgend Gefahr für die Erde entstehen könnte, dann hätten sich solche gefahrvollen Ereignisse durch kosmisch natürliche Strahlung auf Himmelskörper schon längstens auf natürlichem wege ereignet, und könnten solche mikrokleinen Schwarzen Löcher wegen ihrer relativistischen Geschwindigkeit und (wahrscheinlichen) Ungeladenheitauch (elektrisch neutral) auch normal baryonische Himmelskörper wie Planeten und Sonnen ungehindert und rasch durchqueren und verlassen, in den ultradich komprimierten Neutronensternen müssten diese natürlich erzeugten mikrokleinen Schwarzen Löcher jedoch stecken bleiben; und falls gefährlich, diese entsprechend ihrer dichten Packung auch entsprechend rasch akkretieren ... ---> Weil ultrakompakte Himmelskörper wie Neutronensterne aber beobachtbar langlebig sind, könne also jegliche Gefährdung ausgeschlossen werden.

Dieses beste und letzlich einzige 'Argument' CERNs hat aber ein paar 'Schönheitsfehler':

Dass CERN diese Grössenordnungsdifferenz von 28 Einheiten bei Anführung seines 'Argumentes', dass trotz natürlicher Strahlung die weitaus höher energetisch ist, als am LHC jemals erreichbar, Leben auf der Erde existiert und zudem einige beobachtbar langlebige ultrakompakt gedachte Himmelskörper (Neutronensterne) existieren, nicht selbst eingebracht hat, das perplexiert doch sehr!
PermalinkPermalink 2009-11-13 | 09:58
Comment from: Erfinderlein [Visitor]
Hallo allerseits,

ist doch nichts aufregendes wenn wir uns und unser Sonnensystem in die große Reihe schwarzer Löcher welche vor uns entstanden sind,einreihen. Die Theorie mit den zu schweren Sonnen in Ehren. Aber kann es nicht viel wahrscheinlicher sein, dass die Mehrzahl der schwarzen Löcher auf "unsere" Weise entstanden sind ?

Gestern Abend beim Bierchen haben wir darüber hinaus beschlossen, dass schwarze Löcher nur an Materie knabbern,welche auch an schwarze Löcher glaubt.
Es wäre von daher aller höchste Zeit für die Esoschiene mit dem Verkauf von Amuletten aus Spezialkunststoff gegen schwarze Löcher zu beginnen.

nachdenkliche Grüße

Lothar
PermalinkPermalink 2009-11-18 | 14:19
Comment from: Alf Pretzell [Visitor]
Hallo Herr Professor Rössler,

obwohl ich ihren Bericht nicht sogleich verstehe ist er sehr gut erläutert. Bitte veröffentlichen Sie Ihre Idee in dieser Form prononcierter und bestehen Sie auf Widerlegung durch die Kollegen im CERN! Darf ich mich noch als Kind in dem beschriebenen Märchen "outen" und einfach fragen, ob ihre Behauptung nicht einfach aussagt, dass ein schwarzes Loch "per definitionem" nicht strahlen darf, da es ja dann kein schwarzes Loch wäre? Ich darf mir erlauben, auch für diese kleine Bemerkung eine Berichtigung durch meine Kollegen einzufordern, vielleicht auch von Stephen Hawking. Als Kind bin ich in der luxuriösen Situation, hier noch nicht einmal meinen Ruf in Gefahr sehen zu müssen. Wohlan!

Wie Sie wissen schreite auch ich voran und bereise das CERN demnächst erneut - und zum letzten Mal sicher auch. Wie Sie wissen kann mich der Vergleich mit den Naturereignissen keineswegs überzeugen. Meine Berechnungen hierzu - nicht die "key arguments" selbst - sind miserabel und nur als Anstoß zu verstehen, die der Kollegen sind in meinen Augen viel zu ungenau. Hier droht allerdings mein - bescheidener - Ruf "draufzugehen"!!

Mit Grüßen     Pretzell
PermalinkPermalink 2010-03-08 | 18:34
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