In dem Land, wo ich leben, habe ich auf Lebenszeit (derzeit) ein Lebensrisiko im Straßenverkehr von 1:200, wie ich überschlägig errechne. Dieses Risiko mute ich - ohne jeden Widerspruch der übrig Beteiligten - durch meine Teilnahme am Straßenverkehr anderen Teilnehmern genauso zu. Diese Art von Risiko ist also allgemein anerkannt, denn Bewegung ist wie ein Grundrecht, unverzichtbarer Teil des Lebens.
Überträgt man diese Betrachtungsweise auf den menschlichen Forscherdrang, so wird man ihm auch ein allgemeines unverzichtbares Restrisiko zubilligen müssen.
Das oben bezifferte Risiko (aus dem Straßenverkehr) könnte man nun einmal, nur gedanklich,
vergleichsweise übertragen - in Verbindung mit dem LHC-Experiment - auf die Menschheitssituation - z.B. für 100 Milliarden menschl. Individuen der Jetztzeit und der Zukunft.
Demnach wäre das Restrisiko auf 1 zu 2 x 10 hoch 13 zu bemessen, um eine immerhin doch
nur schlecht vergleichbare Risikosituation wie im Straßenverkehr zu bekommen.
Bitte, korrigieren Sie mich!
Abschätzungen dieser Art sind an sich undenklich wie unsäglich (!) - für Veröffentlichungen nicht geeignet - nur: Ich bin persönlich mir sicher, das Risikoabschätzungen von den LHC-Promotoren gemacht und deren Bezifferungen n i c h t veröffentlicht werden.
Zunächst muß man sich politisch der Frage eines weltweiten Risikos bewußt werden (vielleicht schaffen es Herr Wagner und andere in der Schweiz mittels der Justiz!) und sich der Frage b e w u ß t stellen und keinesfalls verdrängen.
Danach muß man sich auf eine Methode der Bewertung des Risikos einigen.
Erst dann können physikalische Indizien ausgewertet und zu der Ermittlung eines rechnerischen Restrisiko, mit Angabe von Fehlerbreiten, genutzt werden.
Das Hochenergie-Experiment darf dann erst gestartet werden, wenn die Kenntnis der konkreten Indizien - belastend oder entlastend - ausreichend formuliert und der resultierende Risikowert die Höhe des vorweg einvernehmlich festgesetzen Wert eines akzeptablen Restrisikos(z.B. 1: 10 hoch 25) nicht überschreitet.
(Im Bereich der medizinischen Statistik bringt man Lebens- und Existzenfragen wenigstens indirekt mit Risikobetrachtungen in Verbindung - die Mediziner haben also Erfahrungen mit existenziell wichtigen Bewertungen von Lebensrisiken, auch auf mathematischer Basis.)
Die LHC-Promotoren werden ähnliche Betrachtungen bereits ausführlich angestellt haben und für sich entschieden haben, dass das Restrisiko ausreichend klein ist - leider haben sie den Konsens vorweg mit den übrigen Mitmenschen in keinster Weise versucht zu erreichen - und sie wursteln für sich ziemlich a l l e i n an der LHC-Maschine.
Das ist undemokratisch und unwürdig!!!
Nur nach einer Gesamtsicht unter Beteiligung von verschiedenen Wissenschaften darf das Hochenergie-Experiment gestartet werden. Die physikalischen Indizien sind zu listen und einer öffentlich nachvollziehbaren Bewertung zuzuführen.
(grundsätzlich beobachtbare kleinere schwarze Löcher im Sonnensystem, Schwund der Neutronensterne - können m.E. nur ganz wenige von vielen der anzugebenden Indikatoren sein; mathematisches Instrumentarium für Risikobewertung ist vorhanden!)
2008-06-07 | achtphasen | 10:47:24 |
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